Das Bad ist der einzige Raum im Haus, in dem drei völlig verschiedene Arten von Schmutz auf engstem Raum nebeneinander sitzen. Auf der Armatur trocknet Kalk aus dem Leitungswasser zu einem harten, matten Belag. An der Duschwand und am Wannenrand liegt ein stumpfer, leicht schmieriger Film aus Seifenresten, Hautfett und Pflegeprodukten. Und in den Silikonfugen sitzen dunkle Punkte, die mit beidem nichts zu tun haben. Wer versucht, das alles mit einer einzigen Flasche zu erschlagen, wird mit allen drei Problemen unzufrieden bleiben.
Deshalb sind hier zwei Rezepte statt einem, und für das dritte Problem gibt es bewusst gar kein Rezept. Kalk braucht Säure, Seifenreste brauchen Alkali, und Schimmel in den Fugen ist kein Putzproblem, sondern ein Feuchtigkeitsproblem. Das klingt umständlicher, als es ist: Zwei Behälter im Regal decken das gesamte Bad ab, und sie kosten zusammen weniger als eine einzige gekaufte Flasche. Wichtig ist nur, dass beide nie gleichzeitig auf dieselbe Fläche kommen.
Das Wichtigste in Kürze
- Kalk braucht Säure. Der saure Sprühreiniger aus Wasser und Zitronensäure löst Kalkflecken auf Armaturen, Fliesen und Glas. Gegen Fett und Seifenreste richtet er wenig aus.
- Seifenreste brauchen Alkali. Die Scheuerpaste aus Natron und etwas Seifenlösung nimmt den grauen Film in Wanne und Dusche auf. Gegen Kalk richtet sie wenig aus.
- Schimmel ist kein Putzproblem. Dunkle Fugen sind ein Zeichen für zu viel Feuchtigkeit in der Wand oder in der Luft. Selbstgemachte Mittel lösen die Ursache nicht, und bei größeren Flächen gehört das in Fachhände.
- Niemals beides gleichzeitig. Säure und Alkali heben sich gegenseitig auf. Erst das eine, klar nachspülen, dann das andere – nie in einer Flasche und nie in einem Arbeitsgang.
- Naturstein bleibt außen vor. Marmor, Travertin und Schiefer vertragen weder Säure noch Scheuermittel. Wie das Gesamtsystem zusammenhängt, steht im Überblick Putzmittel selber machen.
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Drei Probleme, drei Mittel – und warum das kein Umweg ist
Kalk ist Calciumcarbonat. Es kommt aus dem Leitungswasser, bleibt beim Verdunsten zurück und wächst mit jedem Duschgang ein Stück. Calciumcarbonat ist basisch, und Basisches löst man mit Säure. Genau das passiert, wenn du Zitronensäure oder Essig auf einen Kalkrand gibst: Die Säure wandelt den festen Belag in ein wasserlösliches Salz um, du siehst kleine Bläschen, und nach ein paar Minuten lässt sich der Rest abwischen. Ohne Säure kommst du an Kalk mechanisch heran, also durch Schrubben – was auf Chrom, Acryl und Email Kratzer hinterlässt.
Seifenreste sind das genaue Gegenteil. Der stumpfe Film an der Duschwand besteht aus Fettsäuren aus Duschgel und Seife, aus Hautfett und aus sogenannter Kalkseife: Das ist die Verbindung, die entsteht, wenn Seife auf hartes Wasser trifft. Dieser Belag ist fettig, und Fett bricht man mit einem hohen pH-Wert auf. Alkalisches Natron, in Kombination mit ein wenig Seifenlösung und etwas Reibung, nimmt ihn auf. Säure hilft hier nur gegen den Kalkanteil, nicht gegen den Fettanteil – deshalb bleibt nach dem Entkalken oft ein matter Schleier stehen.
Und dann sind da die Fugen. Dunkle Punkte im Silikon sehen aus wie Schmutz, sind aber Pilzbewuchs, der in die weiche Oberfläche hineingewachsen ist. Kein Sprühreiniger der Welt holt etwas heraus, das unter der Oberfläche sitzt. Was dagegen hilft, ist das Trockenlegen des Bads – dazu weiter unten ein eigener Abschnitt, der ohne Schönfärberei auskommt.
Aus dieser Aufteilung folgt der ganze Rest dieses Beitrags. Zwei Mittel, klar getrennt, in getrennten Gefäßen. Wer das einmal verinnerlicht hat, braucht im Bad nie wieder zu raten. Für alle Flächen außerhalb des Bads bleibt der Allzweckreiniger das Arbeitspferd; er ist hier nur deshalb nicht das Hauptmittel, weil er gegen Kalk nichts ausrichtet.
