Körperpeeling selber machen aus Zucker, Salz und Kaffeesatz

Zucker, Meersalz oder Kaffeesatz: Körnung und Öl in Gramm, drei Rezepte mit Haltbarkeit, warum kein Wasser ins Glas darf und was die Wanne rutschig macht.

Körperpeeling selber machen ist das Rezept mit den wenigsten Zutaten in dieser Serie: eine Körnung, ein Öl, ein sauberes Glas. Kein Wasser, kein Konservierer, keine Waage mit drei Nachkommastellen. Trotzdem gibt es drei Punkte, an denen selbst gemachtes Peeling regelmäßig schiefgeht – die falsche Körnung für die Körperstelle, Wasser im Glas und die Rutschgefahr in der nassen Wanne.

Hier stehen die drei Grundtypen im Vergleich, das Verhältnis von Körnung zu Öl in Gramm, drei Rezepte mit Ergiebigkeit und Haltbarkeit, die Anleitung zum Trocknen von Kaffeesatz und die Liste der Dinge, die du mit einem Ölpeeling besser lässt. Zucker und Salz hast du wahrscheinlich im Schrank, den Kaffeesatz wirfst du sonst weg.

Das Wichtigste in Kürze

  • Feiner Zucker für empfindliche Haut und große Flächen, grobes Meersalz nur für Füße, Knie und Ellbogen, Kaffeesatz als Resteverwertung.
  • Grundverhältnis: 100 g Körnung auf 50 g Öl, bei grobem Salz eher 40 g, bei Kaffeesatz eher 75 g.
  • Nie Wasser ins Glas. Entnahme mit einem trockenen Löffel, Glas außerhalb des Wasserstrahls, Deckel zu, bevor du duschst.
  • Öl macht Wannenboden und Duschtasse sehr rutschig – Antirutschmatte, im Sitzen arbeiten, danach sofort heiß nachspülen.
  • Kaffeesatz muss frisch und vollständig getrocknet sein, sonst schimmelt er im Glas.

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Was ein Ölpeeling macht – und was nicht

Ein Zucker- oder Salzpeeling arbeitet rein mechanisch. Die Körner nehmen beim Reiben lose Hautschüppchen mit, das Öl sorgt dafür, dass sie über die Haut gleiten statt zu kratzen, und bleibt nach dem Abspülen als dünner Film zurück. Mehr passiert nicht. Die Haut fühlt sich danach glatter an, weil die oberste lose Schicht weg ist, nicht weil sich im Gewebe etwas verändert hätte.

Damit ist auch klar, was ein selbst gemachtes Peeling nicht leistet. Es verändert keine Hautstruktur, keine Dellen und keine Narben, und es ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei offenen Stellen, nässenden Ekzemen, Schuppenflechte oder bekannten Kontaktallergien gehört die Frage in eine Praxis und nicht ins Badezimmer. Wer das im Kopf behält, bekommt von einem Ölpeeling genau das, was es kann: weniger raue Stellen an Fersen und Ellbogen, eine gleichmäßigere Bräunung nach dem Selbstbräuner und ein Öl auf der Haut, das nicht nach Verpackung riecht.

Der zweite Unterschied zu gekaufter Ware ist die Rezeptur. Ein industrielles Peeling besteht größtenteils aus Wasser und braucht deshalb Emulgierung und Konservierung. Unseres hat keine wässrige Phase – und genau deshalb hält es überhaupt so lange. Den roten Faden dazu findest du in der ganzen Serie, ausführlich unter Naturkosmetik ohne Konservierung.

Grafik zum Beitrag: Körperpeeling selber machen aus Zucker, Salz und Kaffeesatz

Die drei Grundtypen im Vergleich

Die Körnung entscheidet, wofür ein Peeling taugt. Nicht die Zutat an sich ist grob oder fein, sondern die Korngröße – es gibt feines Meersalz und es gibt grobe Zuckerkristalle. Wichtig ist außerdem die Kantenform: Salzkristalle sind kantig und bleiben kantig, Zucker rundet sich beim Reiben ab, weil er sich in der Restfeuchte der Haut teilweise auflöst. Deshalb fühlt sich Zucker im Verlauf der Anwendung immer sanfter an, Salz nicht.

