Gemüsesorten-Übersicht: 32 Gemüsearten für Selbstversorger

Gemüsesorten-Übersicht mit 32 Arten: Pflanzenfamilie, Nährstoffbedarf, Aussaat- und Erntezeit und Anspruch auf einen Blick, mit Links zu allen Anleitungen.

Wie planst du die Gemüsearten über das ganze Gartenjahr?

Eine lange Liste an Gemüsearten nützt dir erst dann, wenn du sie zeitlich sinnvoll auf deine Beete verteilst. Statt jedes Beet nur einmal im Jahr zu bepflanzen, denkst du in Vorkultur, Hauptkultur und Nachkultur. So bleibt der Boden fast das ganze Jahr bedeckt, und du erntest von derselben Fläche mehrmals.

Vorkultur im zeitigen Frühjahr

Schnell wachsende, kältetolerante Arten wie Radieschen, Spinat, Pflücksalat oder Kresse nutzen die Wochen, bevor die wärmeliebenden Hauptkulturen ins Beet dürfen. Sie sind meist geerntet, wenn Tomaten, Zucchini oder Bohnen Platz brauchen. Wichtig ist nur, dass du die Vorkultur so wählst, dass sie nicht zur gleichen Pflanzenfamilie gehört wie die folgende Hauptkultur.

Hauptkultur im Sommer

Die Hauptkultur steht am längsten und bestimmt, ob ein Beet als Stark-, Mittel- oder Schwachzehrer-Beet gilt. Hier lohnt es sich, schon im Winter festzulegen, welche Arten wohin kommen, damit du rechtzeitig Saatgut besorgst und Jungpflanzen vorziehst.

Nachkultur im Spätsommer und Herbst

Nach früh abgeräumten Kulturen wie Frühkartoffeln oder Erbsen ist Platz für Feldsalat, Winterportulak, Asiasalate, Grünkohl-Jungpflanzen oder eine Gründüngung. Auf diese Weise wird aus einem Beet mit einer einzigen Ernte eine Fläche, die dich vom Frühjahr bis in den Winter versorgt.

  • Lege dir einen einfachen Jahresplan an, in dem jede Gemüseart einer Saison zugeordnet ist.
  • Notiere zu jeder Art, ob du sie direkt säst oder vorziehst.
  • Plane Lücken bewusst ein und fülle sie mit schnellen Kulturen oder Gründüngung statt mit nacktem Boden.

Welche Gemüsearten vertragen sich als Nachbarn in der Mischkultur?

Mischkultur bedeutet, dass verschiedene Gemüsearten in einem Beet nebeneinander wachsen und sich im besten Fall gegenseitig unterstützen. Die Übersicht der Gemüsearten wird dadurch noch praktischer, weil du nicht nur weißt, was du anbauen möchtest, sondern auch, was gut zusammenpasst.

Bewährt haben sich Kombinationen, bei denen die Partner unterschiedlich tief wurzeln, unterschiedlich schnell wachsen oder sich in ihrem Duft ergänzen. Klassische Beispiele sind Möhren neben Zwiebeln oder Lauch, Salat zwischen Kohl, Bohnen neben Bohnenkraut sowie Tomaten mit Basilikum oder Tagetes. Weniger günstig sind Nachbarschaften innerhalb derselben Pflanzenfamilie, weil sie dieselben Schädlinge und Krankheiten anziehen.

  • Tiefwurzler und Flachwurzler kombinieren: So konkurrieren die Pflanzen weniger um Wasser und Nährstoffe.
  • Schnelle und langsame Arten mischen: Radieschen oder Salat sind geerntet, bevor Kohl oder Lauch den Platz braucht.
  • Kräuter und Blühpflanzen einstreuen: Sie locken Nützlinge an und lockern das Beet optisch auf.
  • Familien trennen: Kreuzblütler, Nachtschattengewächse und Doldenblütler nicht dicht an dicht setzen.

Beobachte deine Beete über mehrere Jahre und halte fest, welche Kombinationen bei dir gut funktionieren. Boden, Klima und Lage beeinflussen die Wirkung stärker als jede allgemeine Tabelle.

Wo bekommst du Saatgut, Pflanzen und Zubehör?

Vieles findest du in der Gärtnerei vor Ort. Wer online bestellen möchte, wird zum Beispiel hier fündig:

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Wie nutzt du die Gemüseübersicht für Balkon, Kübel und kleine Flächen?

Nicht jede Gemüseart passt in jeden Garten. Wenn du nur einen Balkon, eine Terrasse oder ein kleines Hochbeet hast, lohnt sich ein zweiter Blick auf die Liste. Entscheidend sind Wuchshöhe, Platzbedarf, Kulturdauer und der Ertrag im Verhältnis zur Fläche.