Sicherheit zuerst
- Säure und chlorhaltige Reiniger niemals mischen. Zitronensäure oder Essig zusammen mit einem chlorhaltigen Mittel setzt giftiges Chlorgas frei. Im Bad ist das besonders heikel, weil viele Schimmelentferner und WC-Gele chlorhaltig sind. War etwas Chlorhaltiges im Spiel, erst reichlich mit klarem Wasser spülen, gründlich lüften und den sauren Reiniger frühestens am nächsten Tag einsetzen.
- Reiniger grundsätzlich nicht untereinander mischen. Auch nicht „nur ein bisschen“ von einem gekauften Produkt dazu. Bei fertigen Mitteln weißt du nicht, was genau darin steckt.
- Sauer und alkalisch nicht gleichzeitig. Sprühreiniger und Scheuerpaste sind im selben Arbeitsgang nutzlos, weil sie sich neutralisieren. Dazwischen immer klar nachspülen.
- Keine Säure auf Naturstein, Aluminium und beschädigtes Email. Marmor, Travertin und Schiefer werden matt und rau, und der Schaden ist dauerhaft. Bei Zweifeln an einer unauffälligen Stelle testen.
- Zitronensäure nicht heiß einsetzen. Über etwa 40 Grad fällt schwer lösliches Calciumcitrat aus, und du hast statt eines gelösten Belags einen neuen. Handwarm genügt völlig.
- Nie in Getränkeflaschen abfüllen. Beide Mittel sehen harmlos aus. Immer beschriften, immer verschlossen und außer Reichweite von Kindern lagern, wie im Beitrag Putzmittel sicher aufbewahren beschrieben.
- Selbstgemachtes reinigt. Es leistet keine Hygiene im medizinischen Sinn. Wo das wirklich zählt – Krankheit im Haushalt, Pflegesituationen –, gehören geprüfte Mittel aus dem Handel hin.

Gegen Kalk: der saure Sprühreiniger
Dieses Rezept ist die Flasche, zu der du zwei- bis dreimal pro Woche greifst. Es ist absichtlich schwach dosiert – etwa 5 Prozent Zitronensäure –, weil höhere Konzentrationen nicht schneller arbeiten, sondern nur mehr Material angreifen. Kalk braucht Zeit, keine Härte.
Grundrezept: saurer Badreiniger (ergibt ca. 500 ml)
- 475 ml Wasser, handwarm, höchstens 40 Grad
- 25 g Zitronensäure als Pulver, das sind etwa zwei gestrichene Esslöffel
- alternativ: 125 ml Reinigungsessig mit 5 Prozent Säure statt Pulver, dann nur 375 ml Wasser
- optional 3 Tropfen ätherisches Öl, ausschließlich als Duft, nicht als Wirkstoff
- Das Wasser handwarm anwärmen. Nicht heiß – über 40 Grad bildet Zitronensäure mit Kalk schwer lösliche Verbindungen.
- Die 25 g Pulver einrühren, bis nichts mehr am Boden knirscht. Das dauert etwa eine Minute.
- Vollständig abkühlen lassen und mit einem Trichter in eine saubere 500-ml-Sprühflasche füllen.
- Beschriften: Inhalt, Konzentration und Ansatzdatum. Diese Flasche steht getrennt von allem Alkalischen.
- Vor dem ersten Einsatz an einer verdeckten Stelle testen, besonders bei beschichteten Armaturen.
Haltbarkeit: 6 bis 8 Wochen, danach neu ansetzen · Aufbewahrung: kühl, dunkel, beschriftet, getrennt von alkalischen Mitteln und außer Reichweite von Kindern · Nicht geeignet für: Naturstein, Aluminium, beschädigtes Email, beschichtete Armaturen, Gummidichtungen bei langer Einwirkzeit
So wird er angewendet. Fläche vorher kurz anfeuchten, dann gleichmäßig aufsprühen, fünf bis zehn Minuten stehen lassen und mit einem feuchten Tuch abnehmen. Bei dicken Kalkrändern an der Duschwand hilft nicht mehr Säure, sondern mehr Zeit: Ein Baumwolltuch mit der Lösung tränken, auflegen und zwanzig Minuten liegen lassen, damit die Flüssigkeit nicht wegläuft. Danach immer mit klarem Wasser nachspülen und trocken wischen, sonst bleiben Säurereste auf der Oberfläche zurück.
