Pastinaken anbauen: Aussaat, Sorten, Pflege und Winterernte

Pastinaken anbauen für die Winterernte: Direktsaat mit frischem Saatgut, Bodenvorbereitung, samenfeste Sorten, Pflege, Schutz vor Krankheiten und Lagerung.

Frisch geerntete cremeweiße Pastinaken mit Erde auf einem Holztisch

Bevor die Kartoffel sich durchsetzte, war die Pastinake eines der wichtigsten Wurzelgemüse in Mitteleuropa – und für Selbstversorger ist sie heute wieder ein echter Gewinn. Sie ist winterhart, braucht wenig Pflege und liefert von Oktober bis März süßlich-nussige Wurzeln direkt aus dem Beet. Wer Pastinaken anbauen möchte, muss vor allem bei der Aussaat Geduld haben, denn die Samen keimen langsam und verlieren schnell ihre Keimkraft. In diesem Ratgeber erfährst du, wie Bodenvorbereitung, Aussaat, Pflege, Ernte und Lagerung gelingen und welche samenfesten Sorten sich bewährt haben.

Das Wichtigste in Kürze

  • Direktsaat von März bis Mai – nur mit frischem Saatgut vom Vorjahr, Keimdauer 2–4 Wochen.
  • Abstand: 8–10 cm in der Reihe, 30–40 cm zwischen den Reihen.
  • Tiefgründiger, steinfreier Boden ohne frische Düngung, sonst gabeln sich die Wurzeln.
  • Pastinaken sind winterhart und werden nach Frost süßer – Ernte bis März direkt aus dem Beet.
  • Laub und Saft können bei Sonne die Haut reizen, deshalb mit Handschuhen arbeiten.

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Anbau-Steckbrief: Pastinake auf einen Blick

MerkmalAngabe
Botanischer NamePastinaca sativa, Doldenblütler
Aussaat/VorkulturDirektsaat März bis Mai, 1–2 cm tief; keine Vorkultur, da Pfahlwurzel
PflanzungEntfällt – nicht umpflanzen, sondern vereinzeln
Abstand8–10 cm in der Reihe, 30–40 cm zwischen den Reihen
ErnteOktober bis März, Kulturdauer etwa 5–7 Monate
NährstoffbedarfMittelzehrer, keine frische organische Düngung
Gute NachbarnZwiebeln, Lauch, Knoblauch, Radieschen, Salat
Schlechte NachbarnSellerie, Petersilie, Dill, Kartoffeln

Samenfeste Pastinakensorten

Pastinakensorten unterscheiden sich vor allem in Wurzellänge und Anfälligkeit für Wurzelkrankheiten. Für schwere oder flachgründige Böden sind halblange Sorten besser geeignet als lange Typen. Da Pastinaken zweijährig sind, blühen sie erst im zweiten Jahr. Samenfestes Pastinaken-Saatgut* solltest du jedes Jahr frisch kaufen oder selbst gewinnen, denn nach einem Jahr sinkt die Keimfähigkeit deutlich.

SorteWurzelEigenschaften
Halblange WeißeKegelförmig, 15–20 cmKlassiker, auch für schwerere Böden
AromataMittellangÖkologische Züchtung, besonders aromatisch
Hollow CrownLang, 25–30 cmAlte englische Sorte, braucht tiefen, lockeren Boden
Tender and TrueLangFeines Fruchtfleisch, kleiner holziger Kern
White GemKurz, breitGut für schwere Böden, vergleichsweise robust gegen Wurzelkrebs

Standort und Bodenvorbereitung

Pastinaken bilden eine lange Pfahlwurzel und brauchen daher einen tiefgründigen, lockeren und möglichst steinfreien Boden. Auf verdichteten oder steinigen Flächen gabeln und verkrümmen sich die Wurzeln. Der Standort darf sonnig bis leicht halbschattig sein. Lockere das Beet mit einer Grabegabel* spatentief, ohne die Bodenschichten zu wenden, und entferne größere Steine.

Frischer Kompost oder Pflanzenjauche vor der Saat fördern gegabelte Wurzeln und machen sie anfälliger für Krankheiten. Ideal ist ein Beet, das im Vorjahr gut versorgt wurde, etwa nach Kohl, Kürbis oder Zucchini. Wenn der Boden sehr nährstoffarm ist, arbeitest du schon im Herbst etwas reifen Kompost ein. Doldenblütler wie Möhren, Sellerie, Petersilie und Fenchel sollten wegen gemeinsamer Schädlinge nur alle drei bis vier Jahre auf derselben Fläche stehen – mehr dazu im Ratgeber Fruchtfolge planen.

Aussaat Schritt für Schritt

Säe, sobald sich der Boden im März oder April auf etwa 8–10 °C erwärmt hat. Frühe Saaten bilden die größten Wurzeln, Saaten im Mai sind etwas weniger anfällig für Wurzelkrebs. Da Pastinaken lange zum Keimen brauchen, ist eine Markiersaat sinnvoll.

  1. Samen über Nacht in lauwarmem Wasser vorquellen lassen.
  2. Rillen von 1–2 cm Tiefe im Abstand von 30–40 cm ziehen.
  3. Alle 2–3 cm einen Samen ablegen und einige Radieschensamen dazwischenstreuen – sie keimen schnell und markieren die Reihe.
  4. Mit feiner Erde bedecken, andrücken und bis zur Keimung stets feucht halten, gegebenenfalls mit Vlies abdecken.
  5. Nach zwei bis vier Wochen erscheinen die Keimlinge; mit 5 cm Höhe auf 8–10 cm Abstand vereinzeln.

