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Zuletzt aktualisiert: Juli 2026 | Von svsger.de
Wie du Dünger selbst herstellst – Kompostierung Schritt für Schritt 2026

Dünger selbst herzustellen ist eine der wichtigsten Fähigkeiten für jeden veganen Selbstversorger-Garten. Ganz ohne Stallmist lässt sich aus Küchenabfällen, Gartenschnitt und ein paar einfachen Techniken hochwertiger, nährstoffreicher Dünger gewinnen. Dieser Artikel zeigt dir Schritt für Schritt, wie Kompostierung funktioniert und welche Ergänzungen wie Brennnesseljauche zusätzlich helfen.
Braune und grüne Materialien richtig mischen

Erfolgreiche Kompostierung basiert auf dem richtigen Verhältnis von kohlenstoffreichen „braunen“ Materialien (trockenes Laub, Karton, Stroh) und stickstoffreichen „grünen“ Materialien (Rasenschnitt, Küchenabfälle, frischer Grünschnitt). Als Faustregel gilt ein Verhältnis von etwa 2:1 zugunsten der braunen Materialien, da zu viel grünes Material zu unangenehmem Geruch und Fäulnis statt Verrottung führt.
Kompostierung im Überblick
| Material | Kategorie | Hinweis |
|---|---|---|
| Rasenschnitt | Grün | Dünn schichten, nicht klumpen lassen |
| Trockenes Laub | Braun | Verrottet langsamer, gut für Struktur |
| Gemüseabfälle | Grün | Keine gekochten Speisereste verwenden |
| Eierkartons, Karton | Braun | Unbedruckt und in Stücke gerissen |
Brennnesseljauche selbst ansetzen
Für flüssigen Stickstoffdünger füllst du 1 Kilogramm frisch geschnittene Brennnesseln in einen Eimer, übergießt sie mit 10 Litern Regenwasser und lässt die Mischung 1 bis 2 Wochen an einem schattigen Ort gären, bis keine Blasen mehr aufsteigen. Zum Gießen wird die fertige Jauche im Verhältnis 1:10 mit Wasser verdünnt. Diese Methode liefert einen stickstoffreichen Flüssigdünger, der klassischen Mineraldünger vollständig ersetzen kann.
Der NABU weist darauf hin, dass selbst hergestellte Pflanzenjauchen zusätzlich das Bodenleben fördern und die Widerstandsfähigkeit der Pflanzen gegen manche Schädlinge verbessern können.
Gründüngung: Dünger, der von allein wächst
Neben Kompost und Jauche liefert Gründüngung eine dritte, oft unterschätzte Düngerquelle: Pflanzen wie Phacelia, Lupinen und Klee binden über ihre Wurzelknöllchen Luftstickstoff im Boden und lockern gleichzeitig verdichtete Erde auf. Nach der Blüte werden sie einfach oberflächlich untergehackt oder als Mulch liegen gelassen, wo sie verrotten und ihre gebundenen Nährstoffe an die Folgekultur abgeben.
Wann ist Kompost erntereif?
Reifer Kompost erkennst du an seiner dunklen, krümeligen Struktur und einem angenehmen, erdigen Geruch – keine erkennbaren Einzelteile der Ausgangsmaterialien mehr, keine Fäulnisgerüche. Je nach Aufbau und Witterung dauert dieser Prozess zwischen 6 und 12 Monaten. Um den Prozess zu beschleunigen, hilft regelmäßiges Umsetzen des Komposthaufens alle 4 bis 6 Wochen, was zusätzlich Sauerstoff einbringt und die Verrottung fördert.
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Kompostieren im Winter
Auch in der kalten Jahreszeit lässt sich weiter kompostieren, allerdings verlangsamt sich der Verrottungsprozess durch niedrige Temperaturen deutlich. Ein isolierender Mantel aus Stroh oder Laub um den Komposthaufen hält die Restwärme besser im Inneren und sorgt dafür, dass die mikrobiellen Prozesse auch bei Frost nicht vollständig zum Erliegen kommen.
Typische Anfängerfehler beim Kompostieren
Neben einem falschen Mischverhältnis führen auch zu große Materialstücke, ein zu trockener oder zu nasser Haufen und fehlende Belüftung zu Problemen. Grobe Äste sollten vor der Kompostierung zerkleinert werden, der Haufen sollte sich feucht wie ein ausgewrungener Schwamm anfühlen, und ein gelegentliches Umsetzen verhindert anaerobe Fäulnis im Kern des Haufens.
Beinwelljauche als Kalium-Alternative
Neben Brennnesseljauche liefert Beinwelljauche einen besonders kaliumreichen Flüssigdünger, der sich vor allem für fruchtbildende Pflanzen wie Tomaten eignet. Die Herstellung erfolgt genauso wie bei Brennnesseljauche: zerkleinerte Blätter in Wasser ansetzen, 1 bis 2 Wochen gären lassen und stark verdünnt zum Gießen verwenden.
Steinmehl als mineralische Ergänzung
Für einen zusätzlichen Mineralstoffschub lässt sich fein gemahlenes Gesteinsmehl in den Kompost oder direkt ins Beet einarbeiten. Es liefert Spurenelemente, die reiner Pflanzenkompost mitunter nicht in ausreichender Menge bereitstellt, und wirkt zudem leicht bodenverbessernd auf schwere, lehmige Böden.
FAQ – Dünger selbst herstellen
Wie lange dauert es, bis Kompost fertig ist?
In der Regel 6 bis 12 Monate, je nach Ausgangsmaterial, Witterung und wie oft der Haufen umgesetzt wird.
Riecht Brennnesseljauche wirklich so unangenehm?
Ja, während der Gärung entsteht ein starker Geruch. Ein Deckel mit kleinem Luftloch reduziert die Geruchsbelästigung deutlich.
Kann ich gekochte Speisereste kompostieren?
Besser nicht in offenen Komposthaufen, da sie Schädlinge und Nagetiere anlocken können. Rohe Gemüseabfälle sind unproblematisch.
Wofür eignet sich Beinwelljauche besonders?
Als kaliumreicher Dünger, besonders geeignet für fruchtbildende Pflanzen wie Tomaten.
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