Für das Pulver reicht ein Kilo sehr lange – daraus werden vierzig Flaschen. Günstig und gut haltbar ist Zitronensäure im Kilopack*. Wer lieber mit Flüssigem arbeitet, verdünnt weißen Reinigungsessig* – der riecht deutlich, verfliegt aber nach dem Lüften. Praktisch sind zwei gleiche Sprühflaschen mit 500 ml*, eine in Gebrauch und eine sauber im Schrank, dazu beschriftbare Etiketten*. Im Bad stehen erfahrungsgemäß mehrere ähnliche Flaschen nebeneinander, und Verwechslungen sind hier nicht harmlos.
Was dieser Reiniger nicht kann. Er nimmt keinen Fettfilm ab. Wenn die Duschwand nach dem Entkalken noch stumpf aussieht, war der Belag nicht nur Kalk, sondern auch Seife – dann folgt der zweite Schritt. Und er wirkt nicht gegen den Geruch aus dem Abfluss, denn der kommt aus dem Siphon und nicht von der Oberfläche; wie man da ohne scharfe Chemie herangeht, steht unter Abfluss reinigen ohne Chemie.

Gegen Seifenreste: die alkalische Scheuerpaste
Die Paste ist das zweite und letzte Mittel, das du im Bad brauchst. Sie arbeitet auf zwei Wegen gleichzeitig: chemisch über den hohen pH-Wert, der Fett aufbricht, und mechanisch über die feinen Natronkristalle, die weicher sind als Email, Acryl und Chrom und deshalb keine sichtbaren Kratzer hinterlassen. Entscheidend ist die Konsistenz – zu flüssig läuft sie an der senkrechten Duschwand ab, zu fest lässt sie sich nicht verteilen.
Grundrezept: Scheuerpaste fürs Bad (ergibt ca. 200 g)
- 150 g Natron in Lebensmittelqualität
- 40 ml Kernseifenlösung aus pflanzlicher Kernseife, angesetzt mit 30 g Seife je Liter Wasser
- 10 ml Wasser zum Nachjustieren der Konsistenz
- für hartnäckige Fälle: zusätzlich 15 g Waschsoda, dann zwingend mit Handschuhen arbeiten
- Das Natron in ein sauberes Schraubglas mit etwa 250 ml Volumen geben.
- Die Kernseifenlösung in kleinen Portionen zugeben und mit einem Löffel unterrühren.
- Wasser tropfenweise ergänzen, bis eine Masse entsteht, die etwa die Konsistenz von Zahnpasta hat und am Löffel haften bleibt.
- Glas verschließen, beschriften und getrennt von der sauren Flasche aufbewahren.
- Vor jedem Gebrauch kurz durchrühren. Trocknet die Paste an, einfach ein paar Tropfen Wasser einarbeiten.
Haltbarkeit: 8 bis 12 Wochen im verschlossenen Glas · Aufbewahrung: trocken, beschriftet, getrennt von Säuren, außer Reichweite von Kindern · Nicht geeignet für: Naturstein, Aluminium, glänzend polierte Kunststoffe, Acrylglas-Duschwände, beschichtete Armaturen
So wird sie angewendet. Mit einem feuchten Tuch oder einer weichen Bürste auftragen, in kreisenden Bewegungen ohne Druck arbeiten, zwei bis drei Minuten einwirken lassen, dann gründlich abspülen. Der Druck macht den Schaden, nicht das Mittel: Wer fest aufdrückt, drückt die Kristalle in die Oberfläche. Für Wannenrand, Fliesen und Fugen eignet sich eine Bürste mit Pflanzenfaser, etwa eine Bambusbürste mit Tampicofaser* aus Agave. Tierische Borsten braucht es dafür nicht, die Agavenfaser ist ohnehin steifer und nimmt kein Wasser auf.
Warum pflanzliche Kernseife und nicht Spülmittel. Die Seifenlösung sorgt dafür, dass sich das Natron überhaupt gleichmäßig verteilt und nicht zu Klumpen zusammenbackt. Eine ausdrücklich pflanzliche Kernseife* erkennst du an der Zutatenliste – dort stehen Öle wie Olivate, Cocoate oder Sunflowerseedate. Wie du die Lösung ansetzt und wie lange sie hält, steht ausführlich unter Kernseife im Haushalt. Das Natron in Lebensmittelqualität* ist im Kilopack am günstigsten, und für die verstärkte Variante reicht ein Beutel reines Waschsoda* über Jahre.
