
Spargel ist eine Langzeitinvestition: Ein einmal angelegtes Beet liefert zehn bis fünfzehn Jahre lang jedes Frühjahr frische Stangen – sofern du in den ersten Jahren Geduld hast. Wer Spargel anbauen möchte, braucht einen warmen, durchlässigen Boden, einen dauerhaften Platz im Garten und die Bereitschaft, erst ab dem dritten Standjahr zu ernten. Ob grüner oder weißer Spargel, entscheidet dabei nicht die Pflanze, sondern die Anbauweise. In diesem Ratgeber erfährst du, wie du das Beet anlegst, welche Sorten sich eignen und wie Pflege und Ernte gelingen.
Das Wichtigste in Kürze
- Spargel ist eine mehrjährige Staude, die 10–15 Jahre am selben Platz bleibt.
- Gepflanzt werden einjährige Spargelpflanzen im April in 20–30 cm tiefe Gräben.
- Grünspargel wächst ohne Erddamm und ist im Hausgarten einfacher als Bleichspargel.
- Die erste kurze Ernte gibt es im dritten Standjahr, danach jedes Jahr bis Johanni am 24. Juni.
- Nach der Ernte wachsen lassen und mit Kompost düngen – das Laub versorgt die Wurzeln für das nächste Jahr.
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Anbau-Steckbrief: Spargel auf einen Blick
| Merkmal | Grünspargel | Bleichspargel |
|---|---|---|
| Botanik | Asparagus officinalis, Spargelgewächse, zweihäusig | |
| Standort | Sonnig, auch lehmiger Sand | Sonnig, lockerer Sandboden nötig |
| Pflanzzeit | April, sobald der Boden etwa 10 °C warm ist | |
| Pflanztiefe | Graben 15–20 cm | Graben 25–30 cm |
| Abstand | 30 cm in der Reihe, 80–100 cm zwischen Reihen | 30–40 cm in der Reihe, 120–150 cm zwischen Reihen |
| Erste Ernte | 3. Standjahr, zwei bis drei Wochen | |
| Erntezeit | Mitte/Ende April bis 24. Juni | |
| Nährstoffbedarf | Mittelzehrer, Kompost nach der Ernte | |
| Gute Nachbarn | Petersilie, Tomaten, Salat und Radieschen zwischen jungen Reihen | |
| Schlechte Nachbarn | Zwiebeln, Knoblauch, Kartoffeln | |
Sorten: samenfest oder rein männlich?
Spargel ist zweihäusig: Es gibt männliche und weibliche Pflanzen. Weibliche Pflanzen bilden im Sommer rote Beeren, die für Menschen nicht essbar sind, und stecken Kraft in die Samenbildung. Moderne Hybridsorten wie ‚Gijnlim‘ oder ‚Backlim‘ sind deshalb rein männlich und besonders ertragreich. Sie werden als Jungpflanzen verkauft. Samenfeste Sorten sind gemischtgeschlechtlich, liefern etwas weniger, lassen sich aber selbst aus Samen ziehen und vermehren. Kräftige einjährige Spargelpflanzen* sind der schnellste Weg zum eigenen Beet.
| Sorte | Typ | Eigenschaften |
|---|---|---|
| Mary Washington | Samenfest, grün | Bewährte Grünspargelsorte, robust, gut aus Samen zu ziehen |
| Ruhm von Braunschweig | Samenfest, weiß oder grün | Alte deutsche Sorte, dicke Stangen, anspruchslos |
| Argenteuil | Samenfest, weiß/violett | Französische Traditionssorte mit violetten Köpfen, aromatisch |
| Gijnlim | Hybride, rein männlich | Früh, sehr ertragreich, für Grün- und Bleichspargel |
Aus Samen säst du im März/April bei 20–25 °C in Töpfen vor, pflanzt die Sämlinge im Juni in ein Anzuchtbeet und setzt sie im folgenden Frühjahr an den endgültigen Platz. Das kostet ein Jahr, ist aber günstig. Später entfernst du am besten die weiblichen Pflanzen, die sich an den Beeren erkennen lassen.
Spargelbeet anlegen und pflanzen
Wähle einen sonnigen, warmen Platz, an dem das Beet viele Jahre ungestört bleiben kann. Ideal sind sandige bis sandig-lehmige, tiefgründige Böden mit einem pH-Wert von 6 bis 7,5. Staunässe verträgt Spargel nicht. Auf schweren Böden baust du lieber Grünspargel an und legst die Reihen leicht erhöht an. Meide Flächen, auf denen schon einmal Spargel stand – dort drohen Wurzelkrankheiten.
- Im Herbst vorher das Beet tief lockern, mehrjährige Wurzelunkräuter wie Quecke gründlich entfernen und reifen Kompost einarbeiten.
- Im April einen Graben ausheben: 25–30 cm tief für Bleichspargel, 15–20 cm für Grünspargel, etwa 30–40 cm breit.
- Auf der Grabensohle 5 cm Kompost-Erde-Gemisch verteilen und alle 30–40 cm einen kleinen Hügel formen.
- Die Spargelpflanzen mit der Knospe nach oben auf die Hügel setzen und die Wurzeln sternförmig ausbreiten.
- 5–10 cm hoch mit Erde bedecken, angießen und den Graben im Laufe des Sommers Stück für Stück auffüllen.
Für Beetanlage und Wurzelarbeit sind feste Gartenhandschuhe* hilfreich. Rechne für regelmäßige Mahlzeiten eines Zwei-Personen-Haushalts mit etwa 20 bis 30 Pflanzen.
Pflege über das Jahr und vegane Düngung
In den ersten beiden Jahren erntest du nichts. Die dünnen Triebe wachsen zu hohem, farnartigem Laub aus, das per Photosynthese Reserven in den Wurzelstock einlagert. Genau diese Reserven bestimmen, wie viele und wie dicke Stangen du später stechen kannst. Halte das Beet frei von Beikraut und gieße bei langer Trockenheit, vor allem im Pflanzjahr.
Gedüngt wird nach der Ernte, nicht davor: Bringe Ende Juni 3–5 Liter reifen Kompost pro Quadratmeter aus, bei Bedarf ergänzt durch Luzernepellets* oder verdünnte Brennnesseljauche im Juli. Eigenen Kompost produzierst du zum Beispiel in einem Garten-Komposter*. Eine Mulchschicht aus Laub oder Stroh zwischen den Reihen hält die Feuchtigkeit – mehr dazu im Ratgeber Mulchen im Gemüsegarten. Das Laub schneidest du erst im Spätherbst ab, wenn es vollständig gelb ist, und entfernst es aus dem Beet, damit Krankheiten und Schädlinge nicht überwintern.
Schädlinge und Krankheiten
Das Spargelhähnchen, ein rot-schwarzer Käfer, und seine grauen Larven fressen am Laub. Sammle Käfer, Larven und die dunklen Eier an den Trieben regelmäßig ab. Tomaten in der Nähe sollen die Käfer traditionell fernhalten. Die Spargelfliege legt Eier in junge Triebe, die sich dann krümmen – befallene Stangen entfernst du tief. Spargelrost zeigt sich im Sommer durch rostbraune Pusteln am Laub; vorbeugend helfen luftiger Stand und das Entfernen des alten Laubs im Herbst.
Ernte bis Johanni und Verwendung
Im dritten Standjahr erntest du nur zwei bis drei Wochen, ab dem vierten Jahr regulär von Ende April bis zum Johannistag am 24. Juni. Danach hörst du konsequent auf, damit die Pflanze genug Zeit hat, Laub zu bilden und neue Reserven anzulegen.
- Grünspargel: Stangen bei 20–25 cm Höhe knapp unter der Erdoberfläche abschneiden, bevor sich die Köpfe öffnen. Bei warmem Wetter alle ein bis zwei Tage ernten.
- Bleichspargel: Ab März einen 30–40 cm hohen Erddamm aufschütten. Sobald sich Risse zeigen oder Köpfe durchstoßen, die Erde seitlich freilegen und die Stange 20–25 cm tief mit einem Spargelstecher* abstechen. Loch schließen, Damm glätten. Nach der Saison den Damm wieder einebnen.
Eine gut eingewachsene Pflanze liefert je nach Sorte und Alter etwa 250 bis 500 g pro Saison. Frischer Spargel hält, in ein feuchtes Tuch gewickelt, zwei bis drei Tage im Kühlschrank. Zum Einfrieren schälst du weiße Stangen und frierst sie roh ein, grüne kurz blanchiert. In der Küche schmeckt er mit Kartoffeln und einer veganen Hollandaise aus Pflanzenmargarine und Senf, gebraten mit Zitronenschale oder als Suppe aus Schalen und Enden. Wer eine weitere pflegeleichte Dauerkultur sucht, findet sie im Ratgeber Rhabarber anbauen.
FAQ – Spargel anbauen
Wie lange dauert es bis zur ersten Spargelernte?
Bei gepflanzten einjährigen Spargelpflanzen erntest du im dritten Standjahr zum ersten Mal, und zwar nur zwei bis drei Wochen. Aus Samen dauert es ein Jahr länger.
Warum soll ich nur bis zum 24. Juni ernten?
Die Pflanze braucht die restliche Saison, um mit dem Laub Reserven für das nächste Jahr einzulagern. Wer länger erntet, schwächt das Beet dauerhaft.
Kann ich Spargel im Hochbeet oder Kübel anbauen?
Grünspargel wächst in einem tiefen Hochbeet, ein Kübel bleibt dagegen eine Notlösung mit geringem Ertrag. Bleichspargel braucht Platz für den Erddamm.
Sind die roten Spargelbeeren giftig?
Sie gelten als giftig und sollten nicht gegessen werden. Entferne sie, bevor Kinder sie pflücken und bevor sie sich im Beet aussäen.
Warum werden meine Stangen immer dünner?
Meist wurde zu lange oder zu früh geerntet, zu wenig gedüngt oder das Laub zu früh abgeschnitten. Auch sehr alte Beete lassen im Ertrag nach.
Weiterlesen: Nutzgarten planen · Erdbeeren pflanzen · Selbstversorger-Anbaukalender
Über diesen Ratgeber
Dieser Artikel wurde von der Redaktion von svsger.de erstellt, dem Ratgeber für rein pflanzliche Selbstversorgung. Die Angaben basieren auf gängiger Gartenbau-Fachliteratur, Empfehlungen von Landwirtschaftskammern und Sortenbeschreibungen von Saatgut- und Jungpflanzenanbietern. Erntebeginn und Erträge hängen stark von Boden, Region und Witterung ab und können abweichen.
Zuletzt aktualisiert: September 2026