Wie planst du ein Kräuterbeet nach den Ansprüchen der Pflanzen?
Kräuter lassen sich grob in Gruppen einteilen, die ähnliche Bedingungen mögen. Wenn du diese Gruppen beim Planen berücksichtigst, sparst du dir später viel Gießen, Umsetzen und Ärger mit kümmernden Pflanzen. Entscheidend sind vor allem Licht, Bodenfeuchte und Nährstoffbedarf.
Mediterrane Kräuter für warme, magere Plätze
Thymian, Rosmarin, Salbei, Oregano, Bohnenkraut und Lavendel stammen aus trockenen, sonnigen Regionen. Sie brauchen einen durchlässigen, eher nährstoffarmen Boden und vertragen keine Staunässe. Mische schwere Erde mit Sand oder feinem Splitt und verzichte weitgehend auf Dünger. Zu viel Kompost macht die Triebe weich und mindert das Aroma.
Kräuter für frische, humusreiche Böden
Petersilie, Schnittlauch, Liebstöckel, Dill, Kerbel und Minze wachsen besser in lockerer, gleichmäßig feuchter Erde mit reichlich Humus. Hier darfst du im Frühjahr reifen Kompost einarbeiten und bei Bedarf mit verdünnter Brennnesseljauche nachhelfen. Halbschatten ist für viele dieser Arten kein Nachteil, im Gegenteil: In praller Mittagssonne schießen Kerbel und Koriander schneller.
Wuchernde Arten bändigen
Minze, Zitronenmelisse und manche Wildkräuter breiten sich über Ausläufer oder Selbstaussaat stark aus. Setze Minze am besten in einen Topf ohne Boden, den du in die Erde eingräbst, oder pflanze sie gleich in einen eigenen Kübel. Bei Melisse hilft es, die Blütenstände vor der Samenreife abzuschneiden.
Kräuter auf Balkon und Fensterbank
Fehlt dir ein Beet, ziehst du viele Kräuter auch in Töpfen und Kästen. Kombiniere in einem Gefäß nur Arten mit ähnlichen Ansprüchen, also mediterrane Kräuter in magerer, durchlässiger Erde und Petersilie oder Schnittlauch in humusreicherem Substrat. Auf der Fensterbank gedeihen im Winter vor allem Kresse, Schnittlauch und Petersilie. Basilikum braucht dort viel Licht und Wärme und wird in dunklen Monaten schnell schwach. Dreh die Töpfe regelmäßig, damit die Pflanzen gleichmäßig wachsen.
Wie vermehrst du Kräuter selbst?
Viele Kräuter musst du nicht jedes Jahr neu kaufen. Mit wenigen Handgriffen ziehst du aus vorhandenen Pflanzen Nachwuchs und erhältst Sorten, die sich in deinem Garten bewährt haben.
- Aussaat: Einjährige Kräuter wie Basilikum, Dill, Koriander, Kerbel und Borretsch säst du am einfachsten jedes Jahr neu. Achte darauf, ob es sich um Licht- oder Dunkelkeimer handelt, und halte die Saat gleichmäßig feucht.
- Stecklinge: Halbverholzte Arten wie Rosmarin, Salbei, Lavendel und Thymian bewurzeln gut über Kopfstecklinge aus nicht blühenden Trieben. Ein mageres Anzuchtsubstrat und ein heller Platz ohne direkte Sonne reichen meist aus.
- Teilung: Schnittlauch, Minze, Oregano und Liebstöckel teilst du im Frühjahr oder Herbst mit dem Spaten. So verjüngst du gleichzeitig alte, innen verkahlte Horste.
- Absenker: Bei niederliegenden Trieben, etwa von Thymian, kannst du einen Zweig auf den Boden drücken und mit Erde bedecken. Hat er Wurzeln gebildet, trennst du ihn ab.
Saatgut gewinnst du am leichtesten von Dill, Koriander, Kerbel und Borretsch. Lass einige kräftige Pflanzen ausreifen, schneide die trockenen Samenstände ab und lagere die gereinigten Samen trocken, dunkel und kühl in beschrifteten Papiertüten. Bei Basilikum können sich verschiedene Sorten kreuzen, wenn sie nebeneinander blühen.
Wo bekommst du Saatgut, Pflanzen und Zubehör?
Vieles findest du in der Gärtnerei vor Ort. Wer online bestellen möchte, wird zum Beispiel hier fündig:
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Worauf achtest du bei Wild- und Heilkräutern besonders?
Wildkräuter und Teekräuter sind eine wertvolle Ergänzung, verlangen aber Sorgfalt. Sammle nur Pflanzen, die du sicher bestimmen kannst, denn einige essbare Arten haben giftige Doppelgänger. Das gilt besonders für Doldenblütler, bei denen sich harmlose und stark giftige Arten sehr ähnlich sehen. Im Zweifel lässt du die Pflanze stehen.
Meide Standorte an viel befahrenen Straßen, an gespritzten Feldrändern und dort, wo regelmäßig Hunde unterwegs sind. Ernte nur so viel, dass der Bestand erhalten bleibt, und beachte Schutzgebiete. Wenn du Wildkräuter im eigenen Garten ansiedelst, hast du eine sichere und saubere Quelle direkt vor der Tür.
Teekräuter genießt du am besten abwechslungsreich statt immer dieselbe Sorte in großen Mengen. Die Informationen auf dieser Seite ersetzen keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Bei Schwangerschaft, Vorerkrankungen oder regelmäßiger Medikamenteneinnahme klärst du die Verwendung von Heilkräutern vorher mit Fachleuten ab.

Kräuter bringen auf wenig Fläche viel Ertrag: frische Würze für die Küche, Blüten und Blätter für Tee und Nahrung für Bienen und Schmetterlinge. Doch welche Kräutersorten passen in deinen Garten, welche sind einjährig, welche winterhart, und was lässt sich gut trocknen? In dieser Übersicht findest du die wichtigsten Küchen-, Tee- und Wildkräuter mit Standort, Aussaat, Erntezeit und Winterhärte auf einen Blick. Zu vielen Arten gibt es ausführliche Anbau-Ratgeber, die direkt in den Tabellen verlinkt sind.
Das Wichtigste in Kürze
- Kräuter lassen sich in mediterran-trockene, frisch-humose und feucht-halbschattige Arten einteilen.
- Einjährige wie Basilikum, Dill und Kamille säst du jedes Jahr neu, mehrjährige wie Thymian, Salbei und Schnittlauch bleiben stehen.
- Für Einsteiger besonders leicht: Schnittlauch, Petersilie, Minze, Oregano und Thymian.
- Trocknen lohnt sich bei Thymian, Oregano, Salbei und Minze, Einfrieren bei Schnittlauch, Dill und Petersilie.
- Tee- und Heilkräuter werden traditionell verwendet und ersetzen keine ärztliche Beratung.
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Welche Küchenkräuter gibt es im Überblick?
Diese Kräuter nutzt du am häufigsten beim Kochen. Die Angaben gelten für durchschnittliche Lagen in Deutschland; frostempfindliche Arten pflanzt du erst nach den Eisheiligen Mitte Mai.
| Kraut | Lebensdauer | Standort | Aussaat / Vermehrung | Ernte | Winterhärte |
|---|---|---|---|---|---|
| Basilikum | einjährig | warm, sonnig, geschützt | Vorzucht April, Lichtkeimer | Juni–September | nicht frosthart |
| Petersilie | zweijährig | halbschattig, humos | Direktsaat März–August | Mai–Dezember | meist frosthart |
| Schnittlauch | mehrjährig | sonnig bis halbschattig | Saat April–Juli, Teilung | März–Oktober | winterhart |
| Dill | einjährig | sonnig, frisch | Direktsaat April–Juli in Sätzen | Juni–September | sät sich selbst aus |
| Thymian | mehrjährig | vollsonnig, mager | Vorzucht März, Stecklinge | ganzjährig | winterhart, Nässeschutz |
| Oregano | mehrjährig | vollsonnig, mager | Vorzucht März, Teilung | Mai–Oktober | winterhart |
| Salbei | mehrjährig | vollsonnig, durchlässig | Vorzucht März, Stecklinge | April–Oktober | weitgehend winterhart |
| Rosmarin | mehrjährig | vollsonnig, geschützt | Stecklinge Mai–August | ganzjährig | bedingt, oft Kübel |
| Bohnenkraut | ein- oder mehrjährig | sonnig, mager | Direktsaat ab Mai, Lichtkeimer | Juli–September | Bergbohnenkraut winterhart |
| Estragon | mehrjährig | sonnig, warm | Teilung, Stecklinge | Mai–September | mit Schutz winterhart |
| Minze | mehrjährig | halbschattig, feucht | Ausläufer, Stecklinge | Mai–Oktober | winterhart |
| Fenchel | Gewürzfenchel mehrjährig | sonnig, warm | Direktsaat April–Mai | Blätter Sommer, Samen Herbst | bedingt winterhart |
| Liebstöckel | mehrjährig | sonnig bis halbschattig, humos | Vorzucht März, Teilung | April–Oktober | winterhart |
| Koriander | einjährig | sonnig bis halbschattig | Direktsaat April–August in Sätzen | Blätter Juni–Oktober | nicht winterhart |
| Majoran | einjährig kultiviert | vollsonnig, warm | Vorzucht April, Lichtkeimer | Juli–September | nicht frosthart |
| Kerbel | einjährig | halbschattig, frisch | Direktsaat März–April, August | 6–8 Wochen nach Saat | Herbstsaat überwintert |
| Knoblauch | einjährig kultiviert | sonnig, durchlässig | Zehen stecken Oktober oder März | Juli | winterhart |
Welche Tee- und Heilkräuter gibt es?
Viele dieser Pflanzen werden traditionell für Tees und Hausmittel verwendet. Wir konzentrieren uns auf Anbau, Ernte und Trocknung; Aussagen zur Wirkung sind keine Heilversprechen und ersetzen keine ärztliche Beratung. Johanniskraut kann die Wirkung von Medikamenten wie der Pille oder Blutverdünnern beeinflussen, bei Salbei ist wegen des Thujons Maß zu halten.
| Kraut | Lebensdauer | Standort | Aussaat / Vermehrung | Genutzte Teile | Winterhärte |
|---|---|---|---|---|---|
| Kamille | einjährig | sonnig, offen | Direktsaat März–Mai, Lichtkeimer | Blüten | Herbstsaat überwintert |
| Zitronenmelisse | mehrjährig | sonnig bis halbschattig | Teilung, Vorzucht März | Blätter | winterhart |
| Lavendel | mehrjährig | vollsonnig, mager, kalkhaltig | Stecklinge Juni–August | Blüten | Echter Lavendel winterhart |
| Ringelblume | einjährig | sonnig | Direktsaat April–Mai | Blüten | sät sich selbst aus |
| Johanniskraut | mehrjährig | sonnig, mager | Vorzucht März, Lichtkeimer | blühende Triebspitzen | winterhart |
| Baldrian | mehrjährig | halbschattig, feucht | Vorzucht März, Teilung | Wurzel | winterhart |
| Sonnenhut (Echinacea) | mehrjährig | sonnig, durchlässig | Vorzucht Februar–März, Teilung | Blüten, Kraut, Wurzel | winterhart |
| Mariendistel | ein- bis zweijährig | vollsonnig, warm | Direktsaat April–Mai | Samen | sät sich aus |

Welche Wildkräuter und essbaren Blüten gibt es?
Manche Kräuter wachsen fast von allein. Beim Sammeln in der Natur gilt: Nur ernten, was du sicher bestimmen kannst. Bärlauch wird zum Beispiel immer wieder mit giftigen Maiglöckchen, Herbstzeitlosen oder Aronstab verwechselt. Ein Wildkräuter-Bestimmungsbuch* und der Ratgeber Wildkräuter sammeln helfen beim sicheren Einstieg.
| Kraut | Lebensdauer | Standort | Ernte | Hinweis |
|---|---|---|---|---|
| Brennnessel | mehrjährig | halbschattig, nährstoffreich | junge Triebe März–Juni, Samen Herbst | auch als Jauche für den Garten |
| Bärlauch | mehrjährig | schattig, feucht, humos | Blätter März–April | giftige Doppelgänger beachten |
| Borretsch | einjährig | sonnig | junge Blätter, Blüten Juni–September | sät sich stark selbst aus |
| Kapuzinerkresse | einjährig | sonnig, eher mager | Blätter, Blüten, Knospen Juni–Oktober | nicht frosthart |
| Giersch | mehrjährig | halbschattig | junge Blätter April–Juni | nicht pflanzen, nur ernten |
Wie kombinierst du Kräuter richtig?
Pflanze Kräuter mit ähnlichen Ansprüchen zusammen, dann gedeihen alle besser. Die vollständige Planung erklärt der Ratgeber Kräutergarten anlegen.
- Mediterrane Zone: Thymian, Oregano, Salbei, Rosmarin, Lavendel, Bohnenkraut – volle Sonne, Sand und Splitt, kein Kompost. Gut geeignet ist der abgemagerte Teil eines Hochbeets*.
- Frische Zone: Petersilie, Schnittlauch, Dill, Basilikum, Kerbel, Koriander – humose Erde mit Kompost und regelmäßiges Gießen.
- Feuchte oder wuchernde Zone: Minze, Melisse, Baldrian, Liebstöckel – eigener Bereich, Topf oder Wurzelsperre.
Auf dem Balkon eignen sich Kästen mit Wasserspeicher wie der LECHUZA Balconera* für Petersilie und Schnittlauch, Tontöpfe dagegen für Thymian und Rosmarin. Wer mit mehreren Arten starten will, beginnt günstig mit einem Bio-Kräuter-Samen-Set*.
Wie erntest du, machst die Ernte haltbar und überwinterst die Pflanze?
Die meisten Blattkräuter haben kurz vor der Blüte das stärkste Aroma. Ernte an trockenen Vormittagen und schneide ganze Triebspitzen statt einzelner Blätter. Nicht jedes Kraut verträgt dieselbe Konservierung:
- Gut trocknen: Thymian, Oregano, Salbei, Rosmarin, Bohnenkraut, Minze, Lavendel, Kamille – kopfüber gebündelt oder im Dörrautomaten* bei 35–40 °C.
- Besser einfrieren: Schnittlauch, Petersilie, Dill, Basilikum, Kerbel, Melisse, Estragon.
- In Essig oder Salz: Estragon, Dill, Liebstöckel und Schnittlauchblüten.
Getrocknete Kräuter lagerst du dunkel und luftdicht in Weck-Gläsern*. Beim Überwintern gilt: Heimische Stauden wie Schnittlauch, Minze, Melisse und Liebstöckel ziehen ein und brauchen keinen Schutz. Mediterrane Halbsträucher leiden eher unter Nässe als unter Frost und bekommen in rauen Lagen Reisig. Rosmarin, Zitronenverbene, Lorbeer und Schopflavendel überwintern im Kübel hell und kühl bei 5–10 °C.
FAQ – Kräutersorten
Welche Kräuter eignen sich für Anfänger?
Schnittlauch, Petersilie, Minze, Oregano und Thymian verzeihen Fehler und liefern schnell Ertrag.
Welche Kräuter sind winterhart?
Schnittlauch, Minze, Melisse, Oregano, Thymian, Salbei, Liebstöckel und Echter Lavendel überstehen deutsche Winter im Beet. Rosmarin ist nur bedingt winterhart.
Welche Kräuter muss ich jedes Jahr neu säen?
Basilikum, Dill, Koriander, Kerbel, Kamille, Borretsch und Majoran sind einjährig. Dill, Borretsch und Kamille säen sich aber oft selbst aus.
Welche Kräuter wachsen im Halbschatten?
Petersilie, Schnittlauch, Minze, Melisse, Kerbel und Liebstöckel kommen mit wenigen Stunden Sonne gut zurecht.
Welche Kräuter passen nicht zusammen?
Mediterrane Kräuter wie Thymian und Lavendel vertragen sich schlecht mit feuchtigkeitsliebenden Arten. Minze und Melisse setzt du wegen ihres Ausbreitungsdrangs getrennt.
Weiterlesen: Kräutergarten anlegen · Gemüsesorten-Übersicht · Mischkultur-Tabelle · Kräuter für die Hautpflege
Über diesen Ratgeber
Dieser Artikel wurde von der Redaktion von svsger.de erstellt, dem Ratgeber für rein pflanzliche Selbstversorgung. Die Angaben basieren auf gängiger Gartenbau- und Kräuterfachliteratur, Empfehlungen von Landwirtschaftskammern und Naturgarten-Verbänden sowie Sortenbeschreibungen von Saatgutanbietern. Aussaatzeiten und Winterhärte können je nach Region, Sorte und Kleinklima deutlich abweichen; gesundheitliche Fragen klärst du bitte ärztlich.
Quellen
Zuletzt aktualisiert: September 2026