Die Sodavariante mit Augenmaß. Waschsoda ist deutlich stärker alkalisch als Natron und löst eingetrockneten Fettfilm schneller. Es greift aber Aluminium an, mattiert Lack und reizt die Haut. Setze es nur dort ein, wo die milde Paste nach zwei Anläufen nicht reicht, trage Handschuhe und spüle danach besonders gründlich nach. Die Details zu Dosierung und Grenzen stehen unter Waschsoda im Haushalt.

Schimmel in den Fugen: hier hört das Rezept auf
Dieser Abschnitt ist der wichtigste im ganzen Beitrag, und er enthält bewusst keine Anleitung. Dunkle Flecken im Silikon zwischen Wanne und Fliese sind Pilzbewuchs. Silikon ist weich und leicht porös, und die Pilzfäden wachsen in das Material hinein, nicht nur darauf. Was du an der Oberfläche wegwischen kannst, ist der sichtbare Teil; der Rest bleibt und wächst innerhalb weniger Wochen wieder heraus. Genau deshalb kommen die Flecken bei so vielen Leuten immer wieder, obwohl sie regelmäßig putzen.
Die Ursache liegt nie an der Fuge selbst. Sie liegt an Feuchtigkeit, die zu lange stehen bleibt. Drei Gründe decken fast alle Fälle ab. Erstens falsches oder zu seltenes Lüften: Nach dem Duschen hängen mehrere Liter Wasser als Dampf in der Luft, und ein gekipptes Fenster transportiert davon kaum etwas ab. Zweitens Wärmebrücken – kalte Außenwände, schlecht gedämmte Fensterlaibungen, Heizkörpernischen. Dort kondensiert Luftfeuchtigkeit als Erstes, und genau dort setzt sich der Bewuchs zuerst fest. Drittens Bäder ohne Fenster mit einem Lüfter, der zu kurz nachläuft oder dessen Rückschlagklappe klemmt.
Was tatsächlich hilft, ist unspektakulär und kostet nichts. Nach dem Duschen die Duschwand mit einem Abzieher mit Gummilippe* abziehen – das entfernt in zwanzig Sekunden mehr Wasser aus dem Raum als jedes Lüften danach. Anschließend fünf bis zehn Minuten Stoßlüften mit weit geöffnetem Fenster, im Winter kürzer und dafür konsequenter. Handtücher nicht im Bad trocknen lassen, Wäsche schon gar nicht. Die Fuge nach dem Duschen kurz trocken wischen, ein einfaches Baumwolltuch* genügt dafür. Und die Raumtemperatur im Bad nicht dauerhaft unter die der übrigen Wohnung fallen lassen, weil kalte Luft weniger Feuchtigkeit aufnimmt.
Zur Ehrlichkeit gehört auch das: Weder der saure Sprühreiniger noch die Scheuerpaste lösen ein Schimmelproblem. Sie nehmen Oberflächenschmutz ab und helfen dabei, dass sich nichts festsetzt – mehr nicht. Bei einzelnen kleinen Punkten im Silikon ist das Beste meist, die Fuge zu erneuern: Altes Silikon entfernen, Untergrund gründlich trocknen lassen, neu verfugen. Das ist eine Nachmittagsarbeit und hält Jahre. Sobald befallene Flächen größer werden als etwa eine Handfläche, sobald es hinter Fliesen oder aus der Wand kommt, sobald es muffig riecht, ohne dass du die Quelle siehst, oder sobald Menschen im Haushalt Atemwegsbeschwerden haben, gehört die Sache in Fachhände. Ein Feuchtigkeitsschaden in der Wand ist kein Putzthema, und Hausmittel verzögern in diesem Fall nur die richtige Behandlung.
Welches Mittel auf welche Oberfläche
Die folgende Tabelle beantwortet die Frage, die beim Putzen tatsächlich zählt: Was darf hier drauf und was auf keinen Fall. Im Zweifel gilt immer die rechte Spalte.