KörnungGrobheitGeeignet fürHaltbarkeit im Öl
Feiner Rohrzucker, 0,3–0,5 mmfein, rundet sich beim Reiben abArme, Beine, Dekolleté, Bauch, empfindliche Haut4 bis 6 Monate
Grober Rohrzucker, 0,8–1,2 mmmittelOberschenkel, Po, Rücken, Schienbeine4 bis 6 Monate
Feines Meersalz, 0,3–0,5 mmfein, aber kantigHände, Unterarme, Fußsohlen bei dünner Haut6 bis 9 Monate
Grobes Meersalz, 1,5–3 mmgrob, scharfkantig, löst sich kaumnur Fersen, Fußballen, Knie, Ellbogen6 bis 9 Monate
Kaffeesatz, getrocknetmittel, weiche KantenBeine, Arme, Po, Hände nach der Gartenarbeit2 bis 4 Wochen, kühl

Die letzte Spalte ist der Grund, warum Kaffeesatz eine Sonderrolle spielt. Zucker und Salz sind trockene, wasserfreie Rohstoffe, die im Öl praktisch unverändert liegen bleiben. Kaffeesatz ist ein pflanzliches Restmaterial mit Zellresten und – wenn er nicht sorgfältig getrocknet wurde – mit Restfeuchte. Er verdirbt, die anderen beiden nicht.

Für den Einstieg reicht ein Kilo feiner Bio-Rohrzucker* für viele Ansätze. Für die Fußvariante brauchst du grobes Meersalz im Kilopack*, kein Speisesalz mit Rieselhilfe – das ist zu fein und klumpt im Öl. Totes-Meer-Salz brennt auf frisch rasierter Haut deutlich stärker als gewöhnliches Meersalz, das ist kein Qualitätsmerkmal, sondern eine Eigenschaft der Zusammensetzung.

Das Verhältnis von Körnung zu Öl in Gramm

Hier liegt der häufigste Anfängerfehler: zu viel Öl. Ein Peeling mit Ölüberschuss lässt sich nicht aufnehmen, es läuft zwischen den Fingern durch, landet zu zwei Dritteln im Abfluss und macht die Wanne unnötig glatt. Zu wenig Öl dagegen kratzt und krümelt.

Gewogen wird in Gramm, nicht in Löffeln. Ein Esslöffel Zucker wiegt je nach Körnung zwischen 10 und 16 Gramm, ein Esslöffel grobes Salz bis zu 22 Gramm – damit lässt sich kein Rezept wiederholen. Als Ausgangspunkt gelten diese drei Verhältnisse, jeweils auf 100 Gramm Körnung gerechnet:

  • Feiner Zucker: 50 bis 60 g Öl. Die Masse ist dann feucht-glänzend und fällt vom Löffel, ohne zu fließen.
  • Grobes Meersalz: 40 bis 50 g Öl. Salz hat bei gleichem Gewicht weniger Oberfläche als feiner Zucker und braucht deshalb weniger Öl. Es ist schwer und sinkt im Glas nach unten – dass oben eine Ölschicht steht, ist normal und kein Fehler.
  • Kaffeesatz: 70 bis 80 g Öl. Der Satz ist porös und saugt Öl auf wie ein Schwamm. Mit 50 Gramm bekommst du ein trockenes, bröseliges Ergebnis.

Rühre das Öl immer in die Körnung und nicht umgekehrt, dann siehst du besser, wann die Masse bindet. Und rühre vor jeder Anwendung einmal mit dem Löffel durch, besonders beim Salzpeeling. Wer nur oben abnimmt, holt sich reines Öl und wundert sich, dass am Ende nur trockene Körner im Glas übrig sind.

Grundrezept: Zuckerpeeling für empfindliche Haut (ergibt ca. 150 ml)

  • 100 g feiner Rohrzucker
  • 45 g süßes Mandelöl oder Jojobaöl
  • 10 g Kokosöl, geschmolzen (macht die Masse bei Zimmertemperatur etwas fester)
  • optional 15 Tropfen ätherisches Öl (entspricht rund 0,3 Prozent)
  1. Schraubglas heiß ausspülen und kopfüber vollständig trocknen lassen. Restfeuchte im Glas ist der häufigste Grund für verdorbenes Peeling.
  2. Zucker in eine trockene Schüssel wiegen.
  3. Kokosöl im Wasserbad schmelzen, mit dem flüssigen Öl mischen und abkühlen lassen, bis es handwarm ist.
  4. Öl in den Zucker rühren, bis alle Körner benetzt sind. Die Masse soll feucht glänzen, aber nicht in Öl schwimmen.
  5. Ätherisches Öl zuletzt unterrühren, dann in das trockene Glas füllen und verschließen.

