Bodenreiniger selber machen: für Fliesen, Laminat und Holz

Welcher Boden verträgt Soda, welcher Säure und welcher fast nichts: Tabelle mit Dosierung pro Eimer, vier Grundrezepte und die richtige Wischtechnik.

Es gibt keine Stelle im Haushalt, an der ein falsch gewähltes Hausmittel so teuer wird wie am Boden. Eine überdosierte Sodalösung auf einem geölten Dielenboden hinterlässt graue Flecken, die sich nur durch Anschleifen und Neuölen beseitigen lassen. Ein Schuss Essig auf Marmor frisst die Politur an, und zwar in Sekunden und dauerhaft. Zu nasses Wischen auf Laminat lässt die Plattenkanten aufquellen, und wenn sie einmal aufgequollen sind, gehen sie nie wieder zurück. Auf einer Arbeitsplatte kann man einen Fehler abwischen, am Boden repariert man ihn mit dem Handwerker.

Gleichzeitig ist Boden die Fläche, auf der am meisten mit Hausmitteln experimentiert wird, weil zehn Liter Wischwasser mit gekauftem Konzentrat schnell teuer werden und die Mischung aus Wasser und ein paar Löffeln Pulver tatsächlich funktioniert. Sie funktioniert nur eben nicht auf jedem Belag gleich. Deshalb steht in diesem Beitrag zuerst die Frage, was unter dir liegt, und erst danach das Rezept. Wenn du weißt, ob dein Boden sauer, alkalisch oder gar nichts von beidem verträgt, ist der Rest eine Sache von zwei Minuten und drei Zutaten.

Das Wichtigste in Kürze

  • Naturstein verträgt keine Säure. Marmor, Travertin, Kalkstein und viele Schieferplatten bestehen aus Kalk. Essig und Zitronensäure lösen genau das auf und hinterlassen matte, raue Stellen.
  • Geöltes Holz verträgt keine Seifenlauge mit Soda. Starke Alkalien waschen das Öl aus der Oberfläche, das Holz wird stumpf und fleckig. Was Waschsoda kann und wo es nicht hingehört, entscheidet hier alles.
  • Laminat verträgt keine Nässe. Der Kern ist Holzfaserplatte. Steht Wasser auch nur zehn Minuten in einer Fuge, quellen die Kanten auf. Nebelfeucht heißt: Der Boden ist nach 20 Sekunden trocken.
  • Linoleum verträgt keine starken Alkalien. Echtes Linoleum aus Leinöl und Korkmehl wird durch scharfe Laugen spröde und verfärbt sich gelblich. Milde pflanzliche Kernseife ist hier genau richtig.
  • Der zweite Eimer ist wichtiger als das Mittel. Ohne Klarspülgang verteilst du gelösten Schmutz und Reinigerreste erneut. Wie die Hausmittel insgesamt zusammenspielen, steht im Überblick Putzmittel selber machen.

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Warum gerade am Boden so viel schiefgeht

Ein Boden ist kein einheitliches Material, sondern fast immer ein Aufbau aus mehreren Schichten. Bei Laminat liegt unter einer hauchdünnen Dekorschicht eine Holzfaserplatte, die Wasser aufsaugt wie ein Schwamm. Bei versiegeltem Parkett liegt über dem Holz eine Lackschicht von wenigen Hundertstel Millimetern, und geschützt ist nur diese Schicht, nicht das Holz darunter. Bei geöltem Holz gibt es überhaupt keine geschlossene Schutzschicht, sondern nur Öl, das in die obersten Zellen eingezogen ist. Und bei Naturstein ist das Material selbst chemisch angreifbar. Wer also fragt, welcher Reiniger für den Boden gut ist, fragt eigentlich, welche Schicht er gerade berührt.