Gut geeignet sind Arten, die lange beerntet werden können oder wenig Platz beanspruchen: Pflücksalate, Mangold, Radieschen, Buschbohnen, Snack-Tomaten, Paprika, Chili und viele Kräuter. Platzintensive Arten wie Kürbis, Kohl oder Kartoffeln lohnen sich auf kleinen Flächen meist weniger, es sei denn, du wählst bewusst kompakte Sorten.

  • Achte bei Kübeln auf ausreichend große Gefäße mit Abzugsloch, damit sich keine Staunässe bildet.
  • Verwende torffreie Erde und mische reifen Kompost unter, um die Pflanzen pflanzlich zu versorgen.
  • Gieße regelmäßig, denn Gefäße trocknen deutlich schneller aus als Gartenboden.
  • Nutze die Höhe mit Rankhilfen für Bohnen, Gurken oder Erbsen.

So wird aus der großen Übersicht deine persönliche Auswahl, die zu deinem Platz, deiner Zeit und deinem Geschmack passt.

Vielfältige Gemüseernte mit Tomaten, Kohl, Möhren, Bohnen und Kürbis auf einem Holztisch

Welche Gemüsearten passen in deinen Garten, wann wird gesät und wie viel Aufwand steckt dahinter? Diese Gemüsesorten-Übersicht bündelt die wichtigsten Kulturen für die vegane Selbstversorgung in einer großen Tabelle – sortiert nach Gruppen wie Fruchtgemüse, Kohl, Wurzelgemüse oder Hülsenfrüchte. Zu jeder Art findest du Pflanzenfamilie, Nährstoffbedarf, Aussaat- und Erntezeit sowie eine Einschätzung des Anspruchs. Jeder Eintrag führt dich direkt zur ausführlichen Anbauanleitung.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Übersicht umfasst 32 Gemüsearten in sieben Gruppen, jeweils mit Link zur Anleitung.
  • Die Pflanzenfamilie ist entscheidend für Fruchtfolge und Schädlingsvorbeugung.
  • Starkzehrer bekommen reichlich Kompost, Schwachzehrer wie Bohnen und Erbsen kaum Dünger.
  • Für Einsteiger eignen sich besonders Zucchini, Salat, Radieschen, Mangold und Buschbohnen.
  • Samenfeste Sorten ermöglichen eigenes Saatgut und machen dich neutraler.

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Wie liest du die Gemüse-Tabelle?

Die Spalte Bedarf beschreibt den Nährstoffhunger: Starkzehrer wie Kohl, Tomaten und Kürbis brauchen 4–6 Liter reifen Kompost pro Quadratmeter, Mittelzehrer etwa 2–3 Liter, Schwachzehrer kommen mit dem Rest im Boden aus. Aussaat/Pflanzung nennt übliche Zeiträume für mittlere Lagen in Deutschland – in rauen Regionen verschiebst du alles um ein bis zwei Wochen nach hinten. Wärmeliebende Arten kommen grundsätzlich erst nach den Eisheiligen Mitte Mai ins Freie. Der Anspruch ist eine grobe Einschätzung: „Leicht“ gelingt fast immer, „Anspruchsvoll“ braucht Vorkultur, Wärme oder besonderen Schutz.

Was zeigt die große Gemüsesorten-Übersicht?

Fruchtgemüse

Fruchtgemüse liefert im Sommer die größten Mengen, braucht aber Wärme und einen nährstoffreichen Boden. In kühlen Lagen gedeihen Paprika und Auberginen am besten im Foliengewächshaus*.

GemüseFamilieBedarfAussaat/PflanzungErnteAnspruch
TomatenNachtschattenStarkAnzucht März, Pflanzung nach EisheiligenJuli–OktoberMittel
Paprika & ChiliNachtschattenStarkAnzucht Februar/März, Pflanzung Ende MaiAugust–OktoberAnspruchsvoll
AubergineNachtschattenStarkAnzucht Februar, Pflanzung Ende MaiAugust–SeptemberAnspruchsvoll
GurkenKürbisgewächseStarkAnzucht Ende April, Pflanzung Mitte MaiJuli–SeptemberMittel
ZucchiniKürbisgewächseStarkAnzucht Ende April oder Direktsaat Mitte MaiJuli–OktoberLeicht
Hokkaido-KürbisKürbisgewächseStarkAnzucht Ende April, Pflanzung Ende MaiSeptember–OktoberLeicht

Kohlgemüse

Kohl ist das Rückgrat der Wintervorräte. Alle Arten gehören zu den Kreuzblütlern und teilen sich Schädlinge wie Kohlweißling und Kohlfliege – ein Kulturschutznetz* schützt alle gleichzeitig.

GemüseFamilieBedarfAussaat/PflanzungErnteAnspruch
WeißkohlKreuzblütlerStarkAnzucht März–MaiJuni–NovemberMittel
RotkohlKreuzblütlerStarkAnzucht März–MaiJuli–NovemberMittel
GrünkohlKreuzblütlerMittel–starkAussaat Mai–JuniOktober–MärzLeicht
RosenkohlKreuzblütlerStarkAussaat April–MaiOktober–FebruarMittel
BlumenkohlKreuzblütlerStarkAnzucht März–JuniJuni–OktoberAnspruchsvoll
BrokkoliKreuzblütlerMittel–starkAnzucht März–JuliJuni–OktoberMittel

Wurzel- und Knollengemüse

Wurzeln und Knollen sind die wichtigsten Lagergemüse. Kartoffeln wachsen auch auf dem Balkon, etwa im Pflanzsack-Set*.

GemüseFamilieBedarfAussaat/PflanzungErnteAnspruch
KartoffelnNachtschattenStarkLegen April bis Anfang MaiJuni–SeptemberLeicht
MöhrenDoldenblütlerMittelDirektsaat März–JuniJuni–NovemberMittel
PastinakenDoldenblütlerMittelDirektsaat März–MaiOktober–MärzLeicht
SellerieDoldenblütlerStarkAnzucht Februar–MärzAugust–NovemberAnspruchsvoll
Rote BeteFuchsschwanzgewächseMittelDirektsaat April–JuniJuli–OktoberLeicht
RadieschenKreuzblütlerSchwachDirektsaat März–SeptemberNach 4–6 WochenLeicht
RettichKreuzblütlerMittelDirektsaat März–AugustMai–NovemberLeicht

Zwiebel- und Lauchgemüse

GemüseFamilieBedarfAussaat/PflanzungErnteAnspruch
ZwiebelnLauchgewächseSchwach–mittelSteckzwiebeln März–AprilJuli–AugustLeicht
KnoblauchLauchgewächseSchwach–mittelStecken Oktober oder MärzJuni–JuliLeicht
Lauch (Porree)LauchgewächseStarkAnzucht Februar–MaiAugust–MärzLeicht

Blattgemüse und Fenchel

GemüseFamilieBedarfAussaat/PflanzungErnteAnspruch
SalatKorbblütlerSchwachAussaat März–AugustMai–OktoberLeicht
SpinatFuchsschwanzgewächseMittelDirektsaat März–April, August–SeptemberApril–Juni, Oktober–AprilLeicht
MangoldFuchsschwanzgewächseMittelDirektsaat April–JuniJuni–NovemberLeicht
KnollenfenchelDoldenblütlerMittelAussaat Juni–Juli für HerbsternteSeptember–OktoberMittel

Hülsenfrüchte

Hülsenfrüchte sammeln mit Knöllchenbakterien Luftstickstoff und liefern pflanzliches Eiweiß. Erbsen und Bohnen gelingen fast überall, Linsen und Kichererbsen brauchen warme, trockene Standorte.

GemüseFamilieBedarfAussaat/PflanzungErnteAnspruch
BohnenSchmetterlingsblütlerSchwachDirektsaat Mitte Mai–JuniJuli–SeptemberLeicht
ErbsenSchmetterlingsblütlerSchwachDirektsaat März–AprilJuni–JuliLeicht
LinsenSchmetterlingsblütlerSchwachDirektsaat Ende März–AprilJuli–AugustMittel
KichererbsenSchmetterlingsblütlerSchwachDirektsaat Mitte April–Anfang MaiAugust–SeptemberAnspruchsvoll

Mehrjähriges Gemüse

GemüseFamilieBedarfAussaat/PflanzungErnteAnspruch
SpargelSpargelgewächseMittelPflanzung AprilApril–24. Juni, ab 3. JahrMittel
RhabarberKnöterichgewächseStarkPflanzung Herbst oder MärzApril–24. Juni, ab 2. JahrLeicht
Romanesco im Gemüsebeet
Romanesco im Gemüsebeet

Wie berücksichtigst du Pflanzenfamilien, Fruchtfolge und vegane Düngung?

Gemüse aus derselben Familie teilt sich Nährstoffvorlieben, Krankheiten und Schädlinge. Stehen Kreuzblütler jedes Jahr am selben Platz, droht Kohlhernie; bei Nachtschattengewächsen reichern sich Kraut- und Braunfäule und bodenbürtige Krankheiten an. Plane daher mindestens drei bis vier Jahre Pause für jede Familie ein. Eine bewährte Abfolge ist: Starkzehrer, dann Mittelzehrer, dann Schwachzehrer und Hülsenfrüchte, danach eine Gründüngung. Wie du das auf deine Beete überträgst, zeigt der Ratgeber Fruchtfolge planen.

Gedüngt wird im veganen Garten mit reifem Kompost, Gründüngung aus Phacelia, Klee oder Wicken, Pflanzenjauchen aus Brennnessel und Beinwell sowie bei Bedarf pflanzlichen Handelsdüngern wie Vinasse oder Luzernepellets. Hülsenfrüchte in der Fruchtfolge verbessern die Stickstoffversorgung ganz ohne Zukauf. Die Grundlage ist ein eigener Garten-Komposter*, in dem Beetabfälle und Küchenreste zu wertvoller Erde werden.

Welches Gemüse eignet sich für Einsteiger und was gehört auf die Checkliste?

Starte im ersten Jahr mit fünf bis acht Arten, die zuverlässig wachsen, und erweitere dein Sortiment Schritt für Schritt. Leicht gelingen Zucchini, Salat, Radieschen, Mangold, Buschbohnen, Erbsen, Zwiebeln und Kartoffeln. Anspruchsvollere Kulturen wie Sellerie, Blumenkohl oder Auberginen nimmst du dazu, wenn Anzucht und Pflege sitzen. Wer wenig Platz hat, erreicht in einem Hochbeet-Bausatz* auf wenigen Quadratmetern gute Erträge.

  • ☐ Sonnige Beetfläche ausgewählt und Boden gelockert
  • ☐ Kompost für Starkzehrer bereitgestellt
  • ☐ Gemüsearten nach Pflanzenfamilien auf Beete verteilt
  • ☐ Samenfestes Saatgut und Anzuchtmaterial besorgt
  • ☐ Anzuchttermine für Februar bis Mai im Kalender notiert
  • ☐ Kulturschutznetz für Kohl und Möhren eingeplant

Welche samenfesten Sorten gibt es und wie gewinnst du eigenes Saatgut?

Samenfeste Sorten geben ihre Eigenschaften über die Samen an die nächste Generation weiter. Anders als bei F1-Hybriden kannst du also jedes Jahr eigenes Saatgut gewinnen und die Sorten an deinen Standort anpassen. Besonders einfach gelingt das bei Selbstbestäubern wie Tomaten, Bohnen, Erbsen und Salat. Bei Kreuzbestäubern wie Kohl, Kürbis oder Möhren brauchst du Abstand zu verwandten Pflanzen. Einen guten Einstieg bietet ein samenfestes Gemüse-Saatgut-Set*. Die Techniken erklärt der Ratgeber Saatgutgewinnung.

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FAQ – Gemüsesorten im Überblick

Welche Gemüsearten bringen den meisten Ertrag pro Fläche?

Zucchini, Tomaten, Mangold, Stangenbohnen und Kartoffeln liefern im Hausgarten besonders viel. Salat und Radieschen punkten durch kurze Kulturzeiten und mehrere Sätze pro Jahr.

Welches Gemüse lässt sich gut lagern?

Kartoffeln, Möhren, Rote Bete, Sellerie, Zwiebeln, Knoblauch, Lagerkohl und Hokkaido-Kürbis halten bei richtiger Lagerung mehrere Monate.

Was kann ich im Winter ernten?

Grünkohl, Rosenkohl, Lauch, Pastinaken und Wintersalate wie Feldsalat stehen auch bei Frost im Beet.

Welche Gemüsearten sind mehrjährig?

Spargel und Rhabarber bleiben viele Jahre am selben Platz. Plane für sie eine feste Fläche außerhalb der Fruchtfolge ein.

Sind Hybridsorten im Selbstversorgergarten verboten?

Nein. Sie können bei schwierigen Kulturen Vorteile haben. Samenfeste Sorten machen dich aber neutraler, weil du Saatgut selbst gewinnen kannst.

Weiterlesen: Mischkultur-Tabelle · Selbstversorger-Anbaukalender · Kräutersorten-Übersicht

Über diesen Ratgeber

Dieser Artikel wurde von der Redaktion von svsger.de erstellt, dem Ratgeber für rein pflanzliche Selbstversorgung. Die Angaben basieren auf gängiger Gartenbau-Fachliteratur, Anbauempfehlungen von Landwirtschaftskammern und Naturgarten-Verbänden sowie Sortenbeschreibungen ökologischer Saatgutanbieter. Die Zeiträume gelten für mittlere Lagen in Deutschland und können regional um mehrere Wochen abweichen.

Quellen

Zuletzt aktualisiert: September 2026

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