Haltbarkeit: 4 bis 6 Monate · Aufbewahrung: trocken, kühl, dunkel, Entnahme nur mit trockenem Löffel · Ergiebigkeit: rund 8 bis 10 Ganzkörperanwendungen

Welches Öl du nimmst, ist weniger kritisch als bei einer Creme, weil das meiste abgespült wird. Trotzdem lohnt sich stabile Ware: süßes Mandelöl im Liter* ist der preiswerte Standard, Bio-Jojobaöl* wird kaum ranzig und ist bei Nussallergie die Alternative, natives Bio-Kokosöl im Bügelglas* gibt der Masse Standfestigkeit, wird aber unter 23 Grad fest. Sonnenblumen- und Leinöl gehören nicht ins Peeling, sie werden zu schnell ranzig. Welches Öl zu welcher Haut passt, steht ausführlich unter Pflanzenöle für die Haut.

Zum ätherischen Öl gehören drei Sätze: Bleib bei höchstens 0,5 Prozent, bei 150 Gramm Ansatz sind das etwa 25 Tropfen. Mach vorher einen Armbeugentest – einen Tropfen der fertigen, verdünnten Mischung in die Armbeuge, 24 Stunden abwarten, nicht waschen; bei Rötung, Juckreiz oder Brennen nicht verwenden. Nichts davon für Babys und Kleinkinder, in Schwangerschaft und Stillzeit nur nach Rücksprache, nicht in die Augen, und Zitrusöle nicht vor dem Sonnenbad. Ein Bio-Lavendelöl mit Pipette* ist der ruhigste Einstieg.

Grobes Meersalz wird in einer Schüssel mit Öl zu einem Fußpeeling verrührt, daneben ein Holzlöffel

Kaffeesatz-Peeling in einer Schale neben einer Kaffeetasse

Grobes Meersalz für Füße und Ellbogen

Diese Mischung ist deutlich körniger als das Zuckerpeeling, und das hat einen Grund: Sie ist ausschließlich für Stellen gedacht, an denen die Hornhaut dick ist. Fersen, Fußballen, Außenkante der großen Zehe, Knie und Ellbogen. Auf Bauch, Brust, Innenseite der Oberarme oder im Gesicht hat grobes Salz nichts verloren.

Salz bringt zwei praktische Vorteile mit. Es löst sich in der Restfeuchte der Haut kaum auf, bleibt also über die ganze Anwendung gleich griffig, und es ist von sich aus keimfeindlich – ein Salzpeeling verzeiht einen Tropfen Wasser eher als ein Zuckerpeeling, in dem Zucker als Nahrung bereitliegt. Verlass dich trotzdem nicht darauf, die Regel bleibt dieselbe.

Grundrezept: Salzpeeling für Füße und Ellbogen (ergibt ca. 120 ml)

  • 100 g grobes Meersalz
  • 45 g Mandel-, Oliven- oder Rapsöl
  • optional 2 g fein gemahlene getrocknete Minze oder Rosmarinnadeln
  1. Glas heiß ausspülen und vollständig trocknen lassen.
  2. Salz abwiegen, grobe Brocken mit dem Löffelrücken zerdrücken.
  3. Öl zugeben und durchrühren, bis das Salz feucht glänzt.
  4. Kräuter zuletzt unterheben, abfüllen, beschriften mit Inhalt und Datum.
  5. Vor jeder Anwendung einmal durchrühren, weil sich das Salz absetzt.

Haltbarkeit: 6 bis 9 Monate · Aufbewahrung: trocken und dunkel, Deckel fest · Ergiebigkeit: rund 12 Fußanwendungen

Die getrocknete Minze ist optional und rein für den Geruch. Sie muss wirklich trocken und fein gemahlen sein, sonst schwimmen weiche Blattstücke im Öl und bringen Feuchtigkeit ein – wie du sie richtig erntest und durchtrocknest, steht unter Minze ernten und trocknen. Für die Füße lohnt sich ohnehin der Blick in die selbst gemachte Fußpflege, wo Fußbad, Peeling und Balsam als Reihenfolge zusammenhängen.

Anwendung: Fuß anfeuchten, eine walnussgroße Portion mit kreisenden Bewegungen etwa 30 bis 60 Sekunden pro Fuß einarbeiten, dabei nicht schrubben, sondern rollen lassen. Dann abspülen und abtrocknen. Anschließend eincremen – nach dem Peeling nimmt die Haut Pflege besser an, und eine selbst gemachte Körperbutter aus Sheabutter ist für Fersen genau richtig.

