Himbeeren anbauen: Pflanzzeit, Schnitt und robuste Sorten

Himbeeren anbauen im eigenen Garten: Sommer- und Herbstsorten, Pflanzzeit, richtiger Schnitt, vegane Düngung und Schutz vor Wurzelfäule und Himbeerkäfer.

Reife rote Himbeeren an Ruten, die an einem Drahtgerüst im Garten aufgebunden sind

Himbeeren anbauen lohnt sich in fast jedem Garten: Die Ruten wachsen schnell, tragen bereits im zweiten Jahr gut und liefern bei geschickter Sortenwahl von Juni bis zum ersten Frost frische Beeren. Viele Einsteiger scheitern allerdings am falschen Schnitt oder an nassen Böden, in denen die Wurzeln faulen. Hier erfährst du, wie du Sommer- und Herbsthimbeeren richtig pflanzt, schneidest und gesund hältst – mit robusten Sorten und rein pflanzlicher Düngung.

Das Wichtigste in Kürze

  • Sommerhimbeeren tragen am zweijährigen Holz, Herbsthimbeeren an den diesjährigen Ruten.
  • Pflanzzeit ist Oktober bis November oder März, Abstand 40–50 cm in der Reihe.
  • Himbeeren hassen Staunässe – auf schweren Böden auf einem flachen Damm pflanzen.
  • Herbsthimbeeren werden im Spätwinter komplett bodennah abgeschnitten.
  • Robuste Sorten wie ‚Autumn Bliss‘ oder ‚Glen Ample‘ machen den Einstieg leicht.

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Sommer- oder Herbsthimbeeren: Sorten im Vergleich

Sommerhimbeeren bilden im ersten Jahr grüne Jungruten, die erst im Folgejahr blühen und im Juni und Juli fruchten. Danach sterben diese Ruten ab. Herbsthimbeeren fruchten dagegen schon ab August an den Ruten, die im selben Jahr gewachsen sind. Sie blühen später und werden deshalb deutlich seltener vom Himbeerkäfer befallen, außerdem leiden sie kaum unter der Rutenkrankheit. Für Einsteiger sind Herbstsorten daher meist die unkompliziertere Wahl.

SorteTyp & ErntezeitEigenschaften
‚Glen Ample‘Sommer, Ende Juni bis Julinahezu stachellos, ertragreich, robust
‚Rubaca‘Sommer, Juliwenig anfällig für Rutenkrankheit, feste Früchte
‚Schönemann‘Sommer, spätalte deutsche Sorte, anspruchslos, aromatisch
‚Autumn Bliss‘Herbst, ab Anfang Augustfrüh reifend, robust, gut für kühlere Lagen
‚Polka‘Herbst, August bis Oktobergroße, süße Früchte, standfeste Ruten
‚Fallgold‘Herbst, August bis Oktobergelbe Früchte, sehr mild, bei Vögeln weniger beliebt

Standort und Boden richtig vorbereiten

Himbeeren stammen ursprünglich vom Waldrand. Sie mögen einen sonnigen bis leicht halbschattigen, windgeschützten Platz und einen lockeren, humusreichen, leicht sauren Boden mit einem pH-Wert um 5,5 bis 6,5. Das größte Risiko ist Staunässe: Schon kurze Nässe im Wurzelraum begünstigt die gefürchtete Wurzelfäule, gegen die es keine Behandlung gibt.

Lockere den Boden vor der Pflanzung spatentief und arbeite pro Meter Reihe etwa einen Eimer reifen Kompost sowie etwas Laub- oder Rindenkompost ein. Auf lehmigen Böden hat sich ein 20–30 cm hoher, breiter Pflanzdamm bewährt, damit Regenwasser abläuft. Wähle einen Platz, an dem in den letzten Jahren keine Himbeeren oder Brombeeren standen. Wie du den Standort in die Gesamtplanung einbindest, zeigt der Ratgeber Nutzgarten planen.

Pflanzzeit, Abstand und Rankgerüst

Wurzelnackte Himbeeren pflanzt du am besten von Oktober bis November, alternativ im März vor dem Austrieb. Containerpflanzen kannst du die ganze Saison über setzen, solange du ausreichend gießt. Für eine Familie reichen oft schon zehn bis fünfzehn Pflanzen, also eine Reihe von etwa fünf bis sieben Metern.

  1. Wurzeln vor dem Pflanzen eine Stunde in Wasser stellen.
  2. Pflanzen im Abstand von 40–50 cm setzen, zwischen den Reihen 1,5–2 m Platz lassen.
  3. Flach pflanzen: Die Wurzeln liegen nur etwa 5 cm unter der Oberfläche.
  4. Ruten nach dem Pflanzen auf etwa 30 cm einkürzen und gründlich angießen.
  5. Rankgerüst aufstellen: Pfosten alle 3–4 m, dazwischen zwei bis drei Drähte in etwa 60, 120 und 170 cm Höhe.

Beim Pflanzen und Anbinden schützen Gartenhandschuhe* vor den feinen Stacheln. Da sich Himbeeren über Wurzelausläufer ausbreiten, lohnt sich an Beeträndern eine etwa 30 cm tief eingegrabene Rhizomsperre*.

Himbeeren richtig schneiden

Sommerhimbeeren

Direkt nach der Ernte im Juli oder August schneidest du alle abgetragenen, zweijährigen Ruten bodennah ab. Sie sind an der braunen, rissigen Rinde gut zu erkennen. Von den grünen Jungruten lässt du pro laufendem Meter nur 8 bis 10 kräftige Ruten stehen und bindest sie am Gerüst an. Schwache, dünne Ruten kommen weg, damit Licht und Luft in die Reihe gelangen. Im Spätwinter werden überlange Rutenspitzen knapp über dem obersten Draht eingekürzt.

Herbsthimbeeren

Hier ist der Schnitt denkbar einfach: Im Februar oder März schneidest du alle Ruten komplett auf Bodenniveau zurück. Im Frühjahr treiben neue Ruten aus, die ab August tragen. Für diese Arbeit eignet sich eine scharfe Bypass-Astschere*, die glatte Schnitte ohne Quetschungen hinterlässt. Lässt du einige Ruten stehen, erhältst du im Folgejahr zusätzlich eine kleine Frühsommerernte, schwächst die Pflanzen aber etwas.

Pflege, Düngung und Pflanzenschutz

Himbeeren sind Flachwurzler. Hacke deshalb nicht in der Reihe, sondern halte den Boden mit einer 5–10 cm dicken Mulchschicht aus Rasenschnitt, Laub oder gehäckseltem Pflanzenmaterial feucht und unkrautfrei. Gedüngt wird im März mit 2–3 Litern Kompost pro Meter Reihe. Bei hellgrünem Laub hilft eine verdünnte Brennnesseljauche im Mai. Rein pflanzliche Düngerrezepte findest du im Ratgeber Dünger selbst herstellen. Während der Fruchtbildung solltest du bei Trockenheit durchdringend gießen.

Der Himbeerkäfer legt seine Eier in die Blüten, später finden sich kleine Larven in den Früchten. Klopfe die Käfer zur Blütezeit morgens über einem hellen Tuch ab und ernte befallene Früchte vollständig ab. Die Rutenkrankheit zeigt sich als violette bis graue Flecken an den Jungruten; befallene Ruten schneidest du sofort heraus und entsorgst sie über den Hausmüll. Ein luftiger Bestand mit wenigen Ruten ist die beste Vorbeugung. Gegen Vögel hilft ein über das Gerüst gespanntes Kulturschutznetz*.

Ernte und Haltbarmachen

Reife Himbeeren lösen sich ohne Druck vom Zapfen. Ernte in der Hauptsaison alle ein bis zwei Tage, am besten bei trockenem Wetter, und lege die Früchte nur flach übereinander. Pro Meter Reihe sind bei guter Pflege etwa 1 bis 1,5 kg realistisch. Frische Himbeeren halten im Kühlschrank nur ein bis zwei Tage.

Zum Einfrieren werden die Beeren ungewaschen und einzeln auf einem Blech vorgefroren. Überschüsse verarbeitest du zu Fruchtaufstrich, Sirup oder Himbeeressig. Wer Kerne nicht mag, passiert die gekochten Früchte vor dem Abfüllen durch ein Sieb. Getrocknete Himbeeren aus dem Dörrautomaten* sind ein aromatischer Vorrat für Müsli und Porridge.

Himbeerpflanzen ansehen*

FAQ – Himbeeren anbauen

Was ist der Unterschied zwischen Sommer- und Herbsthimbeeren?

Sommerhimbeeren fruchten im Juni und Juli an Ruten aus dem Vorjahr. Herbsthimbeeren tragen ab August an den Ruten, die im selben Jahr gewachsen sind.

Wann pflanzt man Himbeeren am besten?

Wurzelnackte Pflanzen setzt du von Oktober bis November oder im März. Containerpflanzen können während der ganzen Saison gepflanzt werden.

Warum sterben meine Himbeerruten ab?

Häufigste Ursache ist Wurzelfäule durch Staunässe, seltener die Rutenkrankheit. Pflanze auf schweren Böden auf einen Damm und wähle robuste Sorten.

Kann man Sommer- und Herbsthimbeeren zusammen pflanzen?

Ja, aber in getrennten Reihen oder deutlich beschriftet. Sonst verwechselst du sie beim Schnitt und schneidest das Fruchtholz der Sommerhimbeeren weg.

Wachsen Himbeeren auch im Kübel?

Kompakte Herbstsorten gedeihen in Kübeln ab etwa 30 Litern. Wichtig sind ein Abzugsloch, regelmäßiges Gießen und jährlich frischer Kompost.

Weiterlesen: Johannisbeeren anbauen · Erdbeeren pflanzen · Einkochen für Einsteiger

Über diesen Ratgeber

Dieser Artikel wurde von der Redaktion von svsger.de erstellt, dem Ratgeber für rein pflanzliche Selbstversorgung. Die Angaben stützen sich auf gängige Gartenbau-Fachliteratur, Empfehlungen von Landwirtschaftskammern und Beratungsstellen für Beerenobst sowie auf Sortenbeschreibungen von Baumschulen. Erntezeiten und Anfälligkeiten können je nach Region, Boden und Jahreswitterung abweichen.

Zuletzt aktualisiert: September 2026

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