
Bohnenkraut anbauen ist ideal für alle, die Hülsenfrüchte lieben: Das würzig-pfeffrige Kraut verfeinert Bohnen, Linsen und Eintöpfe und gilt seit jeher als klassischer Begleiter von Buschbohnen im Beet. Die Pflanze ist anspruchslos, braucht kaum Dünger und lässt sich hervorragend trocknen, ohne viel Aroma zu verlieren. Wichtig ist nur, die richtige Art zu wählen und Staunässe zu vermeiden. In diesem Ratgeber erfährst du, wie du Sommer- und Bergbohnenkraut aussäst, wo sie am besten wachsen, wann du erntest und wie du deinen Vorrat für den Winter anlegst.
Das Wichtigste in Kürze
- Sommerbohnenkraut ist einjährig und mild, Bergbohnenkraut mehrjährig, winterhart und kräftiger im Geschmack.
- Bohnenkraut ist ein Lichtkeimer: Direktsaat ab Mitte Mai, Vorkultur ab April.
- Standort vollsonnig und warm, Boden durchlässig, eher mager und gern kalkhaltig.
- Das beste Aroma hat das Kraut kurz vor und zu Beginn der Blüte im Juli und August.
- Bohnenkraut lässt sich sehr gut trocknen und behält dabei viel Würze.
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Sommerbohnenkraut oder Bergbohnenkraut?
Unter dem Namen Bohnenkraut werden zwei Arten angeboten, die sich in Lebensdauer, Wuchs und Geschmack deutlich unterscheiden. Für den Selbstversorgergarten lohnt es sich oft, beide anzubauen: Das einjährige liefert im ersten Sommer schnell viel Erntegut, das mehrjährige steht jahrelang am selben Platz.
| Merkmal | Sommerbohnenkraut | Bergbohnenkraut |
|---|---|---|
| Botanischer Name | Satureja hortensis | Satureja montana |
| Lebensdauer | einjährig | mehrjähriger Halbstrauch, winterhart |
| Wuchshöhe | 20–40 cm, locker | 30–50 cm, buschig, verholzend |
| Geschmack | würzig, pfeffrig, eher mild | kräftiger, harziger, leicht an Thymian erinnernd |
| Aussaat | jedes Jahr, Direktsaat ab Mitte Mai | Vorkultur im März bis April, Keimung langsam |
| Vermehrung | Samen, sät sich teilweise selbst aus | Samen, Stecklinge im Frühsommer, Teilung |
| Ernte | Juni bis September | Mai bis Oktober, junge Triebspitzen |
Aussaat und Anzucht
Bohnenkraut ist ein Lichtkeimer. Die feinen Samen werden nur angedrückt und höchstens hauchdünn mit Erde übersiebt. Sie keimen bei 15–20 °C innerhalb von ein bis drei Wochen. Samenfestes Saatgut gibt es einzeln als Bio-Bohnenkraut-Samen* oder in einem Bio-Kräuter-Samen-Set*.
Direktsaat ins Beet
- Warte, bis sich der Boden erwärmt hat. Nach den Eisheiligen ab Mitte Mai ist der richtige Zeitpunkt.
- Den Boden feinkrümelig harken und Rillen mit 25–30 cm Abstand ziehen, die kaum tiefer als ein Fingernagel sind.
- Samen dünn einstreuen, andrücken und mit einer feinen Brause gleichmäßig feucht halten.
- Die Sämlinge später auf 15–20 cm Abstand vereinzeln. Die ausgezupften Pflänzchen kannst du bereits verwenden.
Vorkultur auf der Fensterbank
Für eine frühere Ernte säst du ab April in Anzuchtschalen. Setze drei bis fünf Samen pro Topf und pflanze die Tuffs ab Mitte Mai ins Beet. Bergbohnenkraut keimt unregelmäßiger, deshalb beginnst du hier schon im März. Einfacher ist es, eine vorgezogene Pflanze zu kaufen und sie später über Stecklinge zu vermehren.
Standort, Boden und Pflege
Beide Arten stammen aus dem Mittelmeerraum und brauchen einen vollsonnigen, warmen Platz. Der Boden sollte locker, durchlässig und eher nährstoffarm sein, Kalk wird gut vertragen. Auf schweren, nassen Böden fault das Kraut schnell. Hier mischst du Sand oder feinen Kies unter oder weichst auf ein Hochbeet oder einen Kräuterhügel aus. Wie du einen passenden Bereich planst, zeigt der Beitrag Kräutergarten anlegen.
Gedüngt wird kaum. Eine dünne Schicht reifer Kompost im Frühjahr genügt, zu viele Nährstoffe machen das Kraut weich und aromaarm. Gegossen wird nur bei längerer Trockenheit, dann aber durchdringend. Im Topf verwendest du durchlässige torffreie Kräutererde* und ein Gefäß mit Abzugsloch. Ein Kasten wie der LECHUZA Balconera Balkonkasten* eignet sich gut für den Balkon, wenn du den Wasserspeicher sparsam füllst.
Bohnenkraut neben Bohnen
Traditionell wird Sommerbohnenkraut zwischen Buschbohnen gesät. Es soll die Schwarze Bohnenlaus fernhalten. Wissenschaftlich eindeutig belegt ist diese Wirkung nicht, doch die Kombination ist praktisch: Beide mögen Wärme, und du erntest Gemüse und Würze gleichzeitig. Auch neben Salat, Zwiebeln und Roter Bete passt Bohnenkraut gut.
Bergbohnenkraut schneiden und überwintern
Bergbohnenkraut schneidest du im April um etwa ein Drittel zurück, aber nicht ins alte, blattlose Holz. So bleibt es kompakt und verkahlt nicht. Es ist gut winterhart, leidet aber unter Winternässe. In rauen Lagen schützt eine lockere Abdeckung mit Reisig vor Kahlfrost. Kübel stellst du geschützt an eine Hauswand und hältst sie eher trocken.
Krankheiten und Schädlinge
Bohnenkraut ist sehr robust. Die meisten Probleme entstehen durch falsche Standortbedingungen:
- Wurzel- und Stängelfäule: welkende Pflanzen trotz feuchtem Boden. Ursache ist fast immer Staunässe, daher für Drainage sorgen.
- Echter Mehltau: weißer Belag in feucht-warmen Spätsommern. Befallene Triebe entfernen und luftiger pflanzen.
- Blattläuse: selten und meist harmlos. Mit Wasser abspülen, Marienkäfer und Florfliegen erledigen den Rest.
- Schnecken: fressen gelegentlich an Keimlingen. Junge Pflanzen in den ersten Wochen kontrollieren.
Ernte und Haltbarmachen
Frische Triebspitzen erntest du laufend, sobald die Pflanzen etwa 15 cm hoch sind. Für den Vorrat ist der beste Zeitpunkt kurz vor oder zu Beginn der Blüte, dann ist der Gehalt an ätherischen Ölen am höchsten. Schneide Sommerbohnenkraut an einem trockenen, sonnigen Vormittag etwa 10 cm über dem Boden ab. Die Pflanze treibt danach oft noch einmal aus und liefert im September einen zweiten Schnitt. Eine Kräuterschere* sorgt für saubere Schnitte.
- Trocknen an der Luft: Kleine Bündel kopfüber an einem schattigen, luftigen Ort aufhängen. Nach ein bis zwei Wochen rascheln die Blätter.
- Im Dörrautomaten: Triebe einlagig im Dörrautomaten* bei höchstens 35–40 °C trocknen. Das geht auch bei feuchtem Wetter zuverlässig.
- Aufbewahren: Blätter von den Stängeln rebeln und in dunklen, luftdichten Gläsern lagern. So bleibt das Aroma rund ein Jahr erhalten.
- Einfrieren und Einlegen: Gehackte Blätter lassen sich portionsweise einfrieren oder in Essig einlegen.
In der Küche gibst du Bohnenkraut zu Bohnen, Linsen, Kichererbsen, Kartoffeln und Eintöpfen. Es wird am besten mitgekocht, da sich sein Aroma erst bei Hitze voll entfaltet. Weitere Methoden zum Trocknen von Kräutern beschreibt der Beitrag Minze ernten und trocknen.
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FAQ – Bohnenkraut anbauen
Ist Bohnenkraut winterhart?
Nur das Bergbohnenkraut. Es übersteht normale Winter im Beet, wenn der Boden durchlässig ist. Sommerbohnenkraut ist einjährig und stirbt im Herbst ab.
Warum heißt es Bohnenkraut?
Weil es traditionell zum Würzen von Bohnengerichten verwendet wird und im Garten häufig neben Bohnen wächst.
Kann ich Bohnenkraut im Topf ziehen?
Ja, beide Arten gedeihen gut in Töpfen ab etwa 15 cm Durchmesser mit durchlässiger Erde und einem sonnigen Platz.
Wann ist der beste Erntezeitpunkt?
Für den Vorrat kurz vor oder zu Beginn der Blüte im Juli und August. Frische Triebspitzen kannst du den ganzen Sommer über schneiden.
Sät sich Bohnenkraut selbst aus?
Sommerbohnenkraut sät sich an sonnigen Stellen häufig selbst aus, wenn du einige Pflanzen blühen und Samen bilden lässt.
Weiterlesen: Thymian anbauen · Kräutersorten im Überblick · Mischkultur-Tabelle
Über diesen Ratgeber
Dieser Artikel wurde von der Redaktion von svsger.de erstellt, dem Ratgeber für rein pflanzliche Selbstversorgung. Die Angaben basieren auf gängiger Gartenbau- und Kräuter-Fachliteratur, Empfehlungen von Gartenakademien und Naturgarten-Verbänden sowie Beschreibungen von Saatgutanbietern. Aussaatzeiten und Winterhärte können je nach Region, Lage und Boden abweichen.
Zuletzt aktualisiert: September 2026