Kaffeesatz: nur frisch und vollständig getrocknet

Kaffeesatz ist das klassische Resteprodukt: Er fällt ohnehin an, die Körnung liegt im mittleren Bereich, und die Kanten sind weicher als bei Salz. Der Haken ist die Feuchtigkeit. Frischer Satz aus dem Filter oder dem Siebträger hat einen hohen Wasseranteil und ist warm – das sind genau die Bedingungen, unter denen Schimmel innerhalb von zwei Tagen sichtbar wird. Ein Peeling aus feuchtem Kaffeesatz verdirbt im geschlossenen Glas zuverlässig, auch wenn es äußerlich nach Öl aussieht.

Deshalb gilt: Verwende nur Satz vom selben Tag und trockne ihn vollständig durch, bevor Öl dazukommt.

  1. Sofort aus dem Filter nehmen. Je länger der Satz feucht im Halter steht, desto mehr Keime bringt er von Anfang an mit.
  2. Dünn ausbreiten. Auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech, maximal einen Zentimeter hoch, Klumpen mit der Gabel zerdrücken.
  3. Trocknen. Entweder an der Luft an einem warmen, zugigen Ort für zwei bis drei Tage – dann täglich zweimal mit der Gabel auflockern. Oder im Backofen bei 50 bis 70 Grad Umluft, Tür mit einem Holzlöffel einen Spalt offen, ein bis zwei Stunden, zwischendurch wenden.
  4. Prüfen. Fertig ist der Satz, wenn er rieselt wie trockene Erde und beim Zusammendrücken in der Faust nicht mehr zusammenklebt. Bleibt ein Klumpen stehen, ist er zu feucht.
  5. Trocken lagern. In ein sauberes, trockenes Schraubglas, dunkel und kühl. So hält er einige Wochen, bis du genug für einen Ansatz beisammen hast.

Das Prinzip ist dasselbe wie beim Kräutertrocknen: dünn ausbreiten, wenden, erst wegpacken, wenn nichts mehr klumpt. Riecht der Satz muffig oder zeigen sich weiße, graue oder grünliche Flecken, kommt er nicht an die Haut, sondern in den Garten – als Kaffeesatz als Dünger ist er dort gut aufgehoben, solange er dünn und sparsam ausgebracht wird.

Grundrezept: Kaffeesatzpeeling aus Resten (ergibt ca. 100 ml)

  • 60 g vollständig getrockneter Kaffeesatz
  • 45 g Mandel- oder Kokosöl
  • 15 g feiner Rohrzucker (gibt Griffigkeit und verlängert die Standzeit etwas)
  1. Kaffeesatz durch ein grobes Sieb streichen, damit keine Klumpen bleiben.
  2. Mit dem Zucker mischen, dann das Öl einrühren.
  3. In ein kleines trockenes Glas füllen, Datum daraufschreiben.
  4. Im Kühlschrank aufbewahren und zügig aufbrauchen.

Haltbarkeit: 2 bis 4 Wochen im Kühlschrank · bei muffigem Geruch, Fäden oder Belag wegwerfen · Ergiebigkeit: rund 6 Anwendungen

Setze Kaffeesatzpeeling immer in kleinen Mengen an, nicht als Vorrat. Und rechne damit, dass es färbt: Helle Handtücher, Fugen und eine weiße Duschtasse nehmen den Kaffee vorübergehend an. Mit heißem Wasser und etwas Spülmittel geht das wieder weg, aber wisch es nicht erst am nächsten Tag.

Warum niemals Wasser ins Glas kommt

Zucker, Salz und Öl sind für sich genommen kein Nährboden. Zucker und Salz sind wasserfrei, Öl ist wasserfrei, und ohne Wasser vermehrt sich nichts. Genau deshalb kommt diese Serie ohne Konservierer aus. Sobald aber Wasser hinzukommt – ein nasser Finger, ein Spritzer aus der Dusche, Kondenswasser vom warm eingefüllten Glas – entsteht an dieser Stelle eine wässrige Zone. Und in dieser Zone liegt der Zucker als Nahrung bereit. Hefen und Schimmel brauchen dann wenige Tage.