Die Radieschen erntest du nach vier bis sechs Wochen und lockerst dabei gleich den Boden für die Pastinaken. Das Prinzip ähnelt der Aussaat im Ratgeber Möhren anbauen.

Pflege: Hacken, Gießen, Mulchen

In den ersten Wochen wachsen Pastinaken langsam und werden leicht von Beikraut überwuchert. Hacke deshalb regelmäßig flach zwischen den Reihen. Sobald die Pflanzen 15 cm hoch sind, hält eine Mulchschicht aus Rasenschnitt oder gehäckseltem Laub den Boden feucht und unterdrückt Beikraut. Gieße vor allem in Trockenphasen im Sommer durchdringend. Wechsel zwischen Trockenheit und starkem Regen führt oft zu aufgeplatzten Wurzeln.

Eine zusätzliche Düngung ist auf normal versorgten Böden nicht nötig. Auf mageren Böden kannst du im Juli einmal verdünnte Beinwelljauche (1:10) geben, die vor allem Kalium liefert und die Wurzelbildung unterstützt.

Vorsicht: Hautreizungen

Laub und Pflanzensaft der Pastinake enthalten Furanocumarine. Kommen sie auf die Haut und trifft anschließend Sonnenlicht darauf, können verbrennungsähnliche Rötungen und Blasen entstehen. Trage beim Hacken, Vereinzeln und Ernten deshalb Gartenhandschuhe* und lange Ärmel, besonders an sonnigen Tagen.

Schädlinge und Krankheiten

Pastinaken sind recht robust. Die Möhrenfliege befällt sie seltener als Möhren, kann aber Fraßgänge in den Wurzeln verursachen. Wo sie im Vorjahr Probleme gemacht hat, schützt ein Kulturschutznetz* ab der Aussaat. Der Pastinakenkrebs zeigt sich als rotbraune bis schwarze, raue Stellen am Wurzelkopf. Er tritt vor allem bei frühen Saaten, Verletzungen durch die Möhrenfliege und stark gedüngten Böden auf. Vorbeugend helfen spätere Saaten im Mai, weite Fruchtfolge und weniger anfällige Sorten. Wühlmäuse fressen im Winter gerne an den Wurzeln; ernte in betroffenen Gärten lieber früher und lagere ein.

Ernte und Lagerung

Die Ernte beginnt ab Oktober, sobald die Wurzeln kräftig sind. Nach den ersten Frösten wandelt sich ein Teil der Stärke in Zucker um, sodass Pastinaken dann milder und süßer schmecken. Lockere den Boden neben der Reihe mit der Grabegabel und ziehe die Wurzeln vorsichtig heraus, damit sie nicht abbrechen. Pastinaken sind frosthart und können den ganzen Winter im Beet bleiben. Eine Laubschicht verhindert, dass der Boden tief gefriert, und erleichtert die Ernte an frostigen Tagen.

Für die Lagerung drehst du das Laub ab, ohne die Wurzel zu verletzen, und schichtest die ungewaschenen Wurzeln in einer Kiste mit feuchtem Sand. So halten sie sich bei 0–4 °C mehrere Monate. Weitere Lagermethoden findest du im Ratgeber Gemüse einlagern ohne Keller. Größere Mengen transportierst du bequem im Erntekorb*. In der Küche schmecken Pastinaken geröstet mit Rosmarin, als samtige Suppe mit Kokosmilch, im Püree mit Kartoffeln und Olivenöl oder roh geraspelt im Wintersalat.

Pastinaken-Saatgut ansehen*

FAQ – Pastinaken anbauen

Warum keimen meine Pastinaken nicht?

Meist ist das Saatgut zu alt oder die Erde ist während der langen Keimphase ausgetrocknet. Verwende frisches Saatgut und halte die Saatreihe drei bis vier Wochen gleichmäßig feucht.

Kann ich Pastinaken im Hochbeet anbauen?

Ja, wenn die Erde mindestens 40 cm tief und nicht frisch gedüngt ist. Kürzere Sorten wie ‚Halblange Weiße‘ eignen sich dafür besonders.

Was ist der Unterschied zwischen Pastinake und Petersilienwurzel?

Pastinaken sind größer, süßlicher und haben einen eingesenkten Blattansatz. Petersilienwurzeln sind schlanker und schmecken deutlich nach Petersilie.

Wie viele Pastinaken sollte ich säen?

Für einen Zwei-Personen-Haushalt reichen zwei bis drei Meter Reihe, das ergibt je nach Boden etwa 8–15 kg Wurzeln.

Kann ich eigenes Saatgut gewinnen?

Ja, lass im zweiten Jahr einige kräftige Wurzeln blühen. Achte darauf, dass keine Wilde Pastinake in der Nähe blüht, da sich beide kreuzen.

Weiterlesen: Rote Bete anbauen · Sellerie anbauen · Gartenpflege im Winter

Über diesen Ratgeber

Dieser Artikel wurde von der Redaktion von svsger.de erstellt, dem Ratgeber für rein pflanzliche Selbstversorgung. Die Angaben basieren auf gängiger Gartenbau-Fachliteratur, Empfehlungen von Landwirtschaftskammern und Sortenbeschreibungen ökologischer Saatgutanbieter. Aussaattermine, Erträge und Krankheitsdruck können je nach Region, Boden und Witterung abweichen.

Zuletzt aktualisiert: September 2026

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