Dazu kommt ein zweiter Punkt, der oft übersehen wird: Am Boden arbeitest du mit Mengen, die in jedem anderen Bereich undenkbar wären. Eine Sprühflasche fasst einen halben Liter, ein Putzeimer zehn. Wer zwei Esslöffel Soda „so ungefähr“ dosiert und dabei danebenliegt, hat in der Sprühflasche eine leicht zu starke Lösung, im Eimer aber einen Überschuss, der über die ganze Wohnfläche verteilt wird und dort trocknet. Genau daher kommen die stumpfen, leicht klebrigen Böden, die nach dem Wischen schneller wieder schmutzig wirken als vorher: Was nicht aufgenommen wird, bleibt liegen und zieht Staub an.

Der dritte Punkt ist die Zeit. Auf einer Fliese in der Dusche wirkt ein Mittel ein paar Minuten und wird dann abgespült. Auf dem Boden trocknet dieselbe Lösung ein und bleibt dort, bis du das nächste Mal wischst. Es gibt kein Nachspülen unter fließendem Wasser. Deshalb ist die Dosierung am Boden kein Feinschliff, sondern der eigentliche Hebel – und deshalb sind die Mengen in den folgenden Rezepten bewusst klein.

Sicherheit zuerst

  • Säure und chlorhaltige Reiniger niemals zusammenbringen. Essig oder Zitronensäure zusammen mit einem chlorhaltigen Mittel setzt giftiges Chlorgas frei. Wurde im Bad chlorhaltig gearbeitet, erst reichlich mit klarem Wasser nachwischen, lüften und den sauren Eimer frühestens am nächsten Tag ansetzen.
  • Nie zwei Reiniger im selben Eimer mischen. Auch kein Restchen gekauftes Konzentrat zusätzlich zur eigenen Mischung. Was darin steckt, steht nicht vollständig auf dem Etikett.
  • Soda ist stark alkalisch. Handschuhe tragen, nichts in die Augen bekommen, nicht auf Aluminiumleisten, nicht auf lackiertes oder geöltes Holz. Nach dem Wischen die Hände waschen.
  • Nassen Boden absichern. Ein frisch gewischter Hartboden ist rutschig. Türen offen lassen, lüften, Kinder und Tiere aus dem Raum halten, bis die Fläche trocken ist.
  • Nichts in Getränkeflaschen abfüllen. Konzentrate sehen aus wie Wasser. Alles beschriften und außer Reichweite von Kindern lagern, die Regeln dazu stehen unter Putzmittel sicher aufbewahren.
  • Kein Scheuerpulver auf glatten Böden. Auch Natron ist ein mildes Scheuermittel und hinterlässt auf Vinyl, Linoleum und Lack feine matte Kratzer. Es gehört auf Fugen, nicht auf die Fläche.
  • Selbstgemachtes reinigt. Es leistet keine Hygiene im medizinischen Sinn. Wenn jemand krank ist oder ein Unfall mit rohem Fleisch passiert ist, gehören geprüfte Mittel aus dem Handel auf die Fläche.
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Die Übersicht: welcher Boden verträgt was

Diese Tabelle ist der Kern des Beitrags. Die Dosierung bezieht sich immer auf einen üblichen Putzeimer mit etwa zehn Litern lauwarmem Wasser. Weniger geht fast immer, mehr nie. Wer seinen Bodenbelag nicht sicher kennt, findet ihn über einen einfachen Test: Ein Tropfen Wasser an einer unauffälligen Stelle zieht bei geöltem Holz und unglasiertem Stein langsam ein, bei versiegelten und beschichteten Böden perlt er ab.

