Allzweckreiniger selber machen: ein Rezept für fast alles

Grundrezept aus Wasser, Kernseifenlösung und wenig Waschsoda – mit Mengen in ml und g, Ergiebigkeit, ehrlicher Haltbarkeit und Tabelle der Oberflächen.

Wenn du in dieser Serie nur ein einziges Rezept mitnimmst, dann dieses. Der Allzweckreiniger ist das Arbeitspferd: Er steht in der Sprühflasche neben der Spüle, er kommt auf die Arbeitsplatte, auf Fliesenspiegel, auf Türgriffe, auf den Küchentisch nach dem Frühstück, auf das Waschbecken im Bad. Rund achtzig Prozent des normalen Wischens im Haushalt sind Fett, Hautfett, Staub und Krümel – und genau dafür ist diese Mischung gebaut. Sie besteht aus drei Dingen, die zusammen weniger kosten als ein Kaffee: Wasser, ein Schuss Kernseifenlösung und eine kleine Menge Waschsoda.

Zwei Dinge sagt dieser Beitrag offen, bevor es losgeht. Erstens: Diese Mischung enthält viel Wasser und keinen Konservierungsstoff. Sie hält deshalb nur wenige Wochen, nicht ein halbes Jahr. Das ist kein Mangel des Rezepts, sondern eine Eigenschaft von wasserhaltigen Lösungen – und der Grund, warum du immer nur eine kleine Menge ansetzt. Zweitens: Hier kommt bewusst kein Essig hinein, obwohl in fast jedem Hausmittel-Ratgeber im Internet Essig und Seife in derselben Flasche landen. Warum das chemisch nicht zusammengeht, steht weiter unten mit der Begründung dazu.

Das Wichtigste in Kürze

  • Drei Zutaten, ein Rezept. 400 ml Wasser, 100 ml Lösung aus pflanzlicher Kernseife und 5 g Waschsoda ergeben 500 ml Allzweckreiniger für fast alle abwaschbaren Flächen.
  • Kein Essig darin. Seife ist alkalisch, Essig ist sauer. Zusammen in einer Flasche heben sich beide auf und die Seife flockt aus. Beide Mittel sind gut, nur eben nacheinander.
  • Wenig Soda reicht. Ein gestrichener Teelöffel Waschsoda pro halbem Liter hebt den pH-Wert so weit an, dass Fett aufbricht. Mehr davon greift Aluminium und lackiertes Holz an.
  • Kurze Haltbarkeit, kleine Menge. Etwa drei bis vier Wochen. Bei Trübung, Flocken oder Geruch neu ansetzen, statt zu retten.
  • Zwei Varianten aus demselben Grundrezept. Mehr Soda für Küchenfett, gar kein Soda für empfindliche Oberflächen. Der Rest des Systems steht im Überblick Putzmittel selber machen.

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Was ein Allzweckreiniger leisten muss – und was nicht

Der Name führt in die Irre. Ein Allzweckreiniger ist kein Mittel für alle Zwecke, sondern ein Mittel für den häufigsten Zweck. Der übliche Haushaltsschmutz auf glatten Flächen ist eine Mischung aus Fett und Staub: Kochdunst, der sich als feiner Film niederschlägt, Hautfett von Händen an Griffen und Schaltern, Krümel, Spritzer, getrocknete Getränkereste. Dieser Schmutz ist fettig, und fettigen Schmutz löst man mit zwei Werkzeugen – mit einem Tensid, das Fett umschließt, und mit einem alkalischen pH-Wert, der Fett chemisch aufbricht. Seife liefert das Erste, Soda das Zweite.

Was dieser Reiniger nicht kann, ist genauso wichtig. Gegen Kalk richtet er nichts aus, im Gegenteil: Alkalisches Wasser fällt Kalk eher aus, als ihn zu lösen. Wasserflecken auf der Armatur, Kalkränder in der Dusche und der graue Rand in der Toilette brauchen Säure, und dafür gibt es eigene Rezepte im Badreiniger und im WC-Reiniger. Er hinterlässt außerdem einen hauchdünnen Seifenfilm, der auf Glas als Schlieren sichtbar wird – Fenster und Spiegel brauchen deshalb ein anderes Mittel. Und er reinigt, mehr nicht: Wo Hygiene medizinisch zählt, etwa bei Krankheit im Haushalt oder bei Pflegewäsche, gehören geprüfte Mittel aus dem Handel hin.

Richtig eingesetzt deckt er trotzdem den Großteil der Woche ab. Ein einziger Griff zur Flasche, ein feuchtes Tuch dazu, fertig. Genau das macht ihn zum Arbeitspferd.

Sicherheit zuerst

  • Säure und chlorhaltige Reiniger niemals mischen. Essig oder Zitronensäure zusammen mit einem chlorhaltigen Mittel setzt giftiges Chlorgas frei. Das gilt auch, wenn beides nur kurz nacheinander in denselben Eimer kommt. War etwas Chlorhaltiges im Spiel, erst gründlich mit klarem Wasser spülen und lüften.
  • Reiniger grundsätzlich nicht untereinander mischen. Auch nicht „nur ein bisschen“ von einem gekauften Mittel dazu. Du weißt bei fertigen Produkten nicht, was drin ist.
  • Soda ist stark alkalisch. Handschuhe beim Ansetzen tragen, nicht in die Augen bringen, nicht auf Aluminium und nicht auf lackiertes oder geöltes Holz anwenden.
  • Nie in Getränkeflaschen abfüllen. Die fertige Lösung sieht aus wie trübes Wasser. Immer in eine Sprühflasche mit Etikett, immer außer Reichweite von Kindern lagern, wie im Beitrag Putzmittel sicher aufbewahren beschrieben.
  • Nicht auf Naturstein, Aluminium und unversiegeltem Holz. Marmor, Travertin und Schiefer reagieren empfindlich auf alles, was vom neutralen pH-Wert abweicht.
  • Der Reiniger reinigt, er leistet keine Hygiene. Formulierungen wie „beseitigt alle Keime“ gehören nicht zu selbst gemachten Mitteln, und dieser Beitrag verspricht sie auch nicht.
Grafik zum Beitrag: Allzweckreiniger selber machen: ein Rezept für fast alles

Das Grundrezept in Millilitern und Gramm

Das Rezept setzt eine fertige Kernseifenlösung voraus. Die stellst du einmal her und hast sie dann monatelang: 30 g fein geraspelte pflanzliche Kernseife in 1.000 ml heißem Wasser auflösen, über Nacht abkühlen lassen, in eine beschriftete Flasche füllen. Der ausführliche Weg samt Ergiebigkeit steht im Beitrag Kernseife im Haushalt. Achte beim Kauf auf die Zutatenliste: Eine ausdrücklich pflanzliche Kernseife* nennt Öle wie Olivate, Cocoate oder Sunflowerseedate, keine tierischen Fette.

Grundrezept: Allzweckreiniger (ergibt ca. 500 ml)

  • 400 ml Wasser, warm; bei hartem Leitungswasser abgekochtes oder entkalktes Wasser
  • 100 ml Kernseifenlösung (aus 30 g pflanzlicher Kernseife je Liter Wasser)
  • 5 g Waschsoda, das ist ein gestrichener Teelöffel
  • optional 3 bis 5 Tropfen ätherisches Öl, ausschließlich als Duft, nicht als Wirkstoff
  1. Handschuhe anziehen. Die 400 ml Wasser auf etwa 40 bis 50 Grad erwärmen, handwarm genügt.
  2. Das Waschsoda einrühren, bis nichts mehr am Boden knirscht. In warmem Wasser dauert das etwa eine Minute.
  3. Die Kernseifenlösung zugeben und nur langsam rühren. Kräftiges Schlagen erzeugt Schaum, der beim Abfüllen im Weg steht.
  4. Abkühlen lassen und mit einem Trichter in eine saubere 500-ml-Sprühflasche füllen. Etwas Luft oben lassen, damit sich die Flasche vor Gebrauch schütteln lässt.
  5. Beschriften: Inhalt, Zusammensetzung in Kurzform und Ansatzdatum. Ohne Datum weißt du in drei Wochen nicht mehr, wie alt die Flasche ist.

Haltbarkeit: 3 bis 4 Wochen, danach neu ansetzen · Aufbewahrung: kühl, dunkel, beschriftet, außer Reichweite von Kindern, getrennt von Säuren · Nicht geeignet für: Naturstein, Aluminium, unversiegeltes oder geöltes Holz, Glas und Spiegel, beschädigtes Email

Ergiebigkeit. Eine 500-ml-Flasche reicht für etwa 60 bis 80 Sprühstöße. In einem Zwei-Personen-Haushalt sind das grob drei bis vier Wochen normaler Küchen- und Badoberflächen – also ungefähr genau die Zeit, die die Mischung ohnehin hält. Das ist kein Zufall, sondern der Grund für die Mengenwahl. Ein Liter Kernseifenlösung ergibt zehn solcher Flaschen, ein 100-g-Stück pflanzliche Kernseife entsprechend gut dreißig. Der Materialpreis pro Flasche liegt damit im niedrigen einstelligen Centbereich.

Haltbarkeit, ehrlich gerechnet. Der Reiniger besteht zu über neunzig Prozent aus Wasser, und Wasser ohne Konservierung ist ein Nährboden. Das Soda hält den pH-Wert hoch und bremst dadurch einiges, aber es konserviert nicht. Nach drei bis vier Wochen ist Schluss. Anzeichen, dass die Flasche früher fällig ist: Die Lösung wird milchig-trüb statt klar-leicht-trüb, es schwimmen Flocken darin, sie riecht muffig oder süßlich, oder sie hat sich in zwei Schichten getrennt. Dann gilt: ausgießen, Flasche mit heißem Wasser ausspülen, neu ansetzen. Zwei Minuten Arbeit sind billiger als eine Flasche, die Schmutz verteilt statt ihn aufzunehmen.

Praktisch hilfreich sind dafür Sprühflaschen mit 500 ml im Set* – zwei im Wechsel, eine in Gebrauch, eine sauber und trocken. Ein Trichter-Set* spart beim Abfüllen die Sauerei, und beschriftbare Etiketten* lösen das Datumsproblem endgültig. Beschrifte wirklich jede Flasche, auch die, von der du sicher bist, sie zu erkennen.

Messbecher mit abgemessener Kernseifenlösung, eine Waage mit fünf Gramm Waschsoda und ein Trichter auf einer Sprühflasche

Warum hier bewusst kein Essig hineinkommt

In sehr vielen Anleitungen steht die Kombination aus Wasser, Essig und einem Schuss Seife. Sie klingt plausibel, weil beide Zutaten für sich gute Reiniger sind. Chemisch ist sie trotzdem ein Eigentor, und das lässt sich in einem Satz erklären: Seife ist das Natriumsalz einer Fettsäure, und Säure macht daraus die Fettsäure zurück.

Was du siehst, wenn du es ausprobierst: Die klare Lösung wird schlagartig milchig, nach ein paar Minuten schwimmen weiße Flocken obenauf. Das sind die freigesetzten Fettsäuren – sie sind nicht wasserlöslich, wirken nicht als Tensid und hinterlassen auf der Fläche einen schmierigen Film. Gleichzeitig ist die Säure verbraucht, weil sie im Neutralisieren aufgegangen ist. Du hast also eine Flasche, die weder gut entfettet noch gut entkalkt, und der Sprühkopf verstopft obendrein.

Dasselbe Prinzip gilt für den berühmten Trick mit Essig und Natron. Es schäumt beeindruckend, aber was da schäumt, ist Kohlendioxid, und übrig bleibt eine schwache Salzlösung, die schlechter reinigt als jede der beiden Zutaten allein. Mehr dazu steht im Beitrag über Natron im Haushalt.

Die Lösung ist einfach: nacheinander statt gleichzeitig. Zuerst der alkalische Allzweckreiniger gegen Fett, dann klar nachwischen, und wenn Kalk übrig bleibt, im zweiten Schritt ein saures Mittel. Für die häufigsten Fälle reicht dafür Zitronensäure als Pulver* in eigener Flasche, sauber beschriftet und niemals mit dem Seifenreiniger im selben Gefäß.

Trichter über einer Sprühflasche, daneben Messbecher mit Wasser

Zwei Varianten aus demselben Grundrezept

Das Grundrezept sitzt bewusst in der Mitte. Über den Sodaanteil verschiebst du es in beide Richtungen, ohne etwas Neues zu lernen. Alles andere bleibt gleich.

Variante 1: mehr Fettkraft. Statt 5 g nimmst du 10 g Waschsoda auf 500 ml, also zwei gestrichene Teelöffel, und erhöhst die Kernseifenlösung auf 150 ml bei entsprechend 350 ml Wasser. Der pH-Wert steigt spürbar, und Fett, das eingetrocknet ist, bricht schneller auf. Diese Variante gehört an den Dunstabzug, an die Fliesen hinter dem Herd und an die Fronten der Oberschränke. Handschuhe sind hier nicht optional, und nach dem Einwirken – fünf bis zehn Minuten reichen – wird mit klarem Wasser nachgewischt. Für hartnäckige Fälle steht die stärkere Stufe im Beitrag Fettlöser für die Küche. Reines Waschsoda im Kilopack* ist dafür die günstigste Zutat überhaupt.

Variante 2: milder für empfindliche Oberflächen. Hier lässt du das Soda ganz weg und reduzierst auf 60 ml Kernseifenlösung auf 440 ml Wasser. Übrig bleibt eine nur schwach alkalische Seifenlösung, die Staub und leichten Fettfilm aufnimmt, ohne Oberflächen anzugreifen. Diese Variante ist die richtige für lackierte Möbelfronten, für beschichtete Küchenarbeitsplatten mit matter Oberfläche, für Kunststoff-Fensterrahmen, für Acryl-Duschwannen und für alles, wo du dir unsicher bist. Sie hält ohne Soda allerdings noch kürzer, etwa zwei bis drei Wochen – setze sie in 250-ml-Portionen an.

Ein Zwischenweg für Böden: Für einen Eimer mit fünf Litern Wischwasser nimmst du nicht diese Sprühlösung, sondern 50 ml Kernseifenlösung direkt ins Wasser, bei hartem Wasser plus einen Teelöffel Soda. Die Begründung und die Unterschiede nach Bodenbelag stehen im Bodenreiniger selber machen.

Oberflächen: geeignet und nicht geeignet

Die folgende Tabelle ist der Teil, den du dir am besten ausdruckst oder abfotografierst. Sie beantwortet die einzige Frage, die beim Putzen wirklich zählt: Darf das hier drauf oder nicht.

OberflächeGeeignetNicht geeignet / Hinweis
Arbeitsplatte aus Laminat oder KunststeinJa, Grundrezept. Aufsprühen, kurz warten, mit feuchtem Tuch abnehmen.Nicht in offene Schnittkanten und Fugen einziehen lassen.
Fliesenspiegel, HerdumfeldJa, gern die Variante mit mehr Soda; siehe Fettlöser für die Küche.Bei unversiegelten Zementfugen sparsam arbeiten.
Backofen innenBegrenzt, nur für leichte Verschmutzung an Türinnenseite und Blechen.Eingebranntes braucht Paste statt Sprühlösung, siehe Backofen reinigen ohne Chemie.
Edelstahl, Spüle und FrontenJa. In Schliffrichtung wischen, dann trocken nachpolieren.Gegen Kalkschleier hilft kein Seifenreiniger, dafür braucht es Säure.
Waschbecken und AcrylwanneJa, milde Variante. Nimmt Seifenreste und Hautfett gut auf.Kalkränder gehören in den Badreiniger mit Säure.
Lackierte Möbelfronten, Türen, RahmenJa, ausschließlich milde Variante ohne Soda.Soda mattiert Lack mit der Zeit. Vorher an verdeckter Stelle testen.
Fliesen- und VinylbodenJa, aber stark verdünnt im Eimer statt aus der Sprühflasche.Überdosierung ergibt einen stumpfen Film; Mengen im Bodenreiniger.
Naturstein: Marmor, Travertin, SchieferNein.Weder alkalisch noch sauer. Nur Wasser und ein Steinreiniger mit neutralem pH-Wert.
Aluminium, eloxierte FlächenNein, wegen des Sodaanteils.Soda greift Aluminium an und hinterlässt graue, matte Stellen. Details unter Waschsoda im Haushalt.
Geöltes oder gewachstes HolzNein.Die Lauge löst das Öl aus der Oberfläche und lässt die Fasern aufstehen.
Glas, Spiegel, CerankochfeldNein, Schlierengefahr durch den Seifenfilm.Eigene Mischung im Fensterreiniger selber machen.
Textilien und PolsterNein, nicht als Flächenreiniger.Punktuelle Behandlung nach Fleckenart, siehe Flecken entfernen mit Hausmitteln.

Zwei Hilfsmittel machen den Unterschied zwischen sauber und streifig. Erstens ein Tuch, das Wasser aufnimmt statt es zu verteilen – ein Satz einfacher Geschirrtücher aus Baumwolle* genügt völlig, drei im Wechsel, heiß gewaschen. Zweitens eine Bürste mit Pflanzenfaser für Fugen und Ecken, etwa eine Bambusbürste mit Tampicofaser* aus Agave. Tierische Borsten braucht es dafür nicht, und die Agavenfaser ist ohnehin steifer.

Die häufigsten Fehler

Zu viel Seife. Der verbreitetste Fehler überhaupt. Wer die Kernseifenlösung verdoppelt, bekommt keinen stärkeren Reiniger, sondern einen Film, der auf der Fläche bleibt und dort frischen Staub bindet. Die Fläche fühlt sich nach dem Trocknen leicht klebrig an. Gegenmittel: mit klarem Wasser nachwischen und beim nächsten Ansatz bei 100 ml bleiben.

Zu viel Soda. Ein Esslöffel statt eines Teelöffels macht aus dem Allzweckreiniger ein Mittel, das auf Lack, Aluminium und Holz Schaden anrichtet. Soda arbeitet nicht linear – ab einem bestimmten pH-Wert greift es die Oberfläche an, ohne mehr Fett zu lösen.

Auf Vorrat angesetzt. Fünf Liter im Kanister klingen effizient, sind aber nach vier Wochen ein Problem. Setze immer nur so viel an, wie du in dieser Zeit verbrauchst, und bewahre die Kernseifenlösung als Konzentrat auf – die hält deutlich länger als die verdünnte Mischung.

Kaltes Wasser genommen. Waschsoda löst sich in kaltem Wasser träge und setzt sich als feiner Bodensatz ab. Beim Sprühen kommt dann mal viel, mal wenig heraus. Handwarmes Wasser löst es zuverlässig.

Ohne Beschriftung abgefüllt. Drei ähnliche Flaschen unter der Spüle und keine Angabe – das endet damit, dass niemand mehr weiß, welche wofür ist und wie alt sie ist. Ein Etikett mit Inhalt und Datum kostet zehn Sekunden.

Trübung ignoriert. Wenn die Lösung kippt, sieht man es. Flocken, Schlieren oder ein muffiger Geruch sind das Signal zum Neuansetzen, nicht zum Durchschütteln. Eine gekippte Lösung verteilt mehr, als sie aufnimmt.

Direkt auf Elektronik gesprüht. Displays, Schalter, Steckdosenleisten: Hier wird nie in die Fläche gesprüht, sondern auf das Tuch, und dann wird gewischt. Für Bildschirme ist selbst die milde Variante zu viel, dort genügt ein leicht feuchtes Tuch mit klarem Wasser.

Nicht getestet. Bei jeder neuen Oberfläche eine verdeckte Stelle nehmen, einwirken lassen, trocknen lassen, ansehen. Fünf Minuten Geduld sind billiger als eine matte Möbelfront. Wenn du unsicher bist, nimm für den Anfang ein Natron in Lebensmittelqualität* als milde Scheuerhilfe statt einer stärkeren Lauge – es ist deutlich schwächer alkalisch als Soda.

Sprühflaschen für den Allzweckreiniger ansehen*

FAQ – Allzweckreiniger selber machen

Wie lange hält der selbst gemachte Allzweckreiniger?

Drei bis vier Wochen, die milde Variante ohne Soda eher zwei bis drei. Die Mischung besteht fast nur aus Wasser und enthält keinen Konservierungsstoff, deshalb ist die Zeit begrenzt. Setze kleine Mengen von 250 bis 500 ml an, beschrifte die Flasche mit dem Datum und mache bei Trübung, Flocken oder verändertem Geruch eine neue Flasche, statt die alte zu retten.

Warum ist in diesem Rezept kein Essig?

Weil Essig die Seife zerstört. Seife ist das Natriumsalz einer Fettsäure; Säure setzt daraus die freie Fettsäure frei, die nicht wasserlöslich ist. Die Lösung wird milchig, flockt aus und hinterlässt einen schmierigen Film, während die Säure gleichzeitig neutralisiert ist. Beide Mittel sind gut, nur nacheinander: erst alkalisch gegen Fett, dann klar nachwischen, dann sauer gegen Kalk.

Kann ich den Reiniger auch ohne Waschsoda machen?

Ja, das ist genau die milde Variante: 60 ml Kernseifenlösung auf 440 ml Wasser, kein Soda. Sie nimmt Staub und leichten Fettfilm auf und ist die richtige Wahl für lackierte Fronten, matte Beschichtungen und Acrylwannen. Gegen eingetrocknetes Küchenfett kommt sie allerdings kaum an, dafür brauchst du den Sodaanteil.

Warum bleiben nach dem Wischen Schlieren zurück?

Fast immer, weil zu viel Seife im Wasser ist oder weil nicht nachgewischt wurde. Halbiere die Menge Kernseifenlösung, arbeite mit einem gut ausgewrungenen Tuch statt eines nassen und wische auf glänzenden Flächen einmal mit klarem Wasser nach. Auf Glas und Spiegeln bleibt der Seifenfilm ein grundsätzliches Problem, dort gehört ein anderes Mittel hin.

Ist der Reiniger für den Haushalt mit Kindern und Katzen geeignet?

Die Zutaten sind überschaubar, aber Soda ist stark alkalisch und gehört nicht in Kinderhände. Bewahre die Flasche verschlossen und außer Reichweite auf, fülle sie nie in ein Getränkegefäß um und beschrifte sie deutlich. Auf ätherische Öle verzichtest du bei Katzen im Haushalt besser ganz, jedenfalls nicht großflächig versprühen. Nach dem Wischen von Böden und Futterplätzen mit klarem Wasser nachgehen.

Weiterlesen: Putzmittel selber machen · Kernseife im Haushalt · Putzmittel sicher aufbewahren

Über diesen Ratgeber

Dieser Artikel wurde von der Redaktion von svsger.de erstellt, dem Ratgeber für rein pflanzliche Selbstversorgung. Alle Rezepte dieser Serie sind vegan; Kernseife ist hier grundsätzlich die pflanzliche Variante. Die Mengen- und Ergiebigkeitsangaben stammen aus eigenen Ansätzen in haushaltsüblichem Maßstab, die Haltbarkeitsangaben sind bewusst konservativ gewählt, weil wasserhaltige Lösungen ohne Konservierung schnell kippen. Wasserhärte, Beschichtungen und Lacke unterscheiden sich stark – teste jede neue Mischung an verdeckter Stelle, arbeite bei Sodazusatz mit Handschuhen und beschrifte jedes Gefäß mit Inhalt und Datum. Selbstgemachte Reiniger ersetzen keine geprüften Hygienemittel.

Zuletzt aktualisiert: September 2026