
Dill anbauen ist schnell erledigt, doch viele erleben dieselbe Enttäuschung: Die Pflanzen keimen spärlich, fallen um oder schießen nach wenigen Wochen in die Blüte. Das liegt selten an fehlendem Geschick, sondern meist an Standort, Aussaatzeit und Wasserversorgung. Dill hat eine empfindliche Pfahlwurzel, verträgt kein Umpflanzen und mag nicht jedes Jahr am selben Platz stehen. In diesem Ratgeber erfährst du, wie du Dill richtig aussäst, wo er gut wächst, wie du Blätter, Blüten und Samen erntest und das Kraut für den Winter haltbar machst.
Das Wichtigste in Kürze
- Dill wird direkt ins Beet gesät, von April bis Juli, am besten in Folgesaaten alle drei bis vier Wochen.
- Standort sonnig bis leicht halbschattig und windgeschützt, Boden humos, locker und gleichmäßig feucht.
- Dill ist selbstunverträglich und sollte mehrere Jahre nicht an derselben Stelle stehen. Nicht neben Fenchel säen.
- Blätter erntest du nach etwa sechs Wochen, Blütendolden im Hochsommer und Samen, sobald sie braun sind.
- Zum Haltbarmachen ist Einfrieren die beste Methode, Samen lassen sich gut trocknen.
Hinweis: Mit * markierte Links sind Affiliate-Links. Kaufst du darüber, erhalten wir eine kleine Provision – für dich ändert sich am Preis nichts.
Aussaat: Zeitpunkt und Vorgehen
Dill (Anethum graveolens) ist einjährig und keimt bereits ab etwa 10 °C Bodentemperatur. Die erste Aussaat ins Freiland ist ab Mitte April möglich, die letzte Ende Juli. Da einzelne Pflanzen nur wenige Wochen lang zarte Blätter liefern, säst du am besten alle drei bis vier Wochen eine kleine Reihe nach. So erntest du bis in den Herbst frischen Dill. Aussaaten im heißen Hochsommer schießen schneller, hier hilft ein Platz mit Nachmittagsschatten.
- Den Boden feinkrümelig vorbereiten und von Wurzelunkräutern befreien.
- Flache Rillen mit 20–30 cm Abstand ziehen.
- Die Samen dünn einstreuen, höchstens etwa 0,5 cm hoch mit Erde bedecken und gut andrücken.
- Bis zur Keimung gleichmäßig feucht halten. Nach zehn bis 21 Tagen erscheinen die Keimlinge.
- Zu dicht stehende Pflanzen auf 10–15 cm vereinzeln, damit sie standfester werden.
Frisches Saatgut keimt deutlich besser als altes. Du bekommst es als Bio-Dill-Samen* oder in einem Bio-Kräuter-Samen-Set*. Eine Vorkultur in Töpfen ist wegen der Pfahlwurzel wenig sinnvoll. Wenn doch, dann säst du direkt in kleine Töpfe und pflanzt den ganzen Ballen ungestört aus.
Standort, Boden und Nachbarn
Dill wächst am besten an einem sonnigen bis leicht halbschattigen, windgeschützten Platz. Die hohen, dünnen Stängel knicken bei Wind leicht um. Der Boden sollte humos, locker und tiefgründig sein und die Feuchtigkeit gut halten. Auf verdichteten oder staunassen Böden kümmert Dill, bei Trockenheit schießt er schnell. Eine Gabe reifer Kompost vor der Aussaat genügt, frische, stickstoffreiche Düngung macht die Pflanzen weich und anfällig.
Dill ist mit sich selbst unverträglich. Säe ihn deshalb drei bis vier Jahre nicht an dieselbe Stelle. Gute Nachbarn sind Gurken, Möhren, Kohl, Salat und Zwiebeln. Besonders beliebt ist die Kombination mit Gurken, weil du beides zur selben Zeit für Einlegegurken erntest. Ungünstig ist die Nähe zu Fenchel: Beide Doldenblütler behindern sich im Wuchs und können sich kreuzen, was für die Samengewinnung unerwünscht ist.
Dill im Topf und auf dem Balkon
Im Topf wählst du ein tiefes Gefäß von mindestens 20 cm Höhe, damit die Pfahlwurzel Platz hat, oder einen Kasten wie den LECHUZA Balconera Balkonkasten* mit Wasserspeicher. Kompakte Sorten wie ‚Fernleaf‘ eignen sich dafür am besten. Gieße regelmäßig, denn Töpfe trocknen schnell aus und Trockenstress beschleunigt die Blüte.
Sorten für Blätter oder Dolden
Für den Blattertrag wählst du Sorten, die spät blühen. Für Einlegegurken und Samen eignen sich hohe Sorten mit großen Dolden.
| Sorte | Höhe | Eigenschaften | Nutzung |
|---|---|---|---|
| ‚Tetra‘ | 60–80 cm | blattreich, schießt spät | Blattdill, Einfrieren |
| ‚Dukat‘ | 60–90 cm | aromatisch, lange Blatternte | Blattdill, Salate |
| ‚Fernleaf‘ | 40–50 cm | kompakt, standfest, spät blühend | Topf und Balkon |
| ‚Goldkrone‘ | bis 120 cm | wüchsig, große Dolden | Gurkendill, Samen |
| Landsorten, samenfest | 80–120 cm | robust, säen sich selbst aus | Blätter, Dolden, Saatgut |
Pflege und typische Probleme
Halte den Boden vor allem in Trockenphasen gleichmäßig feucht und hacke vorsichtig, damit du die feinen Wurzeln nicht verletzt. Eine dünne Mulchschicht aus Grasschnitt hält die Feuchtigkeit. Hohe Pflanzen stützt du mit einem dünnen Stab oder häufelst sie leicht an.
- Schnelles Schießen: Ursache sind Hitze, Trockenheit, Langtag und zu enge Töpfe. Folgesaaten, spät blühende Sorten und regelmäßiges Gießen helfen.
- Rote oder gelbe Blätter: Oft stecken Trockenheit, Kälte oder Blattläuse dahinter. Schau auf die Blattunterseiten und an die Wurzeln.
- Blattläuse: Befall an Triebspitzen und Dolden. Mit Wasser abbrausen, Marienkäfer, Schwebfliegen und Florfliegen fördern.
- Umfallkrankheit und Wurzelfäule: Keimlinge oder junge Pflanzen welken und kippen. Staunässe vermeiden und den Standort wechseln.
- Echter und Falscher Mehltau: Belag auf den Blättern bei ungünstiger Witterung. Nicht zu dicht säen und befallene Pflanzen entfernen.
- Raupen des Schwalbenschwanzes: grün-schwarz gestreift mit orangen Punkten. Der seltene Schmetterling steht unter Schutz, lass ihm ein paar Pflanzen.
Ernte und Haltbarmachen
Dillspitzen erntest du etwa sechs Wochen nach der Aussaat, sobald die Pflanzen 15–20 cm hoch sind. Schneide ganze Triebe oder die äußeren Blätter ab, dann wächst die Pflanze weiter. Das beste Aroma haben die Blätter kurz vor der Blüte. Blütendolden erntest du im Juli und August, wenn sie sich gerade geöffnet haben. Sie geben eingelegten Gurken den typischen Geschmack. Dillsamen sind reif, wenn sie sich braun färben und leicht lösen. Schneide die Dolden dann ab und lass sie kopfüber in einer Papiertüte nachtrocknen. Wenn du einige Dolden stehen lässt, sät sich Dill im nächsten Jahr oft selbst aus.
- Einfrieren: Dill fein hacken und ohne Blanchieren in Dosen oder portionsweise mit etwas Wasser in einer Eiswürfelform* einfrieren. So bleibt das Aroma am besten erhalten.
- Trocknen: Blätter verlieren viel Geschmack. Wenn du trocknest, dann schnell im Dörrautomaten* bei höchstens 35 °C. Samen trocknen dagegen problemlos an der Luft.
- Dillessig und Dillsalz: Frische Triebe in Essig einlegen oder mit grobem Salz mischen und trocknen lassen.
- Einlegen und Fermentieren: Dillblüten gehören zu Salz- und Essiggurken. Mit Glas-Gärgewichten* bleiben Gurken sicher unter der Lake. Die Grundlagen erklärt der Beitrag Fermentieren.
In der pflanzlichen Küche passt frischer Dill zu Kartoffelsalat mit Essig-Öl-Dressing, Gurkensalat, Rote Bete, Linsensalat oder einem Dip aus Sojajoghurt mit Knoblauch. Gib ihn erst am Ende zum Essen, da er beim Kochen schnell an Aroma verliert.
Bio-Kräuter-Samen-Set ansehen*
FAQ – Dill anbauen
Warum keimt mein Dill nicht?
Häufige Ursachen sind altes Saatgut, zu tiefe Saat, ein ausgetrockneter Boden oder zu kalte Temperaturen. Säe frisches Saatgut flach und halte die Erde gleichmäßig feucht.
Warum schießt Dill so schnell?
Hitze, Trockenheit und lange Tage lösen die Blüte aus. Wähle spät blühende Sorten, gieße regelmäßig und säe alle drei bis vier Wochen nach.
Kann man Dill umpflanzen?
Nur sehr jung und mit ungestörtem Wurzelballen. Wegen der Pfahlwurzel wächst Dill nach dem Umsetzen meist schlecht an.
Ist Dill winterhart?
Nein, Dill ist einjährig und stirbt nach der Samenreife ab. Über ausgefallene Samen kommt er im Frühjahr aber oft von selbst wieder.
Sollte ich Dill trocknen oder einfrieren?
Die Blätter frierst du besser ein, weil sie beim Trocknen viel Aroma verlieren. Die Samen lassen sich dagegen gut trocknen und lagern.
Weiterlesen: Petersilie anbauen · Kräutergarten anlegen · Möhren anbauen
Über diesen Ratgeber
Dieser Artikel wurde von der Redaktion von svsger.de erstellt, dem Ratgeber für rein pflanzliche Selbstversorgung. Die Angaben basieren auf gängiger Gartenbau- und Kräuter-Fachliteratur, Empfehlungen von Gartenakademien und Naturgarten-Verbänden sowie Sortenbeschreibungen von Saatgutanbietern. Aussaatzeiten und Wuchshöhen können je nach Region, Witterung und Boden abweichen.
Zuletzt aktualisiert: September 2026