BodenartPassendes MittelDosierung pro 10-Liter-EimerAuf keinen Fall
Fliesen, glasiertWaschsoda, bei Fettfilm zusätzlich etwas Seifenlösung1 gestrichener Esslöffel Soda (ca. 15 g)Scheuerpulver auf polierten Feinsteinzeugfliesen, stehende Nässe an unverfugten Kanten
Feinsteinzeug, unglasiertSoda oder Allzweckreiniger-Konzentrat, sehr gründlich klarspülen1 Esslöffel Soda (ca. 15 g), danach ein voller KlarspülgangWachs, Pflegeemulsionen, Öl – sie setzen sich in den Poren fest und werden grau
Naturstein (Marmor, Travertin, Kalkstein, Schiefer)nur klares Wasser oder wenige Tropfen pH-neutrale pflanzliche Kernseife5 ml Seifenlösung, mehr nichtEssig, Zitronensäure, Soda, Scheuermittel – Säure ätzt die Oberfläche unwiederbringlich an
Laminatklares Wasser, bei Bedarf ein Spritzer milde Seifenlösung5 bis 10 ml Seifenlösung, Mopp nur nebelfeuchtnasses Wischen, Dampfreiniger, Soda, Öl und Wachs
Vinyl und Designboden (LVT)milde Seifenlösung, gelegentlich ein Schuss Essig gegen Kalkschleier10 ml Seifenlösung oder 30 ml Essig 5 %Scheuermittel, Lösungsmittel, Aceton, sehr heißes Wasser über 40 Grad
Parkett, versiegeltWasser mit sehr wenig Seifenlösung, nebelfeucht5 ml Seifenlösung auf 5 Liter, also halber EimerSoda, Essig, stehende Nässe, Dampf – Lack wird stumpf und milchig
Holz, geölt oder gewachstreines Wasser oder spezielle Holzbodenseife, danach trockenpolieren20 ml Holzbodenseife auf 5 Liter, Mopp gut ausgewrungenSoda, Essig, Natron, alkalische Seifenlauge – sie waschen das Öl heraus
Linoleum (echtes Leinöl-Linoleum)milde, leicht saure bis neutrale Lösung, sparsam Seife10 ml Seifenlösung, alternativ 20 ml Essig 5 %Soda, Sauerstoffbleiche, scharfe Laugen – Oberfläche wird spröde und gelblich
Kork, versiegeltwie versiegeltes Parkett: wenig Seife, nebelfeucht5 ml Seifenlösung auf 5 LiterNässe in den Fugen, Soda, Scheuermittel, Dampfreiniger
Kork, geölt oder gewachstHolzbodenseife wie bei geöltem Holz20 ml Holzbodenseife auf 5 LiterAlkalien, Säure, viel Wasser – Kork saugt schneller als Holz

Zwei Zeilen verdienen eine Erklärung. Bei Naturstein geht es nicht um eine Vorsichtsmaßnahme, sondern um Chemie: Kalkhaltiger Stein und Säure reagieren miteinander, der Stein löst sich an der Oberfläche auf, und eine matte Stelle im Marmor bekommt man nur durch professionelles Nachschleifen wieder weg. Ein Spritzer Essigwasser, der beim Wischen an den Sockel läuft, reicht dafür aus. Bei geöltem Holz ist es die umgekehrte Richtung: Öl ist ein Fett, und Alkalien verseifen Fette. Genau das macht Soda in der Küche so nützlich, wie im Fettlöser für die Küche beschrieben – und genau deshalb hat es auf einem Öldielenboden nichts zu suchen.

Esslöffel mit Waschsoda über einem Putzeimer mit lauwarmem Wasser, daneben ein Stück pflanzliche Kernseife und eine Flasche Reinigungsessig auf Fliesenboden

Die vier Grundrezepte nach Bodengruppe

Statt eines Universalmittels gibt es hier vier Ansätze. Drei davon basieren auf derselben Seifenlösung, die du einmal ansetzt und wochenlang verwendest. Diese Lösung ist die wichtigste Vorarbeit, deshalb steht sie zuerst.

Grundrezept: Seifenlösung als Vorrat (ergibt ca. 500 ml)

  • 30 g pflanzliche Kernseife, fein geraspelt
  • 500 ml Wasser, heiß, aber nicht kochend
  • optional 1 Teelöffel Glycerin, macht die Lösung geschmeidiger
  1. Die Seife in das heiße Wasser geben und rühren, bis keine Flocken mehr zu sehen sind.
  2. Abkühlen lassen. Die Lösung wird dabei gelartig, das ist normal.
  3. In eine beschriftete Flasche füllen. Vor jedem Gebrauch kurz schütteln.
  4. Davon kommen je nach Boden 5 bis 20 ml in den Eimer, mit dem Messbecher abgemessen.

