
Salat anbauen ist der ideale Einstieg in den eigenen Gemüsegarten: Salat wächst schnell, braucht wenig Platz und gedeiht auch im Hochbeet oder Balkonkasten. Mit der richtigen Kombination aus Kopf-, Pflück- und Feldsalat erntest du fast das ganze Jahr frische Blätter. Die größten Herausforderungen sind Schnecken, Hitze im Hochsommer und zu dichte Aussaat. In diesem Ratgeber erfährst du, wie du Salat rein pflanzlich versorgst, welche samenfesten Sorten zu welcher Jahreszeit passen und wie du durch gestaffelte Aussaaten ohne Lücken erntest.
Das Wichtigste in Kürze
- Salat ist ein Lichtkeimer: Samen nur ganz dünn mit Erde bedecken.
- Alle zwei bis drei Wochen kleine Mengen nachsäen statt ein ganzes Beet auf einmal.
- Im Sommer schossfeste Sorten und halbschattige Plätze wählen.
- Salat ist Schwachzehrer – etwas reifer Kompost genügt meist.
- Feldsalat im August und September säen und den ganzen Winter ernten.
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Anbau-Steckbrief Salat
Die Tabelle bezieht sich auf Kopf- und Pflücksalat; Besonderheiten für Feldsalat sind ergänzt. Kopfsalat ist etwa sechs bis acht Wochen nach dem Pflanzen erntereif.
| Merkmal | Angabe |
|---|---|
| Aussaat | Vorziehen ab Ende Februar, Freiland März bis August; Feldsalat August bis September |
| Pflanzung | April bis August, Jungpflanzen mit 4–6 Blättern |
| Abstand | Kopfsalat 30 × 30 cm, Pflücksalat 25 × 25 cm, Feldsalat Reihen 10–15 cm |
| Ernte | Mai bis Oktober; Feldsalat Oktober bis März |
| Nährstoffbedarf | Schwachzehrer |
| Gute Nachbarn | Radieschen, Möhren, Kohlrabi, Zwiebeln, Erdbeeren, Tomaten, Gurken, Dill |
| Schlechte Nachbarn | Petersilie, Sellerie |
Salatarten und samenfeste Sorten
Kopfsalat bildet feste Köpfe und wird auf einmal geerntet. Pflücksalat wie Lollo oder Eichblatt bildet keinen Kopf; du erntest laufend die äußeren Blätter, während die Pflanze weiterwächst. Romanasalat wächst aufrecht, ist knackig und verträgt Hitze besser. Feldsalat ist eine eigene Pflanzenart aus der Familie der Baldriangewächse und extrem winterhart.
Wichtig ist die Sortenwahl nach Jahreszeit: Frühjahrssorten schießen im Sommer schnell, Sommersorten sind schossfest, Herbst- und Wintersorten vertragen Kälte. Samenfeste Sorten kannst du selbst vermehren, da Salat sich selbst bestäubt und kaum verkreuzt.
| Sorte | Typ | Anbauzeit und Besonderheit |
|---|---|---|
| Maikönig | Kopfsalat | Frühjahr, schnell, auch unter Folie |
| Wunder von Stuttgart | Kopfsalat | Sommer, schossfest, große Köpfe |
| Forellenschluss | Romana/Kopfsalat | Frühjahr bis Sommer, rot gesprenkelt, alte Sorte |
| Lollo Rossa | Pflücksalat | Frühjahr bis Herbst, kraus, rot, langsam schießend |
| Krauser Gelber | Pflücksalat | Ganze Saison, hellgrün, ertragreich |
| Dunkelgrüner Vollherziger | Feldsalat | Aussaat August bis September, sehr winterhart |
Samenfestes Saatgut dieser Sorten bekommst du in Bio-Qualität, etwa als samenfestes Salatsaatgut*. Für eigenes Saatgut lässt du einige besonders schöne Pflanzen blühen und erntest die Samen, sobald sich weiße Flugschirme zeigen.
Aussaat und Pflanzung
- Säe Salat in Anzuchtschalen oder Multitopfplatten und bedecke die Samen höchstens 0,5 cm mit Erde – Salat keimt nur mit Licht.
- Halte die Temperatur zwischen 12 und 18 °C. Über 20 °C keimen viele Sorten schlecht; im Hochsommer säst du daher abends und stellst die Schale in den Schatten.
- Nach drei bis vier Wochen, bei vier bis sechs Blättern, pflanzt du die Jungpflanzen aus.
- Setze Salat hoch: Der Wurzelballen soll nur knapp mit Erde bedeckt sein. Die alte Gärtnerregel lautet: Salat muss im Wind flattern. Zu tief gesetzte Pflanzen faulen leicht.
- Säe alle zwei bis drei Wochen eine neue Portion von fünf bis zehn Pflanzen nach. So erntest du durchgehend, ohne Überschüsse.
Pflücksalat und Feldsalat kannst du auch direkt ins Beet säen. Feldsalat säst du ab Anfang August in Reihen mit 10–15 cm Abstand und drückst die Saat gut an. Ein Hochbeet-Bausatz* erwärmt sich im Frühjahr schneller und ermöglicht eine frühere erste Pflanzung. Wie du ein Hochbeet sinnvoll aufteilst, zeigt der Beitrag Hochbeet-Planung.
Pflege: Wasser, vegane Düngung und Standort
Salat mag humusreichen, gleichmäßig feuchten Boden. Im Frühjahr und Herbst wächst er in voller Sonne, im Hochsommer lieber im lichten Schatten höherer Kulturen wie Tomaten oder Stangenbohnen. Hitze und Trockenheit lassen Salat schießen: Er bildet dann einen Blütentrieb und die Blätter werden bitter.
Gieße morgens direkt an den Boden, damit die Blätter bis zum Abend abtrocknen. Das beugt Falschem Mehltau und Fäulnis vor. Als Schwachzehrer braucht Salat keine starke Düngung. Zwei Liter reifer Kompost pro Quadratmeter vor der Pflanzung reichen aus. Auf sehr mageren Böden hilft eine Gabe stark verdünnter Brennnesseljauche (1:20) drei Wochen nach dem Pflanzen. Zu viel Stickstoff macht die Blätter weich und erhöht den Nitratgehalt.
Hacke zwischen den Pflanzen nur flach, denn Salat wurzelt oberflächennah. Im Sommer hält eine dünne Mulchschicht aus angetrocknetem Grasschnitt den Boden kühl und feucht. Feldsalat und Wintersorten deckst du bei Kahlfrost unter minus zehn Grad mit einem Vlies ab; so bleiben die Blätter zart und du kannst auch im Januar ernten.
Schnecken und andere Probleme
Schnecken sind der Hauptfeind junger Salatpflanzen. Wirksam ist ein Schneckenzaun aus Metall* rund ums Beet, kombiniert mit abendlichem Absammeln bei feuchtem Wetter. Gieße morgens statt abends und pflanze möglichst kräftige Jungpflanzen, denn sie werden weniger stark befressen. Igel, Kröten und Laufkäfer sind natürliche Helfer, die du mit Laub- und Totholzecken förderst. Weitere tierfreundliche Methoden findest du unter Schnecken-Hausmittel.
Blattläuse: Mit einem scharfen Wasserstrahl abspritzen und Marienkäfer sowie Florfliegen fördern. Vögel und Erdflöhe: Ein Kulturschutznetz* schützt frisch gesetzte Pflanzen. Falscher Mehltau: Gelbliche Flecken oben, grauer Belag unten; befallene Blätter entfernen, weiter pflanzen und morgens gießen.
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Ernte und Salat auf dem Balkon
Kopfsalat erntest du, sobald sich ein fester Kopf gebildet hat, indem du ihn knapp über dem Boden abschneidest. Am späten Nachmittag geerntet enthält Salat weniger Nitrat als am frühen Morgen. Von Pflücksalat nimmst du immer nur die äußeren Blätter und lässt das Herz stehen. Sammle die Blätter in einem luftigen Erntekorb* und verbrauche sie möglichst frisch. Auf dem Balkon wächst Pflücksalat gut in einem LECHUZA Balconera Balkonkasten* mit Wasserspeicher; Anregungen für die Planung liefert der Beitrag Selbstversorger-Balkon planen.
FAQ – Salat anbauen
Warum keimt mein Salat nicht?
Meist wurden die Samen zu tief gesät oder es war zu warm. Salat ist ein Lichtkeimer und keimt am besten zwischen 12 und 18 °C.
Warum schießt mein Salat?
Hitze, Trockenheit und lange Tage lösen die Blütenbildung aus. Im Sommer helfen schossfeste Sorten, Halbschatten und gleichmäßiges Gießen.
Wie schütze ich Salat tierfreundlich vor Schnecken?
Mit einem Schneckenzaun, abendlichem Absammeln, morgendlichem Gießen und der Förderung von Igeln und Laufkäfern.
Muss ich Salat düngen?
Kaum. Etwas reifer Kompost vor der Pflanzung genügt; zu viel Stickstoff erhöht den Nitratgehalt.
Wann säe ich Feldsalat?
Von Anfang August bis Ende September. Frühe Aussaaten erntest du ab Oktober, späte über den Winter bis in den März.
Weiterlesen: Radieschen anbauen · Spinat anbauen · Selbstversorger-Anbaukalender
Über diesen Ratgeber
Dieser Artikel wurde von der Redaktion von svsger.de erstellt, dem Ratgeber für rein pflanzliche Selbstversorgung. Die Angaben basieren auf gängiger Gartenbau-Fachliteratur, Empfehlungen aus dem ökologischen Gemüsebau und Sortenbeschreibungen von Bio-Saatgutanbietern. Aussaatzeiten und Schossneigung können je nach Region, Höhenlage und Sommerwitterung abweichen.
Zuletzt aktualisiert: September 2026