Man sieht es nicht immer sofort. Typische Anzeichen sind ein muffiger oder gäriger Geruch, feine Fäden beim Herausnehmen, ein feuchter Klumpen mitten in der trockenen Masse oder ein weißlicher Belag an der Glaswand. Tritt eines davon auf, wird das Glas geleert und heiß ausgespült, nicht abgeschöpft. Die obere Schicht abzunehmen genügt nicht, weil die Keime sich längst tiefer verteilt haben.

So bleibt es in der Dusche trotzdem trocken:

  • Portion vorher entnehmen. Nimm dir mit einem trockenen Löffel die Menge heraus, die du brauchst – etwa zwei Esslöffel für Arme und Beine – und leg sie in eine kleine Schale oder direkt auf die Handfläche. Danach Deckel zu.
  • Glas außerhalb des Strahls. Fensterbank, Hocker vor der Kabine, Waschbecken. Nicht in die Duschablage, wo es bei jedem Duschen mitbenetzt wird.
  • Nie mit nassen Händen hinein. Das ist der häufigste Einzelfehler. Ein Spatelset aus Edelstahl* neben dem Glas kostet wenig und löst das Problem dauerhaft.
  • Kleine Gläser statt einem großen. Zwei Gläser mit 150 ml sind besser als eines mit 400 ml: Was du im Bad benutzt, ist schnell aufgebraucht, der Rest steht ungeöffnet im Schrank. Weithalsige Bügelgläser mit 250 ml* lassen den Löffel bis auf den Boden.
  • Erst kalt werden lassen, dann schließen. Wenn du Kokosöl geschmolzen hast, fülle es handwarm ab und setze den Deckel erst auf, wenn das Glas außen kalt ist. Sonst schlägt sich Restwärme als Kondenswasser am Deckel nieder – und das ist Wasser im Glas.

Rutschgefahr und Abfluss – das ist der ernste Teil

Ein Ölpeeling bringt zwangsläufig Öl auf den Boden der Wanne oder der Duschtasse. Eine nasse Emaillewanne mit einem Ölfilm ist so rutschig, dass der Halt beim Umdrehen oder beim Heben eines Beins schlagartig weg sein kann. Das ist keine Kleinigkeit: Stürze im Bad gehören zu den häufigsten Haushaltsunfällen, und ein Fußpeeling im Stehen ist genau die Situation, in der man auf einem Bein steht.

Halte dich deshalb an vier Punkte. Erstens: im Sitzen arbeiten, auf dem Wannenrand, einem Duschhocker oder mit dem Fuß auf einem stabilen Schemel. Zweitens: eine Antirutschmatte für Wanne und Dusche* hineinlegen, bevor du anfängst, und nicht erst, wenn es glatt ist. Drittens: Wenn du doch stehst, halte dich mit einer Hand fest und arbeite mit der anderen. Viertens: Boden sofort nachspülen – heißes Wasser und ein Spritzer Spülmittel, bevor du aus der Wanne steigst, nicht danach. Wer im Bad unsicher steht oder Kinder peelen lässt, verlegt die Anwendung besser ans Waschbecken oder in eine Schüssel auf dem Boden.

Der zweite praktische Punkt ist der Abfluss. Hier kommen zwei Dinge zusammen, die sich schlecht vertragen: Fett, das im kalten Siphon wieder fest wird, und feste Körner, die sich darin absetzen. Kokosöl ist dabei am kritischsten, weil es unter 23 Grad erstarrt. Salz und Zucker lösen sich immerhin auf, Kaffeesatz nicht – er sammelt sich mit dem Fett zu einer zähen Schicht, die den Ablauf über Wochen verlangsamt.

Was hilft: nach jeder Anwendung eine bis zwei Minuten heiß nachspülen, ein Haarsieb im Ablauf verwenden und den Rest aus der Schale nicht ins Waschbecken kippen, sondern mit Küchenpapier auswischen und in den Restmüll geben. Kaffeesatzreste gehören in den Biomüll oder auf den Kompost. Wenn der Ablauf doch träge wird, ist eine mechanische Reinigung des Siphons die richtige Antwort, nicht ein weiterer Guss Rohrreiniger.

Was du auf keinen Fall tust

Grobes Salz ins Gesicht. Die Haut im Gesicht ist deutlich dünner als am Oberschenkel, und scharfkantige Salzkristalle hinterlassen dort feine Risse, die man nicht sieht, aber spürt: Brennen beim Waschen, gerötete Stellen, die tagelang bleiben. Fürs Gesicht kommen nur sehr feine Körnungen infrage – fein gemahlene Haferflocken oder Tonerde statt Salz. Wie das aussieht, steht unter Gesichtsmaske selber machen.