Haltbarkeit: 4 bis 6 Wochen · Aufbewahrung: kühl, dunkel, beschriftet, außer Reichweite von Kindern · Nicht geeignet für: unbehandelten Naturstein mit offenen Poren, weil die Seife dort einziehen kann

Grundrezept: Wischwasser für Fliesen und Feinsteinzeug (ergibt 10 Liter)

  • 10 Liter lauwarmes Wasser, etwa 30 bis 40 Grad
  • 1 gestrichener Esslöffel Waschsoda, also rund 15 g
  • bei Fettfilm in der Küche zusätzlich 10 ml Seifenlösung
  1. Das Soda zuerst in einem halben Liter heißem Wasser vollständig auflösen. Ungelöste Körner scheuern.
  2. Diese Lösung in den gefüllten Eimer geben und einmal umrühren.
  3. Handschuhe anziehen, in Bahnen wischen, den Mopp regelmäßig auswringen.
  4. Mit dem zweiten Eimer klar nachwischen, besonders bei unglasiertem Feinsteinzeug.

Ergiebigkeit: etwa 60 bis 80 Quadratmeter · Haltbarkeit: immer frisch ansetzen, nie aufheben · Nicht geeignet für: Naturstein, Holz, Kork, Linoleum, Aluminiumleisten

Grundrezept: Mildes Wischwasser für Laminat, Vinyl und Linoleum (ergibt 5 Liter)

  • 5 Liter lauwarmes Wasser, höchstens handwarm
  • 5 bis 10 ml Seifenlösung aus dem Vorratsrezept
  • bei hartem Wasser und Kalkschleier stattdessen 20 ml weißer Essig mit 5 Prozent Säure
  1. Wasser einfüllen, Zusatz mit einem Messbecher zugeben und kurz umrühren.
  2. Den Bezug eintauchen und so gründlich auswringen, dass kein Tropfen mehr fällt.
  3. In Bahnen wischen. Der Boden muss nach spätestens 20 Sekunden trocken aussehen.
  4. Fugen und Übergänge zu Türschwellen sofort mit einem trockenen Tuch nachfahren.

Ergiebigkeit: etwa 40 Quadratmeter · Haltbarkeit: frisch ansetzen · Nicht geeignet für: geöltes Holz, Naturstein; Essigvariante nicht auf Naturstein und nicht auf Steinzeug mit Kalkfugen

Grundrezept: Wischwasser für Holz, Kork und Naturstein (ergibt 5 Liter)

  • 5 Liter lauwarmes Wasser
  • für versiegeltes Parkett und Kork: 5 ml Seifenlösung
  • für geöltes Holz und geölten Kork: 20 ml Holzbodenseife auf pflanzlicher Basis
  • für Naturstein: nichts oder 5 ml Seifenlösung, keinesfalls Säure, keinesfalls Soda
  1. Vorher gründlich kehren oder saugen. Sandkörner wirken unter dem Mopp wie Schleifpapier.
  2. Den Zusatz abmessen, nicht schätzen. Bei Holz ist Überdosierung der häufigste Fehler.
  3. Bezug sehr gut auswringen und in Richtung der Dielen wischen, nicht quer.
  4. Bei geöltem Holz mit einem trockenen Baumwolltuch nachpolieren, solange die Fläche noch leicht feucht ist.