| Oberfläche | Passendes Mittel | Niemals anwenden auf |
|---|---|---|
| Armatur aus verchromtem Messing | Saurer Sprühreiniger, 5 bis 10 Minuten, dann klar nachspülen und trocken polieren. | Keine Scheuerpaste auf Hochglanzchrom, keine Säure über Nacht auf Dichtungen. |
| Armatur mit farbiger Beschichtung | Nur Wasser und ein weiches Tuch, bei Bedarf sehr stark verdünnte Seifenlösung. | Weder Säure noch Scheuermittel – Schwarz, Messing matt und Gold verlieren die Schicht. |
| Duschwand aus Glas | Saurer Reiniger gegen Kalk, danach streifenfrei nacharbeiten wie im Fensterreiniger. | Keine Scheuerpaste auf beschichtetem Glas mit Klarlackversiegelung. |
| Acrylwanne und Duschtasse | Milde Scheuerpaste ohne Soda, ohne Druck, mit weichem Tuch. | Keine harten Bürsten, kein Sodazusatz, keine Säure länger als 5 Minuten. |
| Email-Wanne, unbeschädigt | Scheuerpaste für Seifenreste, saurer Reiniger für den Kalkrand – nacheinander. | Bei abgeplatzten Stellen keine Säure, sie greift den freiliegenden Stahl an. |
| Keramik: Waschbecken, WC | Beides, je nach Belag; für die Schüssel siehe WC-Reiniger selber machen. | Nichts Alkalisches auf Chromteile am Überlauf einwirken lassen. |
| Fliesen mit Zementfuge | Scheuerpaste mit Bürste; saurer Reiniger nur kurz und stark verdünnt. | Keine Säure auf frische oder bröselige Fugen, sie wäscht den Zement aus. |
| Silikonfuge | Milde Paste gegen Oberflächenschmutz; bei Bewuchs Fuge erneuern statt putzen. | Keine scharfen Gegenstände, kein Chlorprodukt zusammen mit Säure. |
| Naturstein: Marmor, Travertin, Schiefer | Nur Wasser und ein Steinreiniger mit neutralem pH-Wert. | Weder sauer noch alkalisch noch scheuernd. Der Schaden ist dauerhaft. |
| Spiegel und Spiegelschrank | Stark verdünnter saurer Reiniger aufs Tuch, nie in die Fläche sprühen. | Nichts an die Kanten laufen lassen, dort löst sich die Rückseitenbeschichtung. |
| Duschkopf und Perlator | Abschrauben und in saurer Lösung baden; Hintergrund unter Entkalker richtig einsetzen. | Nicht heiß entkalken und nicht über Nacht liegen lassen, das schadet Dichtungen. |
| Badezimmerboden, Vinyl oder Fliese | Verdünnte Seifenlösung im Eimer, Mengen im Bodenreiniger. | Keine Scheuerpaste flächig, sie hinterlässt einen stumpfen Film. |
| Duschvorhang aus Textil | Waschmaschine bei 40 Grad; Flecken vorbehandeln nach Flecken entfernen mit Hausmitteln. | Nicht schleudern und nicht in den Trockner, das Material verzieht sich. |
Die häufigsten Fehler im Bad
Beides gleichzeitig aufgetragen. Der Klassiker: erst die Paste, dann ohne Spülen die saure Flasche darüber. Es zischt, es schäumt, und übrig bleibt eine schwache Salzlösung, die weder entfettet noch entkalkt. Die Regel lautet: ein Mittel, klar nachspülen, gegebenenfalls das zweite. Warum die beliebte Kombination aus Essig und Natron chemisch ein Eigentor ist, steht ausführlich unter Natron im Haushalt.
Zu stark dosierte Säure. Doppelte Menge Zitronensäure löst Kalk nicht doppelt so schnell, sie greift nur Dichtungen, Fugen und beschichtete Teile stärker an. Wer schneller fertig werden will, verlängert die Einwirkzeit oder legt ein getränktes Tuch auf.
Heißes Wasser beim Ansetzen. Zitronensäure in kochendem Wasser bildet mit Kalk Calciumcitrat, das sich schlechter löst als der Kalk selbst. Am Duschkopf sieht man das als weißen, hartnäckigen Belag, der nach dem Entkalken schlimmer aussieht als vorher.
Mit Druck geschrubbt. Natron kratzt nicht, solange es ohne Druck arbeitet. Wer fest aufdrückt, erzeugt auf Acryl und Hochglanzchrom mit der Zeit einen matten Schleier aus feinen Kratzern, und der kommt nicht zurück.
Nicht nachgespült. Säurereste auf Fliesen ziehen Schmutz an und stumpfen Fugen ab, Natronreste trocknen als weißer Schleier auf. Beide Mittel brauchen klares Wasser und ein trockenes Tuch hinterher.
