Wo platzierst du Rhabarber als Dauerkultur sinnvoll im Garten?
Rhabarber bleibt viele Jahre am selben Platz und wird mit der Zeit groß und ausladend. Deshalb solltest du seinen Standort gut planen, damit er nicht mit der jährlichen Fruchtfolge in den Gemüsebeeten kollidiert.
Bewährt hat sich ein Platz am Rand des Gemüsegartens, in einem eigenen Dauerkulturbeet oder in der Nähe des Komposthaufens. Dort bekommt er reichlich Nährstoffe, stört beim Umgraben nicht und beschattet keine anderen Kulturen. Auch zusammen mit anderen Dauerkulturen wie Spargel, Meerrettich, Topinambur oder mehrjährigen Kräutern lässt er sich gut gruppieren.
- Plane genügend Raum ein, damit sich die großen Blätter frei entfalten können.
- Nutze den Raum zwischen den austreibenden Pflanzen im Frühjahr für Radieschen oder Pflücksalat, die geerntet sind, bevor die Blätter alles überdecken.
- Kapuzinerkresse oder Ringelblumen am Rand bringen Farbe und Nützlinge ins Beet.
Wie treibst du Rhabarber für eine frühere Ernte?
Wenn du schon früh im Jahr Rhabarber ernten möchtest, kannst du einzelne Pflanzen treiben. Dafür stülpst du im späten Winter einen großen Eimer, ein Fass oder ein spezielles Treibgefäß aus Ton über die Pflanze. Die Dunkelheit und die etwas wärmere Luft darunter regen die Stangen an, schneller und zarter zu wachsen. Getriebener Rhabarber ist hell, mild und besonders zart.
- Treibe nur kräftige, gut eingewachsene Pflanzen.
- Treibe nicht jedes Jahr dieselbe Pflanze, damit sie sich erholen kann.
- Gib der Pflanze nach dem Treiben eine Gabe Kompost und lass sie anschließend ungestört wachsen.
Welche Fehler passieren beim Rhabarberanbau häufig?
Viele Probleme beim Rhabarber sind leicht zu vermeiden, wenn du sie kennst.
- Zu frühes Ernten: Im Pflanzjahr solltest du gar nicht ernten, damit die Pflanze kräftige Wurzeln bilden kann.
- Zu viel ernten: Lass immer genug Blätter stehen, damit die Pflanze Kraft für das nächste Jahr sammelt.
- Blütenstände stehen lassen: Die Blüte kostet viel Energie. Breche Blütenstängel früh heraus, wenn du vor allem Stangen ernten möchtest. Einzelne Blüten kannst du aber für Insekten stehen lassen.
- Stangen abschneiden: Besser ist es, die Stangen mit einer Drehbewegung vom Wurzelstock abzuziehen. Abgeschnittene Stummel können faulen.
- Trockenheit unterschätzen: Die großen Blätter verdunsten viel Wasser. Mulche großzügig mit Laub, Rasenschnitt oder Kompost.
Die Blätter selbst isst du nicht. Sie eignen sich aber als Mulchmaterial oder für den Kompost.

Rhabarber ist das erste „Obst“ des Jahres, obwohl er botanisch ein Gemüse ist. Schon im April liefert die Staude säuerliche Stiele für Kompott, Kuchen und Marmelade – und das zehn Jahre und länger am selben Platz. Wer Rhabarber anbauen möchte, braucht nur wenig Pflegeaufwand, sollte aber drei Regeln kennen: großzügig Platz und Kompost geben, in den ersten Jahren zurückhaltend ernten und spätestens am Johannistag aufhören. Hier erfährst du außerdem, was es mit der Oxalsäure auf sich hat und welche Sorten sich lohnen.
Das Wichtigste in Kürze
- Pflanzzeit ist idealerweise September/Oktober, alternativ März; jede Staude braucht etwa 1 m².
- Im Pflanzjahr nicht ernten, im zweiten Jahr wenig, ab dem dritten Jahr voll.
- Geerntet wird von April bis Johanni am 24. Juni, danach braucht die Pflanze ihre Blätter zur Regeneration.
- Blätter nicht essen: Sie enthalten viel Oxalsäure. Auch die Stiele nur gekocht und in Maßen genießen.
- Stiele drehend abziehen, nicht abschneiden, und nie mehr als die Hälfte auf einmal nehmen.