Ergiebigkeit: etwa 40 Quadratmeter · Haltbarkeit: frisch ansetzen · Nicht geeignet für: alles, was Soda oder Säure braucht – dafür nimmst du das Fliesenrezept auf der passenden Fläche

Die Zutaten dafür sind überschaubar: Waschsoda im Kilopaket* reicht bei einem Esslöffel pro Eimer weit über ein Jahr, ein Stück pflanzliche Kernseife* ergibt mehrere Ansätze Seifenlösung, und weißer Reinigungsessig* deckt die sauren Ausnahmen ab – der hat allerdings 14 Prozent und muss für die oben genannten Mengen entsprechend verdünnt werden. Gegen Kalkschleier auf Fliesen funktioniert auch Zitronensäure*, ein gestrichener Teelöffel auf den Eimer, aber ebenfalls nur dort, wo kein Kalkstein verbaut ist. Zum Abfüllen und Beschriften der Seifenlösung eignen sich Sprühflaschen mit 500 ml* und beschriftbare Etiketten*.

Frisch gewischte Terrakottafliesen in einem Flur, Tageslicht

Wischtechnik: Wassermenge, zweiter Eimer, Bezugwechsel

Die Technik entscheidet mindestens so viel wie das Mittel. Sie ist bei allen Böden gleich, nur die Feuchtigkeitsmenge unterscheidet sich.

  1. Trocken vorarbeiten. Kehren oder saugen ist keine Kür. Sand und Krümel werden sonst unter dem Bezug über die Fläche geschoben und hinterlassen feine Kratzer, vor allem auf Vinyl und Lack. Auch Fensterbänke und Sockelleisten kommen vorher dran, damit nichts nachfällt – das passt gut zum Ablauf beim Fensterreiniger selber machen.
  2. Zwei Eimer aufstellen. Links das Wischwasser, rechts klares Wasser. Der Bezug wird im klaren Eimer ausgewaschen und erst dann wieder ins Wischwasser getaucht. So bleibt die Lösung lange sauber, und du verteilst nicht ab dem dritten Zimmer den Schmutz des ersten.
  3. Richtig auswringen. Für Fliesen darf der Bezug feucht sein, für Laminat, Parkett, Kork und Holz muss er so ausgewrungen sein, dass sich kein Tropfen mehr lösen lässt. Die Faustregel: Wenn du den Wasserfilm auf dem Boden glänzen siehst, ist es zu nass.
  4. In Bahnen arbeiten. Von der fenstersten Ecke zur Tür hin, Bahn an Bahn mit leichter Überlappung. So läufst du nicht über frisch gewischte Flächen und siehst jederzeit, was schon fertig ist.
  5. Nach jedem Raum klar nachwischen. Besonders bei Soda und bei Seife. Das ist der Schritt, der über glänzend oder stumpf entscheidet, und er kostet zwei Minuten.
  6. Bezug wechseln, sobald er grau bleibt. Ein Baumwollbezug nimmt bei normalem Wohnschmutz etwa 20 bis 25 Quadratmeter auf. Danach gibt er mehr ab, als er aufnimmt. In größeren Wohnungen brauchst du also zwei bis drei Bezüge pro Durchgang.
  7. Trocknen lassen und lüften. Kein Nachlaufen auf feuchtem Boden, keine Möbel zurückschieben, solange es feucht ist. Bei Holz beschleunigt ein gekipptes Fenster das Abtrocknen deutlich.

Zur Wassermenge noch eine konkrete Zahl: Für 60 Quadratmeter Fliesen reicht ein Zehn-Liter-Eimer, für dieselbe Fläche Laminat oder Parkett kommst du mit fünf Litern aus, weil der Bezug ohnehin kaum Wasser tragen darf. Wer mehr verbraucht, wischt zu nass. Praktisch ist ein Set aus zwei gleichen Putzeimern mit 10 Litern* und ein Wischmopp mit Baumwollbezügen* zum Wechseln. Zum Nachtrocknen bei Holz und Naturstein eignen sich schlichte Geschirrtücher aus Baumwolle*.

Die Bezüge selbst wäschst du bei 60 Grad ohne Weichspüler. Weichspüler legt einen Film auf die Fasern, der die Saugfähigkeit halbiert und beim nächsten Wischen Schlieren zieht. Warum das so ist und was stattdessen in die Maschine gehört, steht unter Weichspüler und Entkalker; das passende Pulver findest du unter Waschmittel selber machen.

