
Der Beetplan steht, das Saatgut liegt bereit – aber wann genau kommt was in die Erde? Genau darauf gibt ein Anbaukalender für Selbstversorger Antwort. Er zeigt dir Monat für Monat, was du drinnen vorziehst, was du direkt ins Beet säst oder pflanzt und was gerade erntereif ist. Wer die Termine kennt, vermeidet leere Beete im Sommer und hat auch im Winter noch frisches Gemüse. Die Werte hier gelten für mittlere Lagen in Deutschland; wie du Flächen und Fruchtfolge planst, erklären wir in einem eigenen Beitrag.
Das Wichtigste in Kürze
- Paprika und Chili startest du im Februar, Tomaten erst ab Mitte März.
- Frostempfindliche Kulturen kommen erst nach den Eisheiligen (11.–15. Mai) ins Freiland.
- Juli und August sind die wichtigsten Monate für Nachkulturen und Wintergemüse.
- Salat und Radieschen säst du alle 2–3 Wochen nach, um laufend zu ernten.
- Richte dich stärker nach Bodentemperatur und Wetter als nach dem Datum.
Hinweis: Mit * markierte Links sind Affiliate-Links. Kaufst du darüber, erhalten wir eine kleine Provision – für dich ändert sich am Preis nichts.
So nutzt du den Anbaukalender richtig
Kalenderdaten sind Richtwerte. In Weinbauregionen am Rhein beginnt die Saison oft zwei Wochen früher, in Mittelgebirgslagen über 500 Metern entsprechend später. Entscheidender als der Monat ist die Bodentemperatur: Spinat und Erbsen keimen schon ab etwa 5 °C, Bohnen brauchen mindestens 10 °C, Kürbis und Gurken eher 12–15 °C. Ein einfaches Bodenthermometer* in 5 cm Tiefe nimmt dir das Rätselraten ab.
Im Kalender unterscheiden wir drei Arbeiten:
- Voranzucht: Aussaat in Töpfen oder Schalen auf der Fensterbank oder im Gewächshaus.
- Direktsaat und Pflanzung: Aussaat direkt ins Beet oder Auspflanzen vorgezogener Jungpflanzen.
- Ernte: Wann die Kultur typischerweise reif ist.
Anbaukalender im Jahresüberblick
| Monat | Voranzucht drinnen | Säen und pflanzen draußen | Ernte |
|---|---|---|---|
| Januar | Chili (mit Pflanzenlampe) | – | Grünkohl, Rosenkohl, Lauch, Lagergemüse |
| Februar | Paprika, Chili, Aubergine, Lauch, Zwiebeln | Spinat unter Folie | Feldsalat, Grünkohl, Pastinaken |
| März | Tomaten (ab Mitte), Kohlrabi, Kopfsalat, Sellerie | Dicke Bohnen, Spinat, Radieschen, Steckzwiebeln | Feldsalat, Winterportulak |
| April | Zucchini, Kürbis, Gurken, Basilikum (Ende April) | Möhren, Erbsen, Mangold, Pastinaken, Kartoffeln; Kohlrabi und Salat pflanzen | Radieschen, Spinat, Schnittlauch |
| Mai | Grünkohl, Rosenkohl | Nach den Eisheiligen: Bohnen säen; Tomaten, Paprika, Zucchini, Gurken pflanzen; Rote Bete | Salat, Radieschen, Rhabarber, Kohlrabi |
| Juni | – | Lagermöhren, Buschbohnen, Salat; Lauch, Grünkohl, Sellerie pflanzen | Erbsen, Frühkartoffeln, erste Zucchini |
| Juli | Wintersalat, Chinakohl | Buschbohnen (bis Anfang Juli), Endivie, Zuckerhut, Radicchio, Herbstrüben | Zucchini, Gurken, Bohnen, Knoblauch, Zwiebeln |
| August | – | Feldsalat, Winterspinat, Asiasalate, Radieschen | Tomaten, Paprika, Kartoffeln, Möhren |
| September | – | Winterportulak, Gründüngung, Knoblauch stecken | Kürbis, Kartoffeln, Rote Bete, Tomaten |
| Oktober | – | Knoblauch stecken, Beete mulchen | Lagermöhren, Kohl, Endivie, Feldsalat |
| November | – | Kompost verteilen, Beete abdecken | Grünkohl, Lauch, Pastinaken, Rosenkohl |
| Dezember | – | Saatgut sichten und bestellen | Grünkohl, Feldsalat, Lagergemüse |

Januar bis März: Anzucht und erste Saaten
Die Saison beginnt auf der Fensterbank. Paprika, Chili und Auberginen brauchen bis zur Ernte fünf bis sechs Monate und werden deshalb ab Mitte Februar gesät. Ohne Zusatzlicht vergeilen die Keimlinge in dieser dunklen Zeit leicht – eine LED-Pflanzenlampe für die Anzucht* sorgt für kräftige, kompakte Pflanzen. Tomaten dagegen startest du erst ab Mitte März. Früher gesäte Pflanzen werden bis Mitte Mai zu lang und kippen um.
Sobald sich der Boden im März bearbeiten lässt und nicht mehr an den Schuhen klebt, säst du Dicke Bohnen, Spinat und Radieschen direkt ins Beet. Ein Gartenvlies* über der Saat hält Nachtfröste ab und beschleunigt die Keimung spürbar.