Gegen Schimmel geputzt statt gelüftet. Wer dieselbe Fuge alle drei Wochen bearbeitet, putzt ein Feuchtigkeitsproblem. Der Abzieher nach dem Duschen und ein konsequentes Stoßlüften bringen mehr als jedes Mittel.
Alles in eine Flasche. Zwei ähnliche Sprühflaschen unter dem Waschbecken, keine Beschriftung – das endet damit, dass niemand mehr weiß, welche sauer und welche alkalisch ist. Etikett mit Inhalt und Datum, immer.
Fett im Bad unterschätzt. Haarpflegeprodukte und Ölbäder hinterlassen einen Film, gegen den die milde Paste manchmal nicht reicht. Dann hilft die Vorgehensweise aus dem Fettlöser für die Küche, allerdings mit halber Sodamenge und kurzer Einwirkzeit.
Sprühflaschen für den Badreiniger ansehen*
FAQ – Badreiniger selber machen
Kann ich Essig und Natron zusammen als Badreiniger nehmen?
Besser nicht. Essig ist sauer, Natron ist alkalisch, und zusammen neutralisieren sie sich innerhalb von Sekunden. Was schäumt, ist Kohlendioxid, und übrig bleibt eine schwache Salzlösung, die schlechter reinigt als jede der beiden Zutaten allein. Nimm sie nacheinander: erst die Paste gegen Seifenreste, klar nachspülen, dann den sauren Reiniger gegen Kalk.
Wie lange halten die beiden Mittel?
Der saure Sprühreiniger hält sechs bis acht Wochen, weil der niedrige pH-Wert vieles bremst. Die Scheuerpaste hält im verschlossenen Glas acht bis zwölf Wochen, sie enthält wenig Wasser. Beschrifte beide mit dem Ansatzdatum. Wird die Paste hart, arbeitest du ein paar Tropfen Wasser ein; riecht die Lösung verändert oder trübt sie stark ein, setzt du neu an.
Warum wird meine Duschwand nach dem Entkalken trotzdem nicht klar?
Weil der Belag aus zwei Schichten besteht. Die Säure holt den Kalkanteil heraus, der Fett- und Seifenanteil bleibt als stumpfer Film stehen. Geh in zwei Schritten vor: zuerst die Scheuerpaste mit weichem Tuch, gründlich abspülen, danach den sauren Reiniger einwirken lassen. Zum Schluss mit dem Abzieher arbeiten und trocken nachwischen.
Hilft ein selbstgemachtes Mittel gegen Schimmel in den Fugen?
Gegen den sichtbaren Belag an der Oberfläche etwas, gegen das eigentliche Problem nichts. Der Bewuchs sitzt im weichen Silikon und wächst wieder heraus. Wirksam sind Trockenlegen und Lüften, das Abziehen der Duschwand nach jedem Duschgang und im Zweifel die Erneuerung der Fuge. Bei größeren Flächen, muffigem Geruch ohne sichtbare Quelle oder Beschwerden im Haushalt gehört das in Fachhände.
Was ist mit Naturstein im Bad?
Naturstein bleibt bei beiden Rezepten außen vor. Marmor, Travertin und Schiefer bestehen selbst überwiegend aus Calciumcarbonat – Säure löst also nicht den Kalkbelag, sondern den Stein, und die Oberfläche wird matt und rau. Scheuerpaste zerkratzt polierte Flächen zusätzlich. Hier hilft nur lauwarmes Wasser, ein weiches Tuch und ein Steinreiniger mit neutralem pH-Wert.
Weiterlesen: Putzmittel selber machen · Zitronensäure im Haushalt · Putzmittel sicher aufbewahren
Über diesen Ratgeber
Dieser Artikel wurde von der Redaktion von svsger.de erstellt, dem Ratgeber für rein pflanzliche Selbstversorgung. Alle Rezepte dieser Serie sind vegan; Kernseife ist hier grundsätzlich die pflanzliche Variante. Die Mengenangaben stammen aus eigenen Ansätzen in haushaltsüblichem Maßstab, die Haltbarkeitsangaben sind bewusst konservativ gewählt. Wasserhärte, Beschichtungen und Oberflächen unterscheiden sich stark – teste jede Mischung an verdeckter Stelle, arbeite bei Sodazusatz mit Handschuhen und beschrifte jedes Gefäß mit Inhalt und Datum. Selbstgemachte Reiniger ersetzen keine geprüften Hygienemittel, und bei Feuchteschäden oder größerem Schimmelbefall ersetzen sie keine fachliche Untersuchung der Ursache.
Zuletzt aktualisiert: September 2026