Fehler, die den Boden wirklich kosten

Essig als Standardzusatz. Essig ist in vielen Haushalten der Reflex, und auf Vinyl gegen Kalkschleier ist er auch richtig. Auf Naturstein ist er ein Schaden, auf geöltem Holz ebenfalls, und auf Steinzeug mit Zementfugen greift er auf Dauer den Fugenmörtel an. Wenn du nicht sicher weißt, was du unter dir hast, lass ihn weg. Die Grundlagen dazu stehen unter Essig im Haushalt.

Essig und Natron zusammen in den Eimer. Das schäumt eindrucksvoll und ist trotzdem unsinnig. Säure und Base neutralisieren sich gegenseitig, übrig bleibt eine schwache Salzlösung, die schlechter reinigt als jede Zutat für sich. Entweder sauer oder alkalisch, nie beides.

Zu viel Seife. Seife, die nicht aufgenommen wird, trocknet als leicht klebriger Film ein. Der Boden fühlt sich stumpf an und wirkt nach zwei Tagen schmutziger als vor dem Wischen. Die Lösung ist nicht mehr Seife, sondern weniger und ein Klarspülgang. Bei hartem Wasser bildet Seife zusätzlich Kalkseife, die als grauer Schleier sichtbar wird – dann hilft ein einmaliger Durchgang mit stark verdünntem Essigwasser, aber nur auf den Böden, die Säure vertragen.

Dampfreiniger auf Holz, Laminat und Kork. Heißer Dampf drückt Feuchtigkeit in jede Fuge und löst bei Laminat den Leim der Nut-Feder-Verbindung. Auf glasierten Fliesen ist ein Dampfreiniger unproblematisch, überall sonst nicht.

Sodalauge auf Aluminium. Türschienen, Übergangsprofile und Sockelleisten sind oft aus Aluminium. Starke Alkalien greifen es an, es wird dunkel und matt. Beim Sodawischen also an den Profilen entlang sparsam arbeiten und dort klar nachwischen.

Flecken flächig behandeln. Ein einzelner Fleck braucht kein anderes Wischwasser, sondern eine punktuelle Behandlung. Wie das je nach Fleckenart aussieht, steht unter Flecken entfernen mit Hausmitteln. Auf dem Boden gilt zusätzlich: erst mit klarem Wasser einweichen, dann von außen nach innen arbeiten, nie mit Kraft scheuern.

Der Bereich vor dem Herd. Dort liegt Fett, und Fett braucht Alkalien. Auf Fliesen ist das kein Problem, auf Holz und Kork schon. Die einfachste Lösung ist ein Läufer oder eine Matte, die du separat wäschst – und für die Fettflächen ringsum das Vorgehen aus dem Backofen reinigen ohne Chemie, das mit derselben Logik arbeitet.

Wischwasser in den Abfluss kippen. Grundsätzlich unbedenklich, aber grobe Reste gehören vorher heraus, sonst setzt sich das Sieb zu. Wenn es dort ohnehin schon langsam läuft, hilft mechanisches Vorgehen, wie unter Abfluss reinigen ohne Chemie beschrieben.

Waschsoda fürs Wischwasser ansehen*

FAQ – Bodenreiniger selber machen

Wie erkenne ich, ob mein Parkett versiegelt oder geölt ist?

Der Wassertropfen-Test ist zuverlässig. Gib an einer unauffälligen Stelle, etwa unter einem Schrank, einen Tropfen Wasser auf die Diele und warte fünf Minuten. Perlt er ab und lässt sich rückstandsfrei abwischen, ist der Boden versiegelt. Zieht er ein und hinterlässt einen dunklen Fleck, der erst nach einer Weile verschwindet, ist der Boden geölt oder gewachst. Bei geölten Böden fühlt sich die Oberfläche außerdem holzig an, bei versiegelten glatt und leicht kühl. Im Zweifel behandelst du den Boden wie einen geölten, also mit möglichst wenig Wasser und ohne Soda.