Peelen auf gereizter Haut. Sonnenbrand, frische Rötungen, Ekzeme, offene Stellen, frische Tätowierungen, aufgekratzte Insektenstiche: kein Peeling. Nach einem Sonnenbrand wartest du, bis die Haut nicht mehr gerötet und nicht mehr empfindlich ist – Schälen lässt sich damit ohnehin nicht abkürzen, man reißt nur festsitzende Haut mit ab. Nach der Rasur wartest du zwölf Stunden, denn Rasieren ist selbst schon ein mechanischer Eingriff.

Zu oft peelen. Die Haut braucht Zeit, ihre oberste Schicht nachzubilden. Einmal pro Woche reicht für Arme, Beine und Rücken, bei empfindlicher oder trockener Haut alle zehn bis vierzehn Tage. Nur Füße vertragen ein- bis zweimal wöchentlich, weil die Hornhaut dort dicker ist. Wer täglich peelt, bekommt keine glattere Haut, sondern eine gereizte, die spannt und schneller rot wird.

Mit Druck schrubben. Die Körnung macht die Arbeit, nicht die Kraft. Kreise mit leichtem Druck 30 bis 60 Sekunden pro Stelle, dann spül ab. Kein Peeling auf die Schleimhäute, nicht in die Augen und nicht in den Intimbereich.

Alles auf einmal ansetzen. Drei Kilo Peeling im Vorratsglas sind keine gute Idee, auch nicht als Geschenk. Kleine Ansätze halten sich besser, du kannst Körnung und Öl variieren, und du wirfst im Zweifel weniger weg. Zur Einordnung, wie lange wasserfreie Rezepte grundsätzlich halten, hilft die Übersicht unter Körperpflege selber machen.

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FAQ – Körperpeeling selber machen

Wie lange hält selbst gemachtes Körperpeeling?

Zuckerpeeling 4 bis 6 Monate, Salzpeeling 6 bis 9 Monate, Kaffeesatzpeeling nur 2 bis 4 Wochen im Kühlschrank. Entscheidend ist, dass kein Wasser ins Glas gelangt und die Entnahme mit einem trockenen Löffel erfolgt.

Kann ich Salzpeeling im Gesicht verwenden?

Grobes Salz nicht. Die Kristalle sind scharfkantig und die Gesichtshaut ist deutlich dünner. Wenn überhaupt, nimm im Gesicht eine sehr feine Körnung wie gemahlene Haferflocken, und lass es bei gereizter Haut ganz.

Warum steht Öl oben im Glas?

Weil Salz und grober Zucker schwerer sind als Öl und nach unten sinken. Das ist normal. Rühre vor jeder Anwendung mit einem trockenen Löffel einmal durch, dann stimmt das Verhältnis wieder.

Kann ich normalen Haushaltszucker nehmen?

Ja. Feiner weißer Zucker funktioniert genauso wie Rohrzucker, er ist nur etwas kleiner in der Körnung und damit noch milder. Puderzucker eignet sich nicht, er verklebt mit dem Öl zu einer Paste ohne Schleifwirkung.

Muss der Kaffeesatz wirklich getrocknet werden?

Ja, sonst schimmelt er im Öl. Feuchter Satz bringt Wasser in ein sonst wasserfreies Rezept. Trockne ihn dünn ausgebreitet an der Luft oder bei 50 bis 70 Grad im Ofen, bis er rieselt und beim Zusammendrücken nicht mehr klebt.

Weiterlesen: Pflanzenöle für die Haut · Fußpflege selber machen · Körperbutter selber machen · Natron im Haushalt

Über diesen Ratgeber

Dieser Artikel wurde von der Redaktion von svsger.de erstellt, dem Ratgeber für rein pflanzliche Selbstversorgung. Alle Rezepte dieser Serie sind vegan und kommen ohne tierische Rohstoffe aus. Die Mengenangaben beruhen auf gängiger Fachliteratur zur handwerklichen Pflegemittelherstellung und auf eigenen Versuchen in haushaltsüblichen Mengen. Korngrößen schwanken je nach Charge, das Verhältnis von Körnung zu Öl ist deshalb ein Ausgangspunkt und kein Dogma – korrigiere in Schritten von fünf Gramm. Selbstgemachte Pflege ersetzt keine ärztliche Beratung.

Zuletzt aktualisiert: September 2026