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Was zeigt der Anbau-Steckbrief für Rhabarber auf einen Blick?
| Merkmal | Angabe |
|---|---|
| Botanischer Name | Rheum rhabarbarum, Knöterichgewächs, mehrjährige Staude |
| Nährstoffbedarf | Starkzehrer |
| Standort | Sonnig bis halbschattig, tiefgründig, humos, frisch bis feucht, keine Staunässe |
| Pflanzzeit | September bis Oktober oder März bis April |
| Abstand | 100 × 100 cm |
| Erste Ernte | Zweites Standjahr (wenig), ab dem dritten Jahr regulär |
| Erntezeit | April bis 24. Juni |
| Standdauer | 8–10 Jahre bis zur Teilung, insgesamt oft deutlich länger |
| Ertrag | Etwa 2–4 kg Stiele pro Staude und Saison |
| Gute Nachbarn | Salat, Spinat, Buschbohnen und Kapuzinerkresse im Randbereich |
Welche roten und grünen Sorten gibt es und wie vermehrst du sie sortenecht?
Rhabarbersorten unterscheiden sich vor allem in Stielfarbe, Säuregehalt und Ertrag. Grobe Faustregel: Grünstielige Sorten sind am ertragreichsten und am sauersten, rotstielige mit grünem Fleisch sind aromatisch, und rotstielige Sorten mit rotem Fleisch schmecken am mildesten, wachsen aber etwas schwächer. Da Rhabarber sich stark kreuzt, sind Sämlinge meist nicht sortenecht. Bewährte Sorten werden deshalb durch Teilung vermehrt und als Pflanzen verkauft. Eine Ausnahme ist ‚Victoria‘, die sich recht einheitlich aus Samen ziehen lässt. Gesunde Rhabarberpflanzen* sind die schnellste Möglichkeit, eine Wunschsorte zu bekommen.
| Sorte | Stiel und Fleisch | Eigenschaften |
|---|---|---|
| Holsteiner Blut | Rot, grünes Fleisch | Klassiker, ertragreich, kräftig-aromatisch |
| Frambozen Rood | Rot, rötliches Fleisch | Himbeerrhabarber, mild und fruchtig |
| Elmsfeuer | Rot, rotes Fleisch | Sehr mild, schöne Farbe im Kompott |
| Goliath | Grün, grünes Fleisch | Sehr hohe Erträge, deutliche Säure |
| The Sutton | Grün-rot | Bildet kaum Blütenstände, lange gleichmäßige Ernte |
| Victoria | Grün mit rotem Ansatz | Robust, relativ einheitlich aus Samen vermehrbar |

Welcher Standort passt und wie pflanzt du?
Rhabarber verdunstet über seine riesigen Blätter viel Wasser und bleibt viele Jahre stehen. Wähle deshalb einen Platz am Rand des Gemüsegartens, der nicht bei jeder Bodenbearbeitung stört, und sorge für einen tiefgründigen, humusreichen Boden. Leichter Halbschatten ist kein Problem, eher sogar von Vorteil in heißen Sommern. Pflanze keinen neuen Rhabarber an eine Stelle, an der vorher Rhabarber stand.
- Ein Pflanzloch von etwa 50 × 50 cm und 40 cm Tiefe ausheben.
- Den Aushub mit 5–10 Litern reifem Kompost mischen und teilweise zurückfüllen.
- Den Wurzelstock so setzen, dass die Knospen 2–3 cm unter der Erdoberfläche liegen.
- Mit Erde auffüllen, leicht andrücken und kräftig angießen.
- Den Boden rund um die Pflanze mit Laub oder Rasenschnitt mulchen.
Wie pflegst und düngst du vegan?
Als Starkzehrer freut sich Rhabarber im zeitigen Frühjahr über eine dicke Schicht Kompost rund um die Staude, etwa 5 Liter pro Pflanze. Eigenen Kompost erzeugst du zum Beispiel in einem Garten-Komposter*. Nach dem Ende der Ernte gibst du eine zweite Kompostgabe oder zwei- bis dreimal verdünnte Brennnesseljauche (1:10), damit die Pflanze kräftig neue Blätter bildet. Gieße in trockenen Sommern durchdringend, sonst ziehen die Blätter früh ein.
Blütenstände brichst du so früh wie möglich aus – die Blüte kostet die Pflanze viel Kraft, die sonst in die Stiele fließt. Die geernteten Blätter kannst du direkt als Mulch unter der Staude liegen lassen oder kompostieren. Schnecken fressen gern am frischen Austrieb; im Frühjahr hilft regelmäßiges Absammeln. Staunässe führt zu Wurzelfäule, auf schweren Böden pflanzt du deshalb leicht erhöht.
Rhabarber treiben für eine frühere Ernte
Stülpst du im Februar eine Treibglocke* oder einen großen dunklen Eimer über die austreibende Staude, erntest du zwei bis drei Wochen früher besonders zarte, hellrosa Stiele. Treibe dieselbe Pflanze aber höchstens jedes zweite Jahr, da es sie schwächt.
Teilen und verjüngen
Werden die Stiele nach acht bis zehn Jahren dünner, teilst du die Staude im Herbst oder zeitigen Frühjahr. Grabe den Wurzelstock mit einem kräftigen Spaten aus und zerteile ihn in faustgroße Stücke mit je zwei bis drei Knospen. Die Teilstücke pflanzt du an einem neuen Platz. Feste Gartenhandschuhe* erleichtern die Arbeit an den harten Wurzeln.
Warum erntest du nur bis Johanni und was hat es mit Oxalsäure auf sich?
Erntereif sind Stiele, deren Blätter sich vollständig entfaltet haben, meist ab Mitte April. Fasse den Stiel tief unten, drehe ihn leicht und ziehe ihn seitlich ab. So bleiben keine Stummel, die faulen könnten. Nimm immer die kräftigsten äußeren Stiele und lass mindestens die Hälfte stehen. Die Blätter trennst du sofort ab.
Traditionell endet die Ernte am Johannistag, dem 24. Juni. Dafür gibt es zwei Gründe: Die Staude braucht den Sommer, um über ihre Blätter Reserven für das nächste Jahr einzulagern. Außerdem werden die Stiele im Laufe des Sommers faseriger, und ihr Oxalsäuregehalt gilt als höher.
Was du über Oxalsäure wissen solltest
- Blätter: Sie enthalten besonders viel Oxalsäure und werden nicht gegessen.
- Stiele: Sie enthalten ebenfalls Oxalsäure. Iss sie gekocht statt roh und in üblichen Mengen, ältere Stiele schälst du.
- Zubereitung: Kurz blanchieren und das Wasser weggießen senkt den löslichen Anteil. Kombiniere Rhabarber mit calciumreichen Lebensmitteln wie calciumangereichertem Pflanzendrink oder Tahin.
- Kochgeschirr: Nutze Edelstahl, Glas oder Emaille statt Aluminium.
- Vorsicht: Menschen mit Neigung zu Nierensteinen oder Nierenerkrankungen sollten Rhabarber nur selten essen und im Zweifel ärztlich Rücksprache halten.
Wie verarbeitest du die Ernte und legst einen Vorrat an?
Frische Stiele halten, in ein feuchtes Tuch gewickelt, einige Tage im Kühlschrank. Zum Einfrieren schneidest du sie in 2–3 cm große Stücke und frierst sie roh ein. Kompott kochst du mit etwas Zucker, Vanille und Zimt und füllst es heiß in Weck-Einkochgläser* ab. Wie das sicher gelingt, zeigt der Ratgeber Einkochen für Einsteiger. Beliebt sind außerdem Rhabarber-Erdbeer-Marmelade, Sirup für Schorlen und ein Crumble mit Haferflocken, Mandeln und Pflanzenmargarine. Eine weitere Dauerkultur mit Erntestopp am Johannistag ist übrigens der Spargel.
FAQ – Rhabarber anbauen
Warum darf man Rhabarber nur bis Johanni ernten?
Die Pflanze braucht die zweite Jahreshälfte, um Kraft für das nächste Jahr zu sammeln. Zudem werden die Stiele später faseriger und ihr Oxalsäuregehalt gilt als höher.
Sind Rhabarberblätter giftig?
Sie enthalten viel Oxalsäure und sind nicht zum Verzehr geeignet. Als Mulch oder auf dem Kompost sind sie dagegen unproblematisch.
Kann man Rhabarber roh essen?
Kleine Mengen junger Stiele sind üblich, empfehlenswerter ist aber gekochter Rhabarber, da er verträglicher ist.
Warum blüht mein Rhabarber so stark?
Stress durch Trockenheit, Nährstoffmangel oder eine alte Staude fördert die Blüte. Brich Blütenstände früh aus und dünge im Frühjahr mit Kompost.
Wächst Rhabarber im Kübel?
Nur eingeschränkt. Ein Kübel sollte mindestens 60–80 Liter fassen und im Winter vor dem Durchfrieren geschützt werden.
Weiterlesen: Erdbeeren pflanzen · Komposter bauen und befüllen · Vorratshaltung richtig gemacht
Über diesen Ratgeber
Dieser Artikel wurde von der Redaktion von svsger.de erstellt, dem Ratgeber für rein pflanzliche Selbstversorgung. Die Angaben basieren auf gängiger Gartenbau-Fachliteratur, Empfehlungen von Landwirtschaftskammern, Hinweisen von Verbraucher- und Ernährungsinstitutionen zur Oxalsäure sowie Sortenbeschreibungen von Staudengärtnereien. Er ersetzt keine ärztliche Beratung, und Erntezeiten können je nach Region abweichen.
Quellen
Zuletzt aktualisiert: September 2026