Kann ich für alle Böden dasselbe Wischwasser nehmen?

Nur wenn du ausschließlich Böden hast, die dieselbe Gruppe bilden. Fliesen und Feinsteinzeug vertragen dasselbe, Laminat und Vinyl vertragen dasselbe, Holz und Kork ebenfalls. Über die Gruppen hinweg funktioniert es nicht, weil Soda dem Holz schadet und die sehr milde Holzmischung auf Küchenfliesen zu schwach ist. In gemischten Wohnungen lohnt sich ein Ablauf: erst die Holzräume mit der milden Mischung, dann Eimer ausspülen und für Bad und Küche neu ansetzen.

Hilft Essig gegen Kalkränder auf Fliesen?

Ja, auf glasierten Fliesen und auf Vinyl ist stark verdünnter Essig gegen Kalkschleier das Mittel der Wahl. Zwei Einschränkungen gibt es: Zementfugen mögen regelmäßige Säure nicht, und wenn irgendwo Naturstein verbaut ist, auch nur als Sockel oder Schwelle, bleibt der Essig im Schrank. Wichtig außerdem: Essig niemals zusammen mit einem chlorhaltigen Reiniger verwenden, weil dabei giftiges Chlorgas entsteht. Für hartnäckige Kalkflächen im Bad ist das Vorgehen im Badreiniger selber machen besser geeignet als der Eimer.

Warum ist mein Boden nach dem Wischen stumpf?

Fast immer, weil zu viel Mittel im Wasser war und kein Klarspülgang folgte. Seife und Soda hinterlassen beim Trocknen einen Film, der das Licht anders bricht als die blanke Oberfläche. Setze beim nächsten Mal die halbe Menge an und wische mit klarem Wasser nach. Ist der Film schon da, hilft ein bis zwei Durchgänge mit reinem, lauwarmem Wasser und einem sauberen Bezug. Bei hartem Wasser kann auch Kalkseife die Ursache sein, dann ist ein einmaliger sehr milder Essiggang die Lösung – aber nur auf säurefesten Böden.

Wie oft muss der Wischbezug in die Wäsche?

Nach jedem Putztag. Ein feuchter Bezug, der im Eimer oder am Stiel trocknet, riecht nach ein bis zwei Tagen muffig, und dieser Geruch geht beim nächsten Wischen auf den Boden über. Wasche ihn bei 60 Grad ohne Weichspüler und trockne ihn ausgebreitet, nicht zusammengeknüllt. Wenn ein Bezug nach dem Waschen grau bleibt und kaum noch Wasser aufnimmt, ist er verbraucht. Bei normalem Gebrauch hält ein Baumwollbezug etwa ein bis zwei Jahre.

Weiterlesen: Putzmittel selber machen · Allzweckreiniger selber machen · Putzmittel sicher aufbewahren

Über diesen Ratgeber

Dieser Artikel wurde von der Redaktion von svsger.de erstellt, dem Ratgeber für rein pflanzliche Selbstversorgung. Alle Rezepte dieser Serie sind vegan; Kernseife ist hier grundsätzlich die pflanzliche Variante. Die Mengenangaben stammen aus eigenen Ansätzen in haushaltsüblichem Maßstab und sind bewusst niedrig gehalten, weil Überdosierung am Boden die häufigste Schadensursache ist. Bodenbeläge, Versiegelungen und Wasserhärte unterscheiden sich stark – teste jede Mischung an einer verdeckten Stelle, etwa unter einem Schrank, und frage bei hochwertigem Naturstein oder einem frisch verlegten Boden im Zweifel den Verleger. Selbstgemachte Reiniger ersetzen keine geprüften Hygienemittel, und ein bereits aufgequollener Laminatkern lässt sich durch kein Putzmittel wiederherstellen.

Zuletzt aktualisiert: September 2026