
Erbsen anbauen eröffnet die Gartensaison: Schon im März, wenn für die meisten Gemüse noch viel zu kalt ist, kommen die ersten Erbsen in die Erde. Im Frühsommer belohnen sie dich mit süßen Körnern und knackigen Schoten, die frisch vom Beet am besten schmecken. Als Leguminosen verbessern Erbsen außerdem den Boden für nachfolgende Kulturen. Damit die Ernte gelingt, kommt es auf den passenden Erbsentyp, die richtige Aussaatzeit, eine Rankhilfe und Schutz vor Vögeln an. In diesem Ratgeber erfährst du alles Wichtige – inklusive bewährter samenfester Sorten.
Das Wichtigste in Kürze
- Palerbsen ab März, empfindlichere Mark- und Zuckererbsen ab Mitte April säen.
- Erbsen lieben kühles Wetter – Hitze über 25 °C mindert die Ernte.
- Als Leguminosen sind sie Schwachzehrer und brauchen keinen Stickstoffdünger.
- Ein Netz nach der Aussaat schützt vor Vögeln, eine Rankhilfe ab 60 cm Wuchshöhe ist Pflicht.
- Erbsen sind selbstunverträglich: vier bis fünf Jahre Anbaupause auf derselben Fläche.
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Anbau-Steckbrief Erbsen
Erbsen sind je nach Sorte etwa zehn bis vierzehn Wochen nach der Aussaat erntereif. Durch mehrere Sätze im Abstand von zwei bis drei Wochen verlängerst du die Erntezeit.
| Merkmal | Angabe |
|---|---|
| Aussaat | Palerbsen Anfang März bis April, Mark- und Zuckererbsen Mitte April bis Mitte Mai, 3–5 cm tief |
| Pflanzung | Meist Direktsaat; vorgezogene Pflanzen ab Ende März nach Abhärtung |
| Abstand | 3–5 cm in der Reihe, 40–50 cm zwischen den Reihen |
| Ernte | Juni bis Juli, bei späten Sätzen bis August |
| Nährstoffbedarf | Schwachzehrer, bindet eigenen Stickstoff |
| Gute Nachbarn | Möhren, Radieschen, Salat, Kohlrabi, Gurken, Zucchini, Dill |
| Schlechte Nachbarn | Bohnen, Zwiebeln, Knoblauch, Lauch, Tomaten |
Palerbse, Markerbse oder Zuckererbse?
Die drei Erbsentypen unterscheiden sich in Kältetoleranz, Geschmack und Verwendung – das bestimmt, wann du säst:
- Palerbsen (Schalerbsen) haben glatte, runde Samen. Sie sind am kältefestesten, keimen schon ab 2–5 °C und können ab Anfang März gesät werden. Die Körner sind etwas stärkehaltiger und eignen sich frisch und getrocknet für Suppen.
- Markerbsen erkennst du an runzligen Samen. Sie enthalten mehr Zucker, schmecken besonders süß und sind ideal zum Einfrieren. In kalter, nasser Erde faulen sie leicht, daher säst du sie erst ab Mitte April.
- Zuckererbsen, auch Zuckerschoten oder Kaiserschoten, bilden keine harte Innenhaut in der Hülse. Du isst sie komplett, roh oder kurz gedünstet. Knackerbsen wie Sugar Snap haben dicke, fleischige Hülsen mit ausgebildeten Körnern.
Samenfeste Erbsensorten
Erbsen sind Selbstbestäuber, daher bleiben samenfeste Sorten auch bei eigener Vermehrung zuverlässig sortenecht.
| Sorte | Typ und Höhe | Besonderheit |
|---|---|---|
| Kleine Rheinländerin | Palerbse, ca. 50 cm | Alte, sehr frühe Sorte, kaum Stütze nötig |
| Wunder von Kelvedon | Markerbse, ca. 50 cm | Süß, früh, gut für Beet und Kübel |
| Lancet | Markerbse, ca. 70 cm | Ertragreich, gut zum Einfrieren |
| Norli | Zuckererbse, ca. 50 cm | Kompakt, zarte, flache Schoten |
| Sugar Snap | Knackerbse, bis 180 cm | Dicke, sehr süße Hülsen, braucht hohes Gitter |
| Blauwschokker | Kapuzinererbse, bis 180 cm | Violette Blüten und Hülsen, jung als Schote, reif als Trockenerbse |
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Aussaat, Rankhilfe und Vogelschutz
- Wähle einen sonnigen bis leicht halbschattigen Platz mit lockerem Boden, auf dem mindestens vier Jahre keine Erbsen, Bohnen oder andere Leguminosen standen.
- Weiche die Samen über Nacht in Wasser ein. Das beschleunigt die Keimung, besonders bei Markerbsen.
- Lege die Samen 3–5 cm tief im Abstand von 3–5 cm in die Rille. Bewährt sind Doppelreihen im Abstand von 20 cm beidseitig eines Gitters.
- Stelle die Rankhilfe gleich bei der Aussaat auf, damit du später keine Wurzeln verletzt.
- Decke die Reihen sofort mit einem Netz ab. Nach etwa ein bis drei Wochen, je nach Temperatur, keimen die Erbsen.
Niedrige Sorten bis 50 cm kommen mit eingesteckten Reisigzweigen aus. Höhere Sorten brauchen ein stabiles Rankhilfe-Netz* oder Maschendraht zwischen zwei Pfosten; Erbsen halten sich mit ihren Blattranken selbst fest. Tauben, Krähen und Fasane picken frisch gesäte Samen und Keimlinge gern heraus. Ein Kulturschutznetz* über Bögen verhindert das zuverlässig. Entferne es, sobald die Pflanzen etwa 10 cm hoch sind und die Rankhilfe erreicht haben. In einem Hochbeet* erwärmt sich der Boden schneller und niedrige Sorten keimen dort zügiger.
Pflege und vegane Bodenversorgung
Hacke in den ersten Wochen flach zwischen den Reihen und häufle die Jungpflanzen leicht an, das gibt Halt. Ab der Blüte brauchen Erbsen gleichmäßig Wasser, denn Trockenheit in dieser Phase führt zu leeren Hülsen und fördert Echten Mehltau. Gieße morgens an den Boden und lege eine Mulchschicht aus Grasschnitt, sobald sich der Boden erwärmt hat. Mehr dazu liest du unter Mulchen im Gemüsegarten.
Düngung ist nicht nötig: Knöllchenbakterien an den Wurzeln binden Luftstickstoff. Zu viel Stickstoff, etwa durch Jauche oder frischen Kompost, fördert nur Blattmasse und Läuse. Auf sehr mageren Böden genügt eine dünne Schicht reifer Kompost im Herbst. Nach der Ernte schneidest du die Pflanzen bodennah ab und lässt die Wurzeln im Boden – anschließend passen Nachkulturen wie Grünkohl, Feldsalat oder Spinat. Wie du das über mehrere Jahre planst, zeigt der Beitrag Fruchtfolge planen.
Typische Probleme
Erbsenwickler: Kleine Raupen fressen in den Hülsen die Körner an. Der Falter fliegt im Juni und Juli; frühe Aussaaten entgehen ihm weitgehend, alternativ schützt ein Netz während der Blüte. Echter Mehltau: Weißer Belag tritt vor allem bei späten Sätzen im trockenen Hochsommer auf – säe daher rechtzeitig und gieße gleichmäßig. Blattrandkäfer: Bogenförmige Fraßstellen am Blattrand sehen auffällig aus, schaden kräftigen Pflanzen aber kaum. Blattläuse: Mit Wasser abspritzen und Marienkäfer fördern.
Ernte und Verwertung
Markerbsen erntest du, wenn die Hülsen prall und noch glänzend grün sind. Werden sie matt oder hell, sind die Körner bereits mehlig. Zuckererbsen pflückst du, bevor sich die Körner deutlich abzeichnen. Pflücke alle zwei bis drei Tage und halte dabei den Trieb mit einer Hand fest. Sammle die Ernte in einem luftigen Erntekorb* und verarbeite sie rasch, denn der Zucker wandelt sich nach der Ernte schnell in Stärke um.
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Ausgepalte Markerbsen blanchierst du zwei Minuten, schreckst sie in kaltem Wasser ab und friest sie flach ein. Zuckerschoten schmecken roh im Salat oder kurz im Wok. Palerbsen und Kapuzinererbsen lässt du für den Vorrat an der Pflanze ausreifen, trocknest sie nach und lagerst sie luftdicht; für Saatgut wählst du die gesündesten Pflanzen. Die jungen Triebspitzen sind als Erbsensprossen ebenfalls essbar.
FAQ – Erbsen anbauen
Wann säe ich Erbsen?
Palerbsen ab Anfang März, sobald der Boden bearbeitbar ist. Mark- und Zuckererbsen ab Mitte April, weil ihre Samen in kalter Erde leicht faulen.
Brauchen alle Erbsen eine Rankhilfe?
Niedrige Sorten bis 50 cm kommen mit Reisig aus. Alle höheren Sorten brauchen ein Netz oder Gitter.
Muss ich Erbsen düngen?
Nein. Erbsen binden über Knöllchenbakterien selbst Stickstoff. Ein im Vorjahr mit Kompost versorgter Boden reicht völlig.
Wie schütze ich Erbsen vor Vögeln?
Mit einem Kulturschutznetz direkt nach der Aussaat, bis die Pflanzen etwa 10 cm hoch sind.
Warum sind meine Erbsen mehlig?
Sie wurden zu spät geerntet oder zu lange gelagert. Ernte bei prallen, glänzenden Hülsen und verarbeite sie am selben Tag.
Weiterlesen: Bohnen anbauen · Selbstversorger-Anbaukalender · Saatgutgewinnung
Über diesen Ratgeber
Dieser Artikel wurde von der Redaktion von svsger.de erstellt, dem Ratgeber für rein pflanzliche Selbstversorgung. Die Angaben basieren auf gängiger Gartenbau-Fachliteratur, Empfehlungen aus dem ökologischen Gemüsebau und Sortenbeschreibungen von Bio-Saatgutanbietern. Aussaatzeiten und Wuchshöhen können je nach Region, Höhenlage, Boden und Witterung abweichen.
Zuletzt aktualisiert: September 2026