April bis Juni: Die Hauptsaison beginnt
Im April ist Hochbetrieb. Möhren, Pastinaken und Erbsen kommen direkt ins Beet, Frühkartoffeln legst du, wenn der Boden etwa 8 °C erreicht hat. Vorgezogener Kohlrabi und Salat werden ausgepflanzt. Ende April säst du Zucchini, Kürbis und Gurken in Töpfen vor – drei bis vier Wochen reichen, dann sind die Pflanzen zu den Eisheiligen genau richtig groß.
Nach den Eisheiligen
Ab Mitte Mai pflanzt du Tomaten, Paprika, Zucchini und Gurken ins Freiland und säst Busch- und Stangenbohnen. In kalten Lagen lohnt es sich, die Wetterprognose eine weitere Woche abzuwarten. Für Tomaten stellst du gleich beim Pflanzen stabile Tomaten-Rankspiralen* dazu; wie es danach weitergeht, liest du im Beitrag Tomaten pflanzen.
Juni: Winterkulturen nicht verpassen
Der Juni ist der Monat, in dem viele an den Winter noch nicht denken. Genau jetzt pflanzt du Grünkohl, Rosenkohl und Winterlauch und säst Möhren, die im Herbst eingelagert werden sollen. Kohlgewächse schützt ein Kulturschutznetz* zuverlässig vor Kohlweißling und Kohlfliege.
Juli bis September: Zeit für Nachkulturen
Nach der Ernte von Frühkartoffeln, Erbsen, Knoblauch und Zwiebeln werden Beete frei. Lass sie nicht brach liegen. Bis Anfang Juli gehen noch Buschbohnen, danach folgen Endivie, Zuckerhut, Radicchio und Chinakohl. Im August säst du Feldsalat und Winterspinat, im September Winterportulak. Diese Kulturen stehen oft bis ins neue Jahr im Beet und liefern Frisches, wenn sonst nur noch Lagergemüse übrig ist.
Nicht belegte Flächen bekommen ab August eine Gründüngung: Phacelia bis Ende August, Winterroggen oder Wickroggen bis Oktober. Knoblauch steckst du von Ende September bis Ende Oktober, damit er vor dem Winter noch Wurzeln bildet.
Oktober bis Dezember: Ernten, Einlagern, Planen
Kürbisse holst du vor dem ersten Frost herein, Möhren und Rote Bete für das Lager, bevor der Boden gefriert. Ein luftiger Erntekorb* macht den Transport schonend. Wie du die Ernte ohne Keller über den Winter bringst, zeigt der Beitrag Gemüse einlagern ohne Keller. Grünkohl, Rosenkohl, Lauch und Pastinaken bleiben im Beet und werden nach Bedarf geerntet – beim Grünkohl verbessert Frost sogar den Geschmack.
Im Dezember sichtest du Saatgutreste, prüfst die Keimfähigkeit und bestellst Neues. Die Termine dieses Kalenders überträgst du dann in deinen Beetplan, der im Beitrag zur Nutzgartenplanung Schritt für Schritt erklärt wird.
Folgesaaten und Saisonverlängerung
Viele schnelle Kulturen werden auf einmal reif, wenn du sie an einem Tag säst. Besser sind kleine Sätze in Abständen:
- Radieschen: von März bis September alle 2 Wochen eine kurze Reihe.
- Pflücksalat: von März bis August alle 3 Wochen.
- Buschbohnen: Mitte Mai, Mitte Juni und Anfang Juli.
- Dill und Koriander: alle 3–4 Wochen, da sie schnell schießen.
Mit einem Frühbeet, Folientunnel oder Vlies verschiebst du Saisonbeginn und -ende jeweils um etwa drei bis vier Wochen. Das bringt im Frühjahr einen zusätzlichen Satz Salat und im Herbst länger frische Blätter.
Frühbeete zur Saisonverlängerung ansehen*
FAQ – Anbaukalender für Selbstversorger
Wann säe ich Tomaten vor?
Ab Mitte bis Ende März. Frühere Aussaaten werden bis zum Auspflanzen nach den Eisheiligen meist zu lang und instabil.
Was kann ich im Juli noch säen?
Buschbohnen bis Anfang Juli, danach Endivie, Zuckerhut, Radicchio, Chinakohl, Herbstrüben und Radieschen.
Gilt der Kalender für ganz Deutschland?
Er gilt für mittlere Lagen. In milden Regionen kannst du ein bis zwei Wochen früher beginnen, in Höhenlagen solltest du später starten und im Herbst früher ernten.
Was ernte ich im Winter?
Grünkohl, Rosenkohl, Winterlauch, Pastinaken, Feldsalat und Winterportulak direkt aus dem Beet, dazu eingelagerte Kartoffeln, Möhren, Rote Bete und Kürbisse.
Weiterlesen: Gewächshaus planen · Salat anbauen · Mischkultur-Tabelle
Über diesen Ratgeber
Dieser Artikel wurde von der Redaktion von svsger.de erstellt, dem Ratgeber für rein pflanzliche Selbstversorgung. Die Aussaat- und Erntezeiten basieren auf gängigen Anbauempfehlungen aus Gartenbau-Fachliteratur, Sortenbeschreibungen von Saatgutanbietern und Hinweisen von Landwirtschaftskammern. Je nach Region, Witterung und Sorte können sich die Termine um mehrere Wochen verschieben.
Quellen
Zuletzt aktualisiert: September 2026