
Schnittlauch ist das Einsteigerkraut schlechthin: winterhart, anspruchslos und von März bis in den Herbst immer wieder schnittbereit. Wer Schnittlauch anbauen möchte, bekommt mit einer einzigen Pflanze über Jahre frisches Grün für Brot, Salate und Kartoffeln – und im Frühsommer essbare Blüten, die Wildbienen lieben. Damit der Horst dicht und zart bleibt, kommt es auf die richtige Aussaat, regelmäßiges Schneiden und gelegentliches Teilen an. Hier erfährst du, wie das gelingt und wie du Schnittlauch sogar im Winter auf der Fensterbank erntest.
Das Wichtigste in Kürze
- Schnittlauch ist eine winterharte Staude für sonnige bis halbschattige Plätze mit humosem, frischem Boden.
- Die Samen sind Dunkelkeimer: etwa 1 cm tief säen und nur frisches Saatgut verwenden.
- Ernte 3–5 cm über dem Boden, dann treibt der Horst schnell nach.
- Alle drei bis vier Jahre teilen, damit der Horst nicht von innen verkahlt.
- Schnittlauch lieber einfrieren statt trocknen – so bleibt das Aroma erhalten.
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Steckbrief: Schnittlauch
Schnittlauch (Allium schoenoprasum) gehört wie Zwiebel und Knoblauch zu den Lauchgewächsen. Er bildet dichte Horste aus kleinen Zwiebeln, wird 20 bis 40 cm hoch und blüht von Mai bis Juli mit rosa-violetten Kugeln.
| Merkmal | Angabe |
|---|---|
| Lebensdauer | mehrjährige Staude, zieht im Winter ein |
| Standort | sonnig bis halbschattig |
| Boden | humos, nährstoffreich, gleichmäßig feucht, ohne Staunässe |
| Aussaat / Vermehrung | Vorzucht ab Februar, Direktsaat April–Juli (Dunkelkeimer), Teilung Frühjahr oder Herbst |
| Pflanzabstand | Tuffs mit 20–25 cm Abstand, Reihen 25–30 cm |
| Ernte | März bis Oktober, alle 2–4 Wochen; Blüten Mai–Juli |
| Winterhärte | vollständig winterhart, braucht keinen Schutz |
Sorten und Verwandte
- Feinröhrige Sorten wie ‚Middleman‘: zarte, dünne Halme mit mildem Aroma, klassisch für Salate und Brot.
- Grobröhrige Sorten wie ‚Staro‘ oder ‚Grolau‘: dicke, kräftige Halme, hoher Ertrag. ‚Grolau‘ eignet sich besonders zum Treiben im Winter.
- Blühsorten wie ‚Forescate‘: auffällige, kräftig rosa Blüten, gut als Beeteinfassung und Insektenweide.
- Schnittknoblauch (Allium tuberosum): flache Blätter mit mildem Knoblaucharoma, weiße Blüten im Spätsommer, ebenfalls winterhart.
Aussaat und Pflanzung
Schnittlauch ist anders als viele Kräuter ein Dunkelkeimer. Seine Samen verlieren außerdem schnell die Keimkraft; nutze deshalb möglichst Saatgut aus dem Vorjahr. Ein Bio-Kräuter-Samen-Set* mit frischem Saatgut ist für den Start praktisch.
- Vorzucht: Ab Februar 8–10 Samen pro Topf etwa 1 cm tief in Anzuchterde säen und bei 18–20 °C feucht halten. Nach 10–14 Tagen erscheinen die Keimlinge.
- Abhärten: Ab April die Töpfe tagsüber nach draußen stellen.
- Auspflanzen: Ab Mitte April als ganze Tuffs im Abstand von 20–25 cm setzen.
- Direktsaat: Von April bis Juli in 1 cm tiefe Rillen mit 25–30 cm Reihenabstand säen. Die Keimung dauert im kühlen Boden bis zu drei Wochen.
- Den Boden bis zum Auflaufen gleichmäßig feucht halten und Unkraut entfernen, denn junge Schnittlauchhalme sind konkurrenzschwach.
Arbeite vor der Pflanzung zwei bis drei Liter reifen Kompost pro Quadratmeter ein. Im Gemüsebeet ist Schnittlauch ein guter Nachbar für Möhren, Erdbeeren, Tomaten und Gurken; Bohnen und Erbsen stehen dagegen besser weiter entfernt. Mehr zu passenden Beetnachbarn findest du unter Erdbeeren pflanzen und in der Mischkultur-Tabelle.
Pflege, Teilung und Probleme
Gieße bei Trockenheit regelmäßig, denn trockene Erde macht die Halme hart und scharf. Weil häufiges Schneiden Nährstoffe kostet, gibst du im Frühjahr Kompost und im Sommer alle vier bis sechs Wochen verdünnte Brennnesseljauche (1:10). Im Topf oder Balkonkasten wie dem LECHUZA Balconera* mit Wasserspeicher bleibt die Erde auch an heißen Tagen gleichmäßig feucht.
Nach drei bis vier Jahren wird der Horst dicht, innen kahl und liefert dünnere Halme. Grabe ihn im März oder im September aus, teile ihn mit Spaten oder Messer in faustgroße Stücke und setze sie an neuer Stelle wieder ein. Gartenhandschuhe* halten dabei die Hände sauber.
- Schnittlauchrost: Orange Pusteln auf den Halmen, vor allem bei feuchtwarmem Wetter. Den Horst bodennah zurückschneiden und das Laub in den Hausmüll geben.
- Lauchminierfliege und Lauchmotte: Fraßgänge und weiße Flecken in den Halmen. Ein feinmaschiges Kulturschutznetz* während der Flugzeiten im Frühjahr und Spätsommer schützt zuverlässig.
- Thripse: Silbrig gesprenkelte Halme bei Hitze und Trockenheit. Regelmäßig gießen und befallene Halme abschneiden.
Weitere Tipps zu Lauchgewächsen findest du unter Zwiebeln anbauen.
Ernte und Haltbarmachen
Sobald die Halme etwa 15 cm lang sind, kannst du ernten. Schneide mit einer scharfen Schere 3–5 cm über dem Boden; wer zu tief schneidet, verletzt die Zwiebelchen und schwächt die Pflanze. Ernte lieber einzelne Büschel reihum als den ganzen Horst auf einmal, dann hast du ständig frisches Grün. Blütenstängel werden hart und schmecken strohig. Wenn du vor allem Halme ernten willst, entferne die Knospen oder schneide den Horst nach der Blüte komplett auf 5 cm zurück, damit er zart nachtreibt.
- Einfrieren: Halme waschen, trocken tupfen, fein schneiden und locker in Dosen oder gefriergeeigneten Weck-Gläsern* einfrieren, dabei oben etwas Platz lassen. Die Röllchen bleiben rieselfähig und lassen sich portionsweise entnehmen.
- Eiswürfel: Gehackten Schnittlauch mit wenig Wasser oder Öl in Eiswürfelformen einfrieren.
- Blüten: Einzelne Blütchen aus der Kugel zupfen und über Salate, Kartoffelsalat oder Suppen streuen. In Weißweinessig angesetzt ergeben sie einen rosafarbenen, mild-zwiebeligen Blütenessig.
- Trocknen: Möglich, aber das Aroma geht fast vollständig verloren.
Frische Halme passen zu Pellkartoffeln mit Leinöl, Rührtofu, Kräuteraufstrichen auf Cashew- oder Sojabasis, Gurkensalat, Kartoffelsuppe und Brot mit Tomate. Gib Schnittlauch immer erst nach dem Kochen dazu, weil Hitze sein Aroma zerstört.
Überwintern und Treiben im Winter
Im Beet ist Schnittlauch vollständig winterhart. Im Herbst vergilben die Halme und die Staude zieht ein; die Reste kannst du stehen lassen oder abschneiden. Schutz ist nicht nötig. Im Topf überwintert er ebenfalls draußen, am besten an einer geschützten Stelle, damit der Ballen nicht völlig durchfriert und austrocknet.
Für frisches Grün im Winter gräbst du im November ein Stück des Horstes aus und lässt es einige Tage bis zwei Wochen draußen Frost abbekommen. Dieser Kältereiz beendet die Ruhephase. Danach topfst du das Stück in Kräutererde und stellst es auf eine helle, kühle Fensterbank. Nach drei bis vier Wochen kannst du die ersten Halme schneiden. Der getriebene Ballen ist danach erschöpft und wandert in den Kompost.
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FAQ – Schnittlauch anbauen
Ist Schnittlauch ein Licht- oder Dunkelkeimer?
Schnittlauch ist ein Dunkelkeimer. Bedecke die Samen etwa 1 cm hoch mit Erde und verwende möglichst frisches Saatgut.
Wie tief schneide ich Schnittlauch?
Etwa 3–5 cm über dem Boden. So bleibt die Pflanze kräftig und treibt innerhalb von zwei bis drei Wochen nach.
Kann man Schnittlauch nach der Blüte noch essen?
Die Blüten sind essbar, die Blütenstängel sind aber hart. Schneide den Horst nach der Blüte zurück, dann wachsen wieder zarte Halme.
Warum wird mein Schnittlauch gelb?
Häufige Ursachen sind Trockenheit, Nährstoffmangel nach vielen Schnitten, Staunässe oder Rost. Gieße regelmäßig, gib Kompost und teile alte Horste.
Sollte ich Schnittlauch trocknen oder einfrieren?
Einfrieren ist deutlich besser, da getrockneter Schnittlauch kaum noch Aroma hat.
Weiterlesen: Petersilie anbauen · Knoblauch anbauen · Kräutergarten anlegen
Über diesen Ratgeber
Dieser Artikel wurde von der Redaktion von svsger.de erstellt, dem Ratgeber für rein pflanzliche Selbstversorgung. Die Angaben basieren auf gängiger Gartenbau- und Kräuterfachliteratur, Empfehlungen von Landwirtschaftskammern sowie Sortenbeschreibungen von Saatgutanbietern. Aussaattermine, Flugzeiten von Schädlingen und Erntezeiträume können je nach Region und Witterung abweichen.
Zuletzt